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Zehn Mythen der Krise (edition suhrkamp)
 
 
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Zehn Mythen der Krise (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Heiner Flassbeck
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 61 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (23. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518062204
  • ISBN-13: 978-3518062203
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.294 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Die in allgemeinverständlicher, auch für Nicht-Ökonomen nachvollziehbarer Sprache entworfenen Zusammenhänge zeigen, wie eine Reparatur des Systems aussehen könnte. Wer nach einer gut lesbaren Bedienungsanleitung in dieser Hinsicht sucht, wird in Flassbecks neuem Buch fündig.«

(Thorsten Hild wirtschaftundgesellschaft.de )

»Chefvolkswirt für Welthandelhandel und -entwicklung, Heiner Flassbeck, gelingt es in gerafft-klarer Sprache auf 61 Seiten die Zehn Mythen der Krise zu beleuchten.«

(kultur-punkt.ch )

»Die Stärke des Bändchens ist, dass es massenhaft Denkanstöße liefert, Diskussionsstoff. Denn vermutlich gibt es viele wahre Geschichten hinter den Mythen der Krise.«

(Dani Parthum NDR Info )

»Heiner Flassbeck behandelt in seinem Buch 10 Mythen, die er in glaubhafter und in sich schlüssiger Interpretation als verhängnisvolle Irrtümer beschreibt.«

(Leadership, WirtschaftsForum Für Führungskräfte )

Kurzbeschreibung

Die Turbulenzen um Banken, Staatsschulden und den Euro verwirren Politiker, Journalisten und Bürger – es hat den Anschein, als sei Hysterie ein Rohstoff der Kasinoökonomie. Dabei sind viele Mythen in Umlauf: Wird Deutschland zum Zahlmeister Europas? Leben wir wirklich über unsere Verhältnisse? Oder hat die Krise ganz andere, komplexere Ursachen? Heiner Flassbeck wirft einen anderen und provokanten Blick auf das ökonomische Desaster, das Europa derzeit in Atem hält.

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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nickname
Format:Taschenbuch
So hätte der Titel auch lauten können. Heiner Flassbeck räumt hier gründlich auf mit den in und von den Medien gern wiederholten Mythen über die immer noch andauernde und von den Banken selbstverschuldete Banken- und Finanzmarktkrise.

Flassbeck steht mit seiner Einschätzung nicht allein da, es gibt etliche Ökonomen von Rang, die die wirtschaftliche und politische Situation ähnlich sehen wie er. Das allein ist Grund genug, sich auch mit seinen Positionen zu beschäftigen.

Eine Wahrheit ist: die Banken prüften die Risiken der von ihnen vergebenen Kredite nicht, jeder andere Geschäftsmann muss jedoch für seine Geschäftsrisiken eintreten und haften; die Banken aber wurden und werden mit Abermilliarden an Steuergeldern aus ihren kriminellen Spekulationsgeschäften freigekauft und können deshalb sogar noch ihre Gewinne verwirklichen, auf unser aller Kosten. Darum werden wir zum Sparen gezwungen, was im Einzelhaushalt mit Verzicht erkauft wird, funktioniert in einer Volkswirtschaft jedoch gar nicht. Schließlich sind die Volkswirtschaften ja nicht mit einem Einzelhaushalt zu verwechseln. Kurzum: Was der Eine spart, kann der Andere nicht verdienen. Spart nun einer (der Staat) ganz massiv und zwingt so andere (die Bürger) auch zum Sparen, setzt man ganz schnell eine sich selbstverstärkende Abwärtsspirale in Gang. Das ist die Beschreibung der gegenwärtig vom Besitzbürgertum und ihrem Finanzkapital vertretenen und den Bürgern aufgezwungenen Aushungerungspolitik. Der Sinn des Ganzen erschließt sich nur, wenn man weiß, dass das Besitzbürgertum über diese Aushungerhungspolitik des Staates (Austeritätspolitik) seine eigenen Gewinne realisieren will. Ökonomie ist eben immer auch Herrschaftswissen und -mittel. Deshalb ist sie auch politisch.

Für die Journalisten und die Medien, welche die Mythen verbreiten, gilt immer noch Paul Sethes Erkenntnis:"... Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sie immer. ...".
Der Volksmund fasst das kürzer: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Man könnte nun meinen, das alles sei ja nur ein Meinungsstreit, leider ist das aber weit gefehlt, denn die Auswirkungen der durch die Mythen verkleisterten und ihnen zugrundeliegenden Entscheidungen sind harte Wirklichkeit für Millionen von Menschen: Arbeitslosigkeit, Hungerlöhne und Armut. Hier gilt Kurt Tucholskys Einsicht: "... Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech. ..."

Es gibt Leute, die sich dem deutschen Besitzbürgertum (ca. 100 Milliardäre und ca. 800.000 Vermögensmillionäre, Stand 2011) zugehörig wähnen und deshalb die rabiate Marktreligion (Neoliberalismus) vertreten; allein, wähnen kommt von Wahn.

Wie die Märkte zu kapitalistischen Märkten wurden, erlärte der Wirtschaftshistoriker Karl Polanyi The Great Transformation: Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft).

Wichtig ist dabei noch zu wissen: Das Gegenteil von Markt ist nicht der Staat sondern das private Monopol. Das erleben wir zurzeit, da der anachronistische Irrwitz aus den Zeiten des Feudalismus immer noch existiert: Die privaten Banken.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Logisch und klar 5. Februar 2012
Format:Taschenbuch
Heiner Flassbeck erklärt und entzaubert in diesem extrem kurzen und preiswerten Buch die wichtigsten "Mythen" der aktuellen Krise. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, aber man sollte auch wissen: Wer zu diesem Thema sonst die FAZ, ZEIT, Süddeutsche, Welt, Spiegel, Focus usw. liest wird sich die Augen reiben.
Der naheliegende Einwand ist natürlich, wie das sein kann, dass dieser Herr Flassbeck recht hat und 95% unserer Journalisten (und Politiker) daneben liegen. Das ist in der Tat unglaublich, aber wer sich auf die logische Argumentation von Heiner Flassbeck einlässt, kommt an den Punkt, dass er besser durchschaut, was an der Standardargumentation schief läuft.
Ein Beispiel: Kolja Rudzio (ZEIT, 26.1.2012) schreibt, die niedrigen deutschen Lohnkosten seien nicht der Grund für die deutschen Exportüberschüsse, sondern die Qualität der Produkte, die "hochwertigen Autos und Maschinen" seien der entscheidende Faktor für die bessere deutsche Wettbewerbsfähigkeit gewesen. Klingt erstmal logisch, aber bei Heiner Flassbeck sieht man in den Grafiken, dass es auf die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten ankommt, und die haben sich über alle Branchen zusammen seit über 10 Jahren extrem niedrig entwickelt, anders als in fast allen übrigen Euro-Ländern. Der entscheidende Punkt, den der ZEIT-Autor unterschlägt, ist: Wenn die Deutschen bei der Qualität und der Produktivität tatsächlich etwas leisten, dann muss sich das im Lohnwachstum entsprechend niederschlagen. Tut es das nicht (und alles, was die Politik seit Gerhard Schröders Agenda 2010 getan hat, setzt auf ein möglichst niedriges Wachstum der Löhne), unterbieten wir unsere europäischen Partner immer mehr und werden in unserer Wettbewerbsposition immer stärker. Zu glauben, das könne noch viele Jahre so weiter gehen, und die deutschen Handelspartner könnten mit beständig negativen Leistungsbilanzsalden ihre gesamtwirtschaftlichen Verbindlichkeiten gegenüber uns immer weiter erhöhen, ist aber naiv, und Heiner Flassbeck zeigt das auf.
Das Buch lohnt sich auch deshalb zu lesen, weil man ein paar Vorurteile abbauen kann: "Keynesianismus" zum Beispiel (so wie Heiner Flassbeck ihn versteht) ist kein Freibrief für sinnloses Geldverschwenden und Inflationsraten von mindestens 20%. Sondern es geht darum, den Unterschied zwischen einzelwirtschaftlichem und gesamtwirtschaftlichem Denken so zu verstehen, dass es für unsere Gesellschaft den meisten Nutzen bringt. Dazu braucht man nicht mehr als drei Dinge: Erstens alte und falsche Glaubenssätze ("Guthaben sind gut, Schulden sind schlecht") über Bord werfen, zweitens eine logische und keine ideologische Vorgehensweise und drittens ein klarer Blick auf die Zahlen und Fakten.
Und der klare Blick auf die Zahlen und Fakten sollte uns nicht zuletzt lehren, dass der bisherige politische Umgang mit der Krise uns tiefer in sie hinein geführt hat, statt zur Lösung beizutragen. Wir sind aktuell (Februar 2012) auf dem besten Weg, die Fehler von Heinrich Brüning in den 30er Jahren zu wiederholen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MacPaul
Format:Kindle Edition
"Wer einmal die Logik auf dem Altar der eigenen Ideologie geopfert hat, verliert damit auch die Urteilskraft, um den eigenen Untergang zu verhindern."

Dieses kurze Zitat auf Flassbecks Buch sagt alles aus über die gegenwärtige Situation in einem von einem übermächtigen Land dominierten Wirtschafts- und Währungsraum, welches in keinster Weise logisch oder Makropolitisch vernünftig handelt oder argumentiert, sondern nur - Hohepriestern des Wahnsinns gleichend, die jegliche Logik und Verstand einer Ideologie opfern (Ideologie: die Idee/Vorstellung steht vor der Logik bzw. biegt sich die Logik so zurecht, wie sie der Vorstellung entspricht) - idelogischen Glaubenssätzen, fernab jeder Vernunft, folgt und dabei nicht nur die Europäische Währungsunion, sondern auch die Wirtschaft in der EU an sich und in letzter Konsequenz auch im eigenen Land zu Grabe trägt. Was danach noch bleibt ist wie immer bei ideologischen Opfergängen der Altar selbst.

Flassbeck erklärt in zehn Kapiteln kurz und prägnant welche massiven, auf lange Sicht fatalen Fehler im Rahmen dieser Währungsunion gemacht wurden und noch werden, inwieweit Deutschland daran beteiligt ist, welche Methoden dabei verwendet werden, welche Mythen auf Basis dieser Ideologie entstanden sind und zu guter letzt welche unausweichlichen, fatalen Konsequenzen dies nur haben kann.

Dieses Buch veranschaulicht eindrucksvoll den (nahenden) Endpunkt einer im Westen seit drei Jahrzehnten grassierenden Ideologie des wirtschaftlichen Wahnsinns, wobei diese Ideologie - egal wie man sie nennen mag, Neoliberalismus, Marktradikalismus oder auch nur größter wirtschaftspolitischer Irrsinn aller Zeiten - angewandt in einer Währungsunion nur zu einem solchen Ergebnis führen kann, wie man es jetzt aktuell in der EU schon sieht, nämlich wirtschaftliche Austerität statt - wie vorgesehen und möglich - Prosperität.

Einen Stern Abzug nur dafür, dass Flassbeck nicht noch deutlicher auf die unausweichlichen Konsequenzen und Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Bevölkerung eingeht und die in Deutschland schon bestehende Situation, die - von der Politik herbei geführt - für die jetzige Malaise hauptverantwortlich ist, nur am Rande erwähnt statt sie noch deutlicher zu geißeln.
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Hervorragend Zusammenfassung des momentanen Dilemmas
Heiner Flassbeck gelingt es mit seinem Buch, in gut verständlicher Sprache und auf wenig Raum zusammenzufassen, warum die Finanzkrise, die mittlerweile von weiten Teilen der... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von K. Haas veröffentlicht
sehr informativ
Sehr gutes Buch über Krise und deren Hintergründe. Weitestgehenst versätndlich geschrieben und interessante und m.E. realistische Mythen! Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von orchidee400 veröffentlicht
Religionsunterricht
Für die Beurteilung dieses Buches reicht ein Zitat daraus: "Keynesianismus...ist notwendiges theoretisches Handwerkszeug zum Verstehen und Beherrschen jeder Art von... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Slide veröffentlicht
wenn unter den Blinden der Einäugige König ist...
... dann ist Heiner Flassbeck mit seinen ZWEI wachen Augen und seinem scharfen Blick für die komplexen Ursachen der aktuellen Krise ein wahrer Segen für die dringend... Lesen Sie weiter...
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