Ich muss sagen, dieses Buch oder eher dieser Autor schafft es seine Leser dazu zu bringen über "Männermacht" nachzudenken.
Ich behaupte, dass man dieses Buch nur zur Hälfte gelesen haben muss um Herrn Farrell zuzustimmen:
Vieles was wir bei Männern Macht nennen ist clever getarnte Ohnmacht.
Er nennt das Beispiel des sogenannten Gentleman. Ein Mann, der von vielen Frauen bewundert wird und in vielen Filmen als romantischer Held dargestellt wird, immer bereit für die Ehre der Dame Leib und Leben zu riskieren. Ich reisse sie nur ungern aus gerade entstehenden Fantasien und möchte ihnen folgende Frage stellen: Was wäre wenn von Frauen erwartet werden würde, sich mit jemanden zu duellieren, der die Ehre eines Mannes beleidigt hat? Würden wir sie als Gentlewomen bezeichnen? Wohl kaum. Man würde sie eine Sklavin nennen, die sich für feige Männer opfern muss. Und wenn diese Gentlewomen dafür von Männern bewundert werden würden, würde jeder Feministin erst recht das Blut kochen. Aber wenn Männer Bewunderung zuteil wird, wenn sie ihre Haut zu Markte tragen nennen wir das romantisch.
Oder ein anderes Beispiel: Beschneidung von Mädchen ist ein Verbrechen, richtig? Beschneidung von Jungen findet zwar ebenfalls statt, doch hierbei gibt es gute hygienische Gründe dafür. Schließlich sondert die Vorhaut übel riechendes Smegma ab. Aber wussten sie, dass auch die Klitoris das tut? Sollen wir nun aus hygienischen Gründen Mädchen verstümmeln, ohne Betäubung wie wir es männlichen Babys zu tun pflegen? Ich denke glatt, dass ich mich in jeder Diskussionsrunde verdammt unbeliebt machen würde, würde ich so argumentieren.
Warren Farrell führt diese und zig mehr Beispiele an, die deutlich machen, dass die Welt schon immer bisexistisch war und niemals nicht nur ein Geschlecht das andere unterdrückt hat.
Alice Schwarzer sollte dieses Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen.
Und Bascha Mika, Thea Dorn, Elisabeth Badhinter und wie die Radikalfeministin sonst noch heißen mögen.