Das hätte man kommen sehen können: Schon das 2004er-Debüt von Florian Zwietnig und Gerald Mandl war ein Popmonster, aggressiv, ironisch und sexy. Leider passte es zu genau in den damaligen Electroclash-Hype, war also leicht als Trendprodukt misszuverstehen. Der Zweitling ist in der Tat näher am Menschen", die 80er sind nur noch Dekor, kein stilprägendes Prinzip mehr. Auch Eminem wird nicht mehr allzu exzessiv gewürdigt, ansonsten aber verwursten Zwietnig und Mandl, was der Pop so hergibt. Formal bewegen sie sich zwischen HipHop (Rap, Breakbeats, Samples) und Punk (Lärm, Gitarren, Agitprop), inhaltlich geht es wie schon im Vorgänger um Konsumkritik - zu links für die Charts, zu zynisch für die Attac-Ortsgruppe. Näher am Menschen" ist eine Platte der Hassslogans, angefangen beim Titel, der das verlogenste CDU-Wahlplakat ever zitiert, über die Springer-Bigotterie BILD dir deine Meinung" bis zum Telenovela-artigen Loft oder Liebe". Bei allem Hass: Das rockt ohne Gnade, jeder Song ein Spruch fürs T-Shirt. Das Leben ist eine Baustelle and so are we." (fis)
Produktbeschreibungen