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Mythos Krebsvorsorge. Schaden und Nutzen der Früherkennung
 
 
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Mythos Krebsvorsorge. Schaden und Nutzen der Früherkennung [Gebundene Ausgabe]

Christian Weymayr , Klaus Koch
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Eichborn (März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821839503
  • ISBN-13: 978-3821839509
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 257.199 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurzbeschreibung

Die Vorsorgehysterie erreicht ihren Höhepunkt: Prominente rufen zur Darmspiegelung auf, Werbespots demonstrieren uns die Größe versteckter Tumore, die flächendeckende Einführung der Mammographie steht vor der Tür. Die renommierten Wissenschaftsjournalisten Weymayr und Koch analysieren den Nutzen der Früherkennungsprogramme und schlagen Alarm: Ob Brustkrebs, Prostata-, Darm- oder Hautkrebs – die Verfahren zur Früherkennung sind mit zahlreichen Risiken verbunden. Diese reichen von Fehldiagnosen bis hin zu vorschnell ausgeführten Operationen und ihren Nachfolgeschäden. Die Autoren beleuchten Hintergründe medizinpolitischer Entscheidungen, verweisen auf Skandale in deutschen Kliniken und geben Antworten auf wichtige Fragen: Welche wirtschaftlichen und politischen Interessen stecken hinter dem Wahn zur Krebsvorsorge? Wie wird Vorsorge in anderen Ländern betrieben? Welche Chancen hat der Einzelne, Schäden zu vermeiden und die Chancen medizinischen Wissens zu nutzen?

Über den Autor

Christian Weymayr, geboren 1961, ist promovierter Biologe und arbeitet als Wissenschaftsjournalist mit dem Schwerpunkt Medizin. Er schreibt u. a. für DIE ZEIT und das Magazin brand eins. 2003 erschien von ihm das Sachbuch"Mythos Krebsvorsorge"(gemeinsam mit Klaus Koch).Dr. Klaus Koch, geb. 1926, wirkte nach Pfarrdienst in der Thüringer ev. luth. Kirche (1954-56) und Lehrtätigkeit in Erlangen und Wuppertal als Professor für Altes Testament und altorientalische Religionsgeschichte an der Universität Hamburg.

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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wir wollen unsern guten alten Doktor wieder haben!, 15. Juli 2003
Von 
Frohmut Menze (Lichtenau-Scherzheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mythos Krebsvorsorge. Schaden und Nutzen der Früherkennung (Gebundene Ausgabe)
Der Urologe wiegt den Kopf. „Ich an Ihrer Stelle würde mir das operieren lassen." Der Radiologe rät zum Bestrahlen. Wes Brot ich bezahl, dessen Lied soll ich singen. Die beste Ehefrau von allen rät zum Abwarten. Das hat Hackethal auch geraten: „Wenn Sie einen Urologen sehen, laufen Sie so schnell Sie können!" Und ist selbst ein paar Jahre danach an Krebs gestorben.
Der durchschnittliche Prostata-Tote ist 77 Jahre alt. Das ist etwas mehr als die durchschnittliche Lebenserwartung. Verwundert reibt sich der Leser die Augen.
In drei großen Strängen führen die Autoren kompetent durch 268 Seiten (plus Register)
1. Grundlagen (Was ist Krebs, Früherkennung, Leben mit der Angst)
2. Akteure (Patienten, Ärzte, Industrie, Krankenkassen)
3. Tumorarten (Brustkrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs, Hautkrebs - und Tumorarten ohne gesetzliches Früherkennungsprogramm wie z. B: Lungenkrebs und solche, die man gar nicht früh erkennen kann (Speiseröhrenkrebs).
Was lernt uns Moses?
Im Vorwort ziehen die Autoren Fazit: Wer nicht zur Früherkennung geht, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Er lässt vielleicht eine kleine Chance aus, das eigene Leben zu verlängern. Und er nimmt das Risiko eine Lebenskrise in Kauf, die er ohne Früherkennung nie hätte durchmachen müssen.
Wer sich durch das Buch durchbeißt, kommt erschlagen am Ende an: Er hat sich durch einen Filz von Interessengruppen, Statistiken, Todesfällen und Lebens- und Sterbensqualitäten herumgeschlagen und weiß am Ende immer noch nicht, was er machen soll. Diese Entscheidung können ihm die Autoren auch nicht abnehmen.
Gut an dem Buch ist, dass es jedem die Alternative klar mitteilt: Früherkennung bringt sehr wenigen etwas (vielleicht) und verunsichert viele.
Was nicht falsch sein kann: Gesunde Ernährung, Sport, keine Drogen.

Und ansonsten: Einen klaren Kopf behalten. Und dieses Buch immer mal wieder lesen, wenn eine Vorsorgeuntersuchung ansteht. Und dann von Fall zu Fall entscheiden.

Immerhin.

Ich bleibe bei meiner Hausärztin. Sie ist seit 30 Jahren praktische Ärztin, bildet sich fort und hat einen guten diagnostischen Blick. Das soll genügen.

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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Blick hinter die Kulissen der Vorsorgekampagnen, 27. Mai 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mythos Krebsvorsorge. Schaden und Nutzen der Früherkennung (Gebundene Ausgabe)
Viele Menschen belächeln Wissenschaftler, die Dinge nachweisen, "die man doch im Prinzip schon immer gewusst hat".
Dieses Buch zeigt, dass es kein noch so einleuchtendes Argument gibt, dass nicht doch schlagkräftig widerlegt werden könnte. Es zeigt eindringlich, wie wichtig (wenigstens grundlegendes) mathematisches Verständnis auch in der Medizin ist. Es zeigt wie wenig man offensichtlichem Glauben schenken darf.

Was bedeutet für jeden von uns die Werbeaussage, dass Brustkrebsfrüherkennung das Risiko an Brustkrebs zu sterben um 30% verringert?
Ist es wirklich das richtige Ziel, Krebs als Todesursache auszuschalten?
Verlängern Früherkennungsmaßnahmen unser Leben?
Wenn selbst der Chef von Pfizer sagt, dass Krebs bald eine Geisel der Vergangenheit ist, dann wird das wohl stimmen, oder?
Die Antworten darauf stehen in diesem Buch und sie kommen fast immer aus einem völlig unerwarteten Blickwinkel.

Damit hinterlässt das Buch aber vor allem einen bitteren Nachgeschmack:
Es ist tröstlich für die, die schwer an Krebs erkranken, ohne Früherkennung in Anspruch genommen zu haben.
Es ist aber beunruhigend für alle Gesunden, denn es nimmt ihnen den Glauben an das derzeit am meisten favorisierte Mittel im Kampf gegen Krebs.

Die Autoren schrecken vor keinen Fakten zurück, richten sich nicht nach Mehrheitsmeinungen. Das ist Journalismus abseits vom Ausformulieren von Presseagenturmeldungen. - So muss Journalismus sein.
In dieser Art möchte ich noch mehr über Themen der aktuellen Politik lesen!

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dies Buch: eine bitter notwendige Aufklärung!, 26. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Mythos Krebsvorsorge. Schaden und Nutzen der Früherkennung (Gebundene Ausgabe)
am meisten erstaunt mich, w i e sachlich und distanziert (aber natürlich höchst engagiert und kompetent!) die beiden Autoren über all die Ungereimtheiten, Lügen, Fehlschlüsse, wahren Hintergründe (fast mafiöse Strukturen)und das erschreckende Unwissen vieler Beteiligten und Verantwortlichen (besonders auch Ärzten!) berichten. Und mit welcher Hartnäckigkeit sie dem bestürzend wackeligen Gebäude auf den Grund gehen, das sich "Früherkennung" oder auch "Krebsvorsorge" nennt,mit all den fast nie erfüllten Erwartungen unserer Patienten. Dabei kommen sie zu verblüffenden Schlußfolgerungen: "Für kein Früherkennungeverfahren gibt es wissenschaftlich verläßliche Beweise!" oder: "hat Früherkennung wesentlich häufiger Fehlalarm bei Gesunden als richtige Befunde bei Befallenen zur Folge!" oder etwa, daß manchmal "ein Drittel der Ausgaben für Früherkennung dazu gebraucht wird, eigentlich Gesunde vom Krebsverdacht wieder zu befreien"!
Wenn das Buch bei wenigstens einigen Vorsorgeanbietern ein gewisses Nachdenken auslöst und bei den Noch-nicht-Patienten auch, hat es seinen Zweck erfüllt. Und dann können die beiden mutigen Autoren auch gelassen viele böse Attacken, die sicher kommen werden, ertragen. Und natürlich: besten Dank! Großartige Arbeit!
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