Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr gute Problemdiagnose, doch wo ist die Alternative?, 8. April 2007
Sprengers Mythos Motivation dürfte eines der meistgelesenen populärwissenschaftlichen Management Bücher in Deutschland sein. Dies ist wenig verwunderlich, wenn man die Thematik betrachtet derer er sich widmet. Anreizsysteme waren bei Veröffentlichung des Buchs vor mehr als 10 Jahren eines der Top-Themen in deutschen Unternehmen und sind es auch heute noch. Der Schlüssel des Erfolgs liegt wohl darin, dass Sprenger die Antithese zu dem vertritt, was in 98% der Unternehmen zur Realität gehört.
Diese Antithese besteht darin, dass er die Effektivität von Anreizsystemen, welche Bonuszahlungen beim Erreichen von Zielvorgaben beinhalten, negiert. Diese These ist hochinteressant, bedenkt man den Siegeszug von Management by Objectives in der betrieblichen Praxis. So einleuchtend Sprenger die Nachteile dieses Ansatzes offen legt und immer wieder auf die intrinsische Motivation des Menschen verweist, so wenig kann er aber ein klares Konzept vorlegen, wie denn nun genau eine effektivere Unternehmens- und Mitarbeitersteuerung in seinen Augen auszusehen hat.
Dieses Buch ist ein gutes Wirtschaftsbuch, detaillierte arbeitspsychologische Einseichten sollte man aber nicht erwarten. Das Buch ist nun mal Populärwissenschaft und will wohl auch gar nichts anderes sein. Alles in allem eine sehr gute Problemdiagnose, allerdings kann auch Sprenger nicht das ultimative Alternativkonzept präsentieren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Als Streitschrift zu betrachten, 13. Mai 2003
Es gibt Bücher, die muss man lesen, weil sie andere auch lesen. Bei Sprengers Werken ist das so. Und wer mit Personalführung und Management zu tun, bisher aber an Sprengers Büchern vorbeigeschlittert ist, braucht für anhaltende Verweigerung eine gute Ausrede. Mit der gekonnten Aufarbeitung eigener Verletzungen durch Vorgesetzte katapultierte sich Sprenger vom Doktor der Philosophie in den Olymp der meistgelesensten Managementautoren. Klar, dass er heute als gefragter Unternehmensberater tätig ist. Wieviel seine Ratschläge der Untertanenwelt gebracht haben, bleibt offen. Klar ist, dass er die Welt nicht neu erfunden hat. Aber er sprach laut und süffig aus, was bei Insidern schon lange gemunkelt wurde: Motivation durch Belohnung ist auf Dauer kontraproduktiv. Weil Begeisterung durch Bestechung an Wert verliert. Ausserdem labten sich viele daran, dass hier einer hörbar am Lack der Führungselite kratzt und einem erklärt, weshalb man/frau nicht mehr arbeitet. Das belastet die Oberen und entlastet das Fussvolk. Nicht ungefährlich, aber notwendig und befreiend. Kurz und knapp verkündet Sprenger "Alles Motivieren ist Demotivieren". Das stimmt in dieser Absolutheit natürlich nicht, rüttelt aber verkrustete Denkchips durcheinander. Nachdem sich die Aufregung gelegt hat und die Betriebe wieder der vorsprenger'schen Alltag zurückkehrten, hat der Führungsexperte seinen Longseller überarbeitet und erweitert. Da neue Studien bestätigen, dass der Nachweis für eine Leistungssteigerung durch Anreizsysteme fehlt, rückt Sprenger von seinem Dogma nicht ab. Aber er gab der Frage "Wie denn besser?" mehr Raum. Und ausserdem verweist er für die Umsetzung - nicht zuletzt aus Marketinggründen - auf seine Folgebücher. Bei der plakativen Formulierung "Fordern statt verführen" weckt Sprenger bei mir Widerspruch. Denn "verführen" ist nicht das gleiche wie "verwöhnen". Anhand dieses Kapitels lässt sich schön zeigen, was der Fachwelt aufstösst. Der liebe Doktor nimmt es mit den Begriffen nicht sehr genau. Und der häufige Gebrauch des Wörtchens "natürlich" suggeriert eine überzeitliche und universelle Ordnung hinter den Dingen. Aber eine Streitschrift darf man nicht mit wissenschaftlichen Kriterien messen. Eine Überarbeitung hingegen verliert diesen Narrenfreiraum. Selbst Luther hat seine an die Tür gehämmerten Thesen mit etwas Distanz neuen Erkenntnissen angepasst. Sprenger-Fans wird das mentale Beharrungsvermögen ihres Gurus nicht kümmern. Für sie wird die Neuauflage zum Pflichtkauf werden. Wer aber bei Smalltalks keine roten Ohren bekommt, wenn vom "neuen" Sprenger die Rede ist, wird auf eine Anschaffung verzichten. Die Lektüre lohnt sich übrigens auch für die Gattung "Angestellte". Denn mit Sprengerzitaten lässt sich bei Personalverantwortlichen und Vorgesetzten gewaltig Eindruck schinden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer wieder lesenwert!, 3. Oktober 2005
Als vor über zehn Jahren die Erstausgabe dieses Buches erschien, war der Begriff "Motivation" in aller Munde. Als gute Führungskraft galt nur, wer viel Zeit darauf verwendet hat, seine Mitarbeiter durch Lob, finanzielle Anreize und sonstige "Führungs-Techniken" auf Kurs zu bringen. Reinhard K. Sprenger hat als erster Autor entlarvt, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen Motivation und Motivierung gibt. Als "Motivation" definiert er den Eigenantrieb des Mitarbeiters, dessen Lust an der Arbeit. Als "Motivierung" bezeichnet er den künstlichen Versuch eines Personalverantwortlichen, die Mitarbeiter anzutreiben. Das Buch belegt eindrucksvoll, dass Motivierung von außen oft die Eigenmotivation zerstört. So zitiert der Autor das Beispiel von zwei Studentengruppen, die eine Bastelaufgabe verrichten sollen. Die erste Gruppe wird dafür bezahlt (also von außen motiviert). Die zweite bastelt freiwillig (also ohne Motivierung von außen). Und was passiert, als die vereinbarte Zeit abgelaufen ist? Die erste Gruppe lässt alles stehen und liegen (weil fremdmotiviert). Die zweite Gruppe bastelt einfach weiter (weil von innen, sprich: intrinsisch motiviert). Reihard K. Sprenger legt Führungskräften nahe, mehr Vertrauen in die Arbeitslust ihrer Mitarbeiter zu setzen und von der üblichen "Verdachtskultur" Abstand zu nehmen. Denn hinter vielen "Motivationsmaßnahmen", zum Beispiel Zielvorgaben oder Incentiv-Anreizen, steht der unausgesprochene Verdacht, dass die Mitarbeiter aus freien Stücken nicht ihre ganze Leistung geben. Und eben dieser Verdacht verdirbt der Belegschaft dann tatsächlich die Arbeitslust. Eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Eine gute Führungskraft sorgt vielmehr dafür, dass sich die Eigenmotivation des Mitarbeiters entfalten kann, indem dieser die nötige Entscheidungsfreiheit, das nötige Wissen und vor allem das nötige Vertrauen seine Vorgesetzten bekommt. Mit diesem Buch hat Sprenger die Motivationskrise als erster heraufziehen sehen und die - leider bis heute - unbeachteten Rezepte dagegen geliefert, noch dazu auf philosophischem Fundament und in geistreichem Schreibstil. Ein immer noch und immer wieder lesenswertes Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|