Wie die Autorin und die Herausgeber des Buches auf diesen Titel kommen, bleibt für mich ein Mythos. Das Buch hat eigentlich nur am Rande etwas mit der Entwicklung des Menschen aus "feministischer" Sicht zu tun.
Elaine Morgan geht ungeklärten Fragen zur Evolution des Menschen nach: was passierte mit unserem Haarkleid? Wie kam es zum aufrechten Gang? Wie entwickelte sich Sprache? und einige mehr.
Die Erklärungstheorie, die in dem Buch herangezogen wird, ist einfach und verblüffend zugleich: Aus welchen Gründen auch immer, unsere Vorvorfahren hatten sich bereits aufgemacht, wie z.B. die Wale ebenfalls, zurück vom Land ins Meer zu ziehen. Und in einer langen Zeit des Lebens an der Küste ging uns das hindernde Fell aus, unsere Körperfettschicht wurde dicker, unser Salzaustausch veränderte sich, wir lernten schwimmen und bekamen sogar Schwimmhäute zwischen den Fingern. Und den aufrechten Gang erlernten wir, indem wir uns oft im strandnahen Wasser in die Senkrechte stellten. Obwohl die Theorie sehr einleuchtend ist und Elaine Morgan sie mittels anschaulicher Tiervergleiche eingängig rüberbringen kann, findet das Buch anscheinend wenig Beachtung. Liegt es an dem irreführenden Titel oder daran, dass die Meerestheorie in der Fachwelt als hirnrissig angesehen wird?
Ich finde das Buch jedenfalls lesenswert und amüsant. Ich habe danach schon von Tausenden Kilometern durch die Weltmeere schwimmenden Elefanten geträumt, von nur noch leicht behaarten Hominiden, die bis zum Hals aufrecht im Wasser stehen oder Elefanten, Salzwasserkrokodilen und Seevögeln, die zum Salzaustausch plötzlich anfangen müssen zu weinen. Das Buch regt die Phantasie an.