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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lesenswerte Sammlung von Papers,
Von
Rezension bezieht sich auf: Mythen der Krise: Einsprüche gegen falsche Lehren aus dem großen Crash (Broschiert)
Das Buch ist in 3 große Bereiche eingeteilt: Mythen der Krisenursachen, Krisendynamiken und Krisenlösungen. Jeder Bereich enthält mehrere Kapitel, die unabhängig voneinander gelesen werden können.Zuerst einmal sind die Quellenangaben vorbildlich. Die einzelnen Kapitel wirken zwar dadurch wie Paper, die an dieser Stelle veröffentlicht wurden, aber mir ist dieses Layout gerade recht. Dadurch, dass jedes Kapitel unabhängig vom anderen ist und die Quellenangaben hinter jedem Kapitel stehen, findet man sich nach der Lektüre schnell wieder hinein, wenn man mal ne Kleinigkeit nachlesen will. Folgende positive Aspekte sind mir inhaltlich aufgefallen: Ich finde die Motive gut erklärt, warum eine Expansion der Euro - Währung nach Osteuropa erfolgte und warum die westlichen Regierungen eine Stabilität der ursprünglichen Währungen in Form des Euros anstrebten. Ferne finde ich wichtig, dass erwähnt wurde, warum die Konjunkturprognosen zu optimistisch sind. Die Konjunkturpaktet waren kleiner, als von der Öffentlichkeit wahrgenommen (Seite 102), da zum Teil nur Garantien vergeben wurden, also gar nicht wirklich Geld geflossen ist. Auch das Kapitel über geschlechterspezifische Kriseneffekte fand ich aufschlussreich, da man sonst zu diesem Thema nicht so viel liest. Geschlechterspezifische Kriseneffekte treten auf, da Frauen häufig in "informellen Arbeitsverhältnissen" beschäftigt sind, zudem im Tourismus, Handel. Das sind alles Bereiche, die im Laufe der Krise Federn lassen mussten. In den Mainstreammedien liest man sonst nur über die Kriseneffekte auf die verarbeitende Industrie, in der zum großen Teil Männer beschäftigt sind. Auf Seite 70 wir erläutert, warum Protektionismus nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Fand ich ebenfalls sehr interessant. Auf Seite 80 wird das "Quantitative Easing" erklärt, wovon man so viel liest, aber worunter sich die meisten Menschen wohl nicht viel vorstellen können. Nun die negativen inhaltlichen Aspekte: Das Kapitel mit dem Zinsgeldsystem (Seite 38) verwirrt mich doch etwas. Zwar ist es einleuchtend, dass die Höhe der Zinsen nicht unbedingt eine Rolle spielt. Doch was wenn sie leicht negativ sind? Hier scheint mir die Argumentation sehr dünn. Es gibt diesbezüglich keine praktischen Erfahrungen und dennoch wird auf diese Möglichkeit nicht eingegangen. Das Problem in dem Zinsgeldsystem wird auf die fehlende Ausrichtung der Märkte auf die menschliche Wohlfahrt zurückgeführt. Ja sicher, aber die Realität ist viel komplexer als ein theoretisches Modell, aber das Zinsgeldsystem einfach so nicht in Frage zu stellen finde ich zu kurz gedacht. Wenigstens das Nennen einiger Alternativen hätte ich mir gewünscht. Es sollte doch um eine kritische Debatte über das Zinsgeldsystem gehen und nicht über die Höhe der Zinsen oder politische Motive. In einem Kapitel wird argumentiert, die US - Amerikanischen Haushalte hätten nicht die Kreditblase angeheizt. Was ist denn dann mit den vielen Zweithypotheken? Warum sollte man als Hausbesitzer überhaupt eine Zweithypothek aufnehmen, wenn man nicht gerade in außergewöhnlichen Zahlungsschwierigkeiten steckt? Sollte das Ziel nicht eigentlich sein, den Kredit für das Haus zurückzuzahlen? Und was ist mit dem Erwerb der Häuser als Spekulationsobjekte. Das machten auch viele Privatpersonen. Das sind zu großen Teil die, die sich sehr schnell für den "Walk Away" entscheiden. Auch wenn Untersuchungen zeigen, dass das Geld aus der Blase zum großen Teil nicht in den Konsum gegangen ist, wo ist es denn dann hingegangen? Soweit ich weiß ist die Sparquote noch negative. Wenn also nicht gespart und nicht in den Konsum gegangen, wo steckt das Geld jetzt? Die Sparmentalität der Deutschen wird kritisiert, was ja durchaus aktuelle Relevanz hat. Die Spareinlagen der Deutschen gehen dann in "sichere" Anleihen. Aber was ist z.B. mit den USA. Dort besitzen viel mehr Menschen und Institutionen Aktien. Die erzielen die Zinsen eben als Dividende. Und was bedeutet eine negative Sparquote? Das sind Kredite bei der Bank, also auch eine Art von Einlagen, aber eben negative. Die werden gebündelt und weiterverkauft. Zudem sitzen ein großer Teil der Spekulanten und Hedge - Fonds in den USA und in England. Die von ihnen erwirtschafteten Gewinne gehen zu gossen Teilen aus Wetten hervor und sind von einem zweifelhaften Nutzen für die Volkswirtschaften. Welche Strategie war nun besser oder schlechter? Wo sind die Alternativen? Mir fehlt auch der Aspekt, dass z.B. in Deutschland, aufgrund der stagnierenden Einkommen, das fehlende Einkommen als Kredite weitergegeben wurden. D.h. das Aufblähen des Bankensektors ging Hand in Hand mit der Entlastung der Industrie, zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung. Da hätte ich mir gewünscht mehr über Politik zu lesen. Also auch über die Verquickung zwischen Politik und Wirtschaft l wie in "Die Verblödete Republik" von Thomas Wieczorek. Ich hätte mir gewünscht etwas mehr über die Unterschiede in der Rechnungslegung der Unternehmen zwischen USA und Europa zu hören. Z.B. US - GAAP vs. HGB und dass US - GAAP erlaubt, noch nicht realisierte Gewinne als Gewinne zu verbuchen . Ich hätte mir mehr über die Bewertung zu Fair Value vs. Amortized Cost gewünscht. Und noch mehr über Bilanztricks. Das hätte die Erklärung geliefert, warum praktisch alle großen Banken weltweit technisch bankrott sind und wie das die Regierungen verschleiern. Fazit: Nun ja, im Endeffekt fand ich es ein sehr lesenswertes und gutes Buch, oder besser gesagt eine gute Ansammlung von Papers. Ich hätte gerne mehr davon gelesen, d.h. mir einen größeren Umfang des Buches gewünscht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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