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Im Sommer 2004 geht die Ära des Mönchengladbacher Bökelbergstadions endgültig zu Ende. Kurz darauf rollt schweres Gerät auf das Gelände, das viele der großen Triumphe der Borussia gesehen hat. Damals in den 70er-Jahren, als man hier eine deutsche Meisterschaft nach der anderen feierte und auch im Europa- und DFB-Pokal erfolgreich war. Freilich musste man damals das ein oder andere Heimspiel andernorts austragen, weil das Stadion mitten in einem nobleren Wohnviertel der Stadt am Niederrhein einfach viel zu klein für das überbordende Zuschauerinteresse war. Und für einen wirklich nennenswerten Ausbau verfügte das Areal nun einmal nicht über die notwendigen Reserven.
Auch der bislang höchste Sieg in der Geschichte der Fußballbundesliga -- das legendäre 12:0 gegen Borussia Dortmund (29. April 1978) -- ging nicht in die Annalen des Bökelberges, sondern des Düsseldorfer Rheinstadions ein. Das Stadion in der Gladbacher Bökelstraße muss sich mit dem zweithöchsten Ergebnis, dem 11:0 gegen Schalke 04 (07. Januar 1967) begnügen. Na ja, auch nicht schlecht. Und auch an eine ganze Reihe anderer Spiele wird man sich noch lange erinnern: An das 7:1 gegen Inter Mailand (20. Oktober 1971), an den Abbruch der Partie gegen Werder Bremen (1971), in der plötzlich nur noch eines der beiden Tore stand.
Davon und von Heiratsanträgen im nächtlichen Stadion, von Eisverkäufern, Trommlern (Manolo!) und der Wissenschaft der Rasenpflege und vielem anderen mehr berichtet Markus Aretz in diesem schönen Band. Ob das neue Stadion an die große Geschichte des Bökelbergs erfolgreich anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Im Modell sieht es verheißungsvoll aus. Und verheißungsvoll ist auch die Adresse: Hennes-Weisweiler-Allee 1. Dorthin aus der Ferne schon mal alles Gute! --Alexander Dohnberg
Pressestimmen
Eigentlich ist ein Fußballstadion nur eine Konstruktion aus Beton und Stahl, ein nüchterner Zweckbau, architektonisch uninteressant. Im besten Fall aber ist ein Stadion ein mythischer Ort: das Wankdorf-Stadion von Bern zum Beispiel oder – zumindest für die Fans von Borussia Mönchengladbach – der Bökelberg, das älteste Stadion der Bundesliga, das schon 1919 eingeweiht wurde. Bevor der Bökelberg im kommenden Sommer außer Dienst gestellt und anschließend abgerissen wird, hat Markus Aretz, der Pressespecher von Borussia Mönchengladbach, noch
einen literarischen Gedenkstein gestiftet.
Das schönste an diesem Buch sind die Berichte der Fans und deren wehmütige Erinnerungen an den Bökelberg. Jan Leeuwen, ein Anhänger aus Tilburg in Holland, beendet seinen Beitrag mit dem Satz: „Mir blutet das Herz, wenn ich an den Abschied denke.“ So geht es vielen.
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Der Tagesspiegel, 2. Dezember 2003Ein kleines Fußballstadion kann der schönste Platz auf der Welt sein, aufregender als die Lagune von Bora Bora, packender als Hongkong. Für mich ist der Bökelberg in Mönchengladbach das Lieblingsziel. Das alte Fußballstadion, das im nächsten Jahr ausgedient hat, die Heimat der Borussia, die, bekannt als „Fohlen“,
in den 70er-Jahren zu den besten der Welt gehörten. Für so verrückte Anhänger wie mich hat Markus Aretz ein wunderbares Buch geschrieben, mit unzähligen alten Fotos geschmückt und rechtzeitig vor Weihnachten veröffentlicht. Ein Satz hat mir besonders gut gefallen: Der Mann wechselt in seinem Leben fast alles, das Auto, die Wohnung, den Arbeitsplatz, die Freunde, die Hobbys, manchmal sogar die Frau. Wahre Treue kennt er nur im Fußball. Sein Verein bleibt für alle Zeiten sein Verein. Recht hat er. Für Fußballfans auf Pilgerfahrten ein schönes Präsent. --
Die Welt, 12. Dezember 2003Eine Ära geht zu Ende. Wenn die Borussia aus Mönchengladbach zu Saisonende ihrem Bökelberg für immer den Rücken kehrt, verliert der deutsche Fußball eines der letzten klassischen Fußballstadien. „Mythos Bökelberg“ befasst sich ausführlich mit der Geschichte des Stadions. Von den Anfängen
1919, als aus einer verlassenen Kiesgrube an der Bökelstraße das neue Fußballstadion der Borussia entstand, führt der Autor die Leser hin zum Bökelberg im Jahre 2003, einer alternden, aber stimmungsvollen Arena. Markus Aretz ist es dabei gelungen, die lange Geschichte des Stadions in jeder Epoche spannend wiederzugeben. Immer wieder reichert er die Kapitel mit tollen Bildern und netten Geschichtchen abseits des Platzes an und lässt die Geschichte der „Kull“ wieder lebendig werden. Doch der Mythos Bökelberg wäre nie entstanden, hätte die Borussia nicht so viele denkwürdige Spiele hier bestritten. Der Pfostenbruch beim Spiel gegen Bremen 1971, das legendäre 7:1 gegen Inter Mailand, das später wegen eines Büchsenwurfes anulliert wurde, Uwe Kamps vier gehaltene Strafstöße
im Pokalhalbfinale gegen Bayer Leverkusen 1992: Diese und noch viele andere
Spiele werden hier wieder zum Leben erweckt. Auch deshalb ist der „Mythos Bökelberg“ ein sehr gelungener Rückblick auf 85 Jahre Stadiongeschichte.
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11 Freunde:
Buch des Monats, Februar 2004Hier erfährt man alles über den Verein (auch über Trommler Manolo). Toll die historischen Fotos. --
Sport Bild, 2/2004Im Sommer 2004 wird eine der legendärsten Bühnen des deutschen Fußballs geschlossen: das Mönchengladbacher Stadion am Bökelberg. Auf 232 Seiten streift der Autor durch die fast 85-jährige Geschichte des Stadions, schildert unvergessliche Spiele und porträtiert auch Menschen, die jenseits des Rasens dort wirkten: die Stadionsprecher ebenso wie den bekanntesten Eismann oder den Trommler Manolo. Beiträge von Zuschauern belegen zudem die mystische Bedeutung, die das Stadion für die Fans hatte. Die Hommage an die Wirkungsstätte von Netzer,
Vogts, Kamps und Co. ist der passende Schlusspunkt für ein Buch, mit dem der Kultstätte Bökelberg ein wunderbares Denkmal gesetzt wird.
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Aachener Sportspiegel, Januar/Februar 2004