Ob wir von Cameron jemals wieder einen richtigen Spielfilm zu sehen kriegen, ist wohl offen – doch wer will, kann sich das Gesamtwerk des Meisters nach der Lektüre dieses Buchs nochmal vornehmen. Der Herausgeber hat vor Jahren bereits ein Buch über David Lynch veröffentlicht, dessen Beiträge den inneren Zusammenhängen im Werk des Regisseurs nachspüren. Dies wird hier ebenfalls gemacht, allerdings kommt es auch zu einer Einzelvorstellung der Filme selbst. Dabei ist es erstaunlich, was die Autoren aus Streifen herausholen, die man selbst x-mal gesehen hat und von daher zu kennen glaubt. Vor einiger Zeit las ich in einer Filmzeitschrift, Cameron wäre ein Regisseur, der „wohl gern etwas kaputt macht“. Diese Sichtweise ist natürlich Quatsch, aber nach der Lektüre dieses Buchs erst recht nicht haltbar. Camerons Werk orientiert sich keineswegs allein am Kommerz, sondern folgt einer inneren Ordnung, um die sich bislang nur noch niemand so richtig gekümmert hat. Andererseits wird Cameron aber auch nicht „verkultet“ oder als ausgesprochener „Kunstfilmregisseur“ dargestellt. Im Gegenteil – die Autoren finden fast immer zu einer klaren Darstellung und schießen nie über das Ziel hinaus. Schön gemacht ist der Band auch noch. Fazit: Überraschend und empfehlenswert.