Nach zuletzt einigen Untersuchungen über John Ronald Reuel Tolkien und sein Werk hat der Verleger, Autor und Musiker Friedhelm Schneidewind dieser Tage ein neues Buch vorgelegt, das sich unter dem Titel "Mythos und phantastische Literatur" mit Topoi und Motiven aus alten Mythen verschiedener Kulturkreise befasst. Schneidewind möchte dem Leser damit ein Werkzeug an die Hand geben, das es ermöglichen soll, Themen, Symbole und Bilder, die in phantastischer Literatur auftauchen, zu ihren Ursprüngen zurück zu verfolgen und in Tiefe zu verstehen. So spricht er etwa über "Anderswelten, Himmel und Höllen", doziert über "Tiere, Misch- und Fabelwesen" und vergisst erfreulicherweise dabei auch nie, immer wieder Bezüge zur Literatur (natürlich unter anderem "Harry Potter" und "Herr der Ringe") herzustellen. Ein umfangreiches Register und eine Bibliographie, die manch geisteswissenschaftliche Habilitation schmücken würde, runden "Mythos und phantastische Literatur" ab. Erwähnenswert ist auch die grafische Gestaltung des Buches: Gekonnt eingeklinkte Bilder und Zeichnungen illustrieren die Kapitel.
Friedhelm Schneidewinds Buch ist ein "must" für alle, die sich auch nur annähernd für alte Mythen und Phantastik interessieren und bildet in diesem Bereich zusammen mit Frank Weinreichs "Fantasy. Einführung" (Essen: Oldib Verlag, 2007) ein unerreichtes und unerreichbares Pärchen.