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Mystik - der wahre Weg zu Gott?: Die Kontroverse um den Benediktinerpater und Zen-Lehrer Willigis Jäger
 
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Mystik - der wahre Weg zu Gott?: Die Kontroverse um den Benediktinerpater und Zen-Lehrer Willigis Jäger [Broschiert]

Hartmut Meesmann , Willigis Jäger , Ursula Baatz , Tiemo R. Peters , Franz J. Litsch , Helmut Etzold , Johannes Kopp , Klemens J. Speer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 158 Seiten
  • Verlag: Publik-Forum; Auflage: 1 (8. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3880952051
  • ISBN-13: 978-3880952058
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 399.809 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieses Buch dokumentiert die wichtige Debatte über die Positionen des Benediktinerpaters und Zen-Meisters Willigis Jäger, die in Publik-Forum geführt wurde. Hinzugekommen sind vertiefende Beiträge zur Klärung einzelner zentraler Fragen und ein Gespräch mit Willigis Jäger. Hinter der Auseinandersetzung steht die Frage, ob sich das Christentum der Zukunft aus den traditionellen kirchlichen Vorgaben wird lösen müssen, wenn es überleben will. Und ob der religionsübergreifende Weg, den Willigis Jäger vorschlägt und propagiert, wirklich überzeugend und zukunftsweisend ist.

Über den Autor

Die Autorinnen und Autoren Ursula Baatz, geboren 1951, ist Religionswissenschaftlerin und Redakteurin beim Österreichischen Rundfunk in Wien. Karl Baier, geboren 1954, ist Professor am Institut für Religionswissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Norbert Copray, geboren 1951, ist Philosoph, katholischer Theologe, Sozialwissenschaftler und Therapeut sowie Gründer und Geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung. Außerdem ist er Leiter des Instituts ctc – personal improvement für Coaching, Training und Counseling und ehrenamtlicher Gesellschafter und Herausgeber von Publik-Forum. Helmut Etzold ist Biologe. Er war bis zu seiner Pensionierung als Dozent am Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Gotthard Fuchs, geboren 1938, ist katholischer Priester und Theologe. Sein Spezialgebiet ist die christliche Mystik. Lange Jahre war er Referent für Kultur, Kirche und Wissenschaft im Bistum Limburg. Heute lebt er im Ruhestand. Willigis Jäger, geboren 1925, ist Benediktinerpater und Zen-Meister (Kyo-un Roshi). Er begründete die »Würzburger Schule der Kontemplation« sowie das »Zentrum für spirituelle Wege« Benediktushof in Holzkirchen/Unterfranken. Johannes Kopp, geboren 1927, ist Pallotinerpater und Zen-Meister. Er leitet im Bistum Essen das Programm der Zen-Kontemplation »Leben aus der Mitte«. Franz-Johannes Litsch, geboren 1945, ist Architekt, Mitarbeiter des Umweltbundesamtes und Vorstandsmitglied der Buddhistischen Akademie Berlin. Davor war er Mitglied im Rat der Deutschen Buddhistischen Union. Er stammt aus einer streng katholischen Familie, fühlt sich aber seit fünfzig Jahren mit dem Buddhismus verbunden. Hartmut Meesmann, geboren 1950, ist Journalist und katholischer Theologe, Leiter des Ressorts »Kirchen, Religionen und Theologie« der Zeitschrift Publik-Forum. Andreas Nehring, geboren 1957, ist evangelischer Professor für Religions- und Missionswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Tiemo Rainer Peters, geboren 1938, ist Mitglied des Dominikaner‧ordens, Autor und Seelsorger. Er lehrte bis zu seiner Pensionierung Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Christian M. Rutishauser, geboren 1965, ist Mitglied des Jesuitenordens und Leiter des Bildungshauses Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn/Schweiz. Jan Sedivy, geboren 1948 in der ehemaligen Tschechoslowakei, studierte Musik, Theologie und Philosophie und ist als Kontemplationslehrer in der Würzburger Schule der Kontemplation tätig. Michael Seitlinger, geboren 1966, ist katholischer Theologe sowie Supervisor und Coach. Klemens Speer, geboren 1949, ist Betriebswirt und Ingenieur, Gründungsmitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied im Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan sowie Ausbilder in »T’ai Chi Ch’uan und meditativer Energiearbeit«. Jürgen Werbick, geboren 1946, ist Professor für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von qilin
Das Buch hatte ich bestellt, weil vor langer Zeit P. Willigis einmal für einige Jahre mein Lehrer war und ich seinen weiteren Weg immer mit Interesse verfolgt habe, auch wenn ich einen etwas anderen gegangen bin. Und es hat sich als Glücksgriff erwiesen - es geht darin, anhand seines Weges und seiner Lehre und Ansichten, um den ganzen Komplex (ja nicht nur) seines 'religionsübergreifenden' Weges, sondern auch den des 'christlichen Zen' und des Zusammenhangs von Mystik und Ethik. Der Titel ist also durchaus gerechtfertigt - es geht nicht *nur* um den 'aufmüpfigen Benediktiner'... Trotzdem ist das Thema natürlich sehr speziell - wenn sich jemand *nur* für Christliche Mystik oder *nur* für Zen interessiert, dann ist das Buch eher am Rande interessant.
Den Grundstock bildet eine Reihe von Artikeln aus der Zeitschrift 'Publik-Forum' mit einigen dazugehörigen Leserbriefen - beginnend mit einer sehr kritischen Stellungnahme; die zweite Hälfte sind Beiträge von z.T. recht bekannten Fachleuten zu der Thematik, und ein Interview mit Willigis selbst. Sehr angenehm fand ich die Auswahl der Autoren; vorwiegend natürlich Christen - schließlich ist Publik-Forum ja eine christliche Zeitschrift - aber auch ein Vertreter der Buddhistischen Akademie Berlin, und mit sehr differenzierten und gut begründeten Meinungen, und dass diese unkommentiert stehengelassen wurden, sodass kein abschließendes 'Urteil' vorgegeben ist und sich JedeR unbeeinflusst eine persönliche Meinung bilden kann.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von B.Ehlert
Diesem Buch liegt eine kontroverse Debatte um den Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger in der kritischen christlichen Zeitschrift "Publik-Forum" zugrunde. Auslöser und Hintergrund dieser Debatte sind die revolutionären theologischen Aussagen Jägers, die nicht in altbekannter, dogmatischer Weise jeweils nur das eigene religiöse Verständnis für absolut sehen und damit alle anderen als falsch oder zumindest minderwertig, sondern die endlich die Gräben und Widersprüche im Zusammenhang mit der Religion zu einem wirklichen Frieden hin umfassend überwinden.
Das ist jedoch gerade mit dem herkömmlichen Selbstverständnis des Judentums, Christentums und Islams nicht vereinbar. Deren Religions- und Wahrheitsverständnis ist von einem dogmatischen Ausschließlichkeitscharakter geprägt, dessen Widersprüche sich bis heute auch im Zusammenleben der Menschen im sogenannten "Heiligen Land" zeigen. Jäger lehrt dagegen in der Verbindung von alten christlich-mystischen Traditionen, wie der des christlichen Mystikers, Theologen und Philosophen Meister Eckhart und der fernöstlichen Tradition des Zen, ein umfassend neues religiöses Verständnis, das alle Gottesbilder als bloße Mythen entlarvt und das darin historisch zu nennen ist. Jäger geht das allerdings nicht von einer intellektuellen Aufklärung her an, sein Hinausgehen über das Erzählbare, Vorstellbare und Bildhafte der Mythen betrifft letztlich auch das Intellektuelle allgemein und definiert darin, genau wie schon bei Eckhart und der antiken neuplatonischen Philosophie, das Mystische (was gerade bei Eckhart und der neuplatonischen Philosophie aber nicht heißt, dass das Intellektuelle dabei keine Rolle mehr spielt). Das Göttliche lässt sich in keiner Vorstellung und keinem Bild fassen, schon gar nicht in einer dogmatischen Weise. Dieser mystische Weg ist, was Ludwig Marcuse über Eckhart feststellte, "aufgeklärter als die Aufklärung". Darin überwindet Jäger das dogmatische (christliche) Gottesbild in aller Konsequenz, indem er die Personalität Gottes, das Gottmenschentum von Jesus ("Jesus war ein Mensch wie wir") und die Hoffnung auf eine personale Auferstehung nach dem Tod verneint.
Die personalen Gottesbilder dienen letztlich der Absolutsetzung und Vergöttlichung der menschlichen Personalität und sind darin für Jäger ein Ausdruck des menschlichen Egobewusstseins (Vgl. "Die Welle ist das Meer" 2007, S. 97-111). Bei Jäger geht es nicht um die elitäre Absolutsetzung der menschlichen Personalität im Gegenüber zu einem personalen Gott nach dieser Welt, sondern um den geistigen Vollzug eines einheitlichen, apersonalen göttlichen Urgrundes im Hier und Jetzt. Der personale Gott ist dazu nicht nur nicht mehr nötig, sondern sogar hinderlich. Der Mensch ist in diesem Verständnis genauso vergänglich wie jedes andere weltliche Sein auch, nach Jägers Worten wie eine "Welle im Meer". Diese tiefe Verbundenheit mit allem Sein statt eines anthropozentrischen Egoismus ergibt ein völlig neues Selbst- und Weltverständnis, das auch philosophisch eine grundlegende Wende vom Dualismus zum Monismus vollzieht.
Dieses religiöse Verständnis steht nicht mehr im Widerspruch zur modernen Naturwissenschaft, das gilt nach Jägers Aussage für die Quantenphysik, aber auch die Evolutionstheorie vermittelt nur auf andere Weise im Grunde dasselbe wie Jäger, nämlich dass alles Leben und Sein einer einheitlichen Wurzel entspringt und auf einer tieferen Ebene diese Einheit nie verlassen hat. Der religiöse Glaube steht hier zum ersten Mal nicht mehr im Widerspruch zu den objektiv wahren Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft und der aufgeklärten Philosophie und erweist sich darin selbst als objektiv wahr. Vor allem aber überwindet Jäger die tiefen Gräben und Widersprüche zu anderen Religionen, selbst zu so entfernten wie dem Buddhismus. Die Grenze zwischen wahr und falsch verläuft bei ihm nicht mehr zwischen den verschiedenen Religionen, sondern mitten durch alle Religionen, genauer gesagt zwischen Mystik und Dogmatik.
Auch für die Zukunft des modernen Menschen in der globalisierten Welt bietet Jäger im Gegensatz zur herkömmlichen Religion wirkliche Antworten und Auswege. Denn die momentane Entwicklung ist für Jäger von demselben tiefen Egozentrismus geprägt wie das ihr zugrundeliegende dogmatische religiöse Verständnis und Weltbild, in dem sich der Mensch von dem Schicksal der ihn umgebenden Welt und anderer Menschen existentiell abgehoben wähnt. Die momentane Entwicklung des Menschen ist daher für Jäger eine Sackgasse. Er plädiert für "eine vollkommen neue Sicht von Welt und Mensch", die an die Stelle "eines naiven Homozentrismus und Geozentrismus treten könnte" ("Das Leben endet nie", 2010 S. 32).

Diese umwälzenden und aufgeklärten Positionen und Problemlösungen, die Jäger bietet, fordern eigentlich eine intensive Debatte und Auseinandersetzung heraus. Doch bezeichnenderweise wird die dem Buch zugrundeliegende Debatte nicht von diesen problemlösenden Neuerungen bestimmt, sondern es geht darin um ein eher nebensächliches Thema: Da nach Jäger alle weltlichen Phänomene dem einheitlichen göttlichen Urgrund entstammen, gilt das natürlich auch für das Böse. Jäger wird aufgrund dieser Aussage vorgeworfen, dass er dadurch "Holocaust und Tsunami auf dieselbe Ebene stellt" und "Gut und Böse" nicht mehr zu unterscheiden vermag, so dass er sich von der Ethik verabschiedet hat und ihm die "spirituelle Reife" abgesprochen werden muss.
Auch darüber hinaus findet nur der Beitrag des Qigong-Lehrers Speer etwas Positives an Jägers Lehre, von christlicher Seite aus sind die Beiträge dagegen, bis auf den von Seitlinger, der die Differenzen nur in sprachlich bedingten Missverständnissen sieht, strikt ablehnend. Der ebenfalls zum Zen-Meister ernannte Pallotinerpater Kopp vertritt in seiner Zen-Darstellung den Gegenpol zu Jäger, indem er unbeeindruckt an den christlichen Dogmen festhält (der Schlusssatz seines Beitrages als Gebet für den Frieden in der Welt kann aber nur einen Frieden meinen, der in der umfassenden und endgültigen Verbreitung der eigenen Dogmatik besteht). In dem Buch wird dabei sogar wiederholt suggeriert, in der Debatte durch Peters und in den vertiefenden Beiträgen dann auch durch Baatz und Rutishauser, dass Jägers Lehre zu den schlimmsten Verbrechen führt, die heute vorstellbar sind, nämlich zu Totalitarismus und Holocaust. Rutishauser bringt die Jäger vorgeworfene fehlende Unterscheidung zwischen Gut und Böse direkt mit dem Antisemitischen in Verbindung.
Der die Debatte und das Buch bestimmende moralische Vorwurf an Jäger mit seinen abwegigen politischen Bezügen wird dabei allein über den verwendeten Begriff "Einheit" hergestellt. Also, da Jäger vom göttlichen Urgrund als Einheit spricht, ist dies den Kritikern nach mit den Gleichschaltungen und Vereinheitlichungen im Totalitarismus und seinen Folgen gleichzusetzen. So heißt es etwa in den vertiefenden Beiträgen bei Baatz: Wer in der buddhistischen Terminologie statt des Begriffes »Nicht-Zweiheit« den Begriff »Einheit« verwendet und zu sehr betont, "ordnet damit Mannigfaltigkeit und Diversität der »Einheit« unter" und "sät ungewollt Keime des Totalitarismus". Diese Logik ist genauso absurd als würde jemand, der von der "Flamme" einer Weihnachtskerze spricht, allein deswegen des Völkermordes verdächtigt, weil ja beim Holocaust die Opfer in "Flammen" umgekommen sind.
Es geht offenbar nur darum, irgendwie und fernab jeder sachlichen Begründbarkeit einen Bezug zwischen diesem neuen religiösen Verständnis und den bösesten Übeln der Menschheit herzustellen, um den Gegner auf emotional geprägte Weise zu diskriminieren. Hier zeigt der Dogmatismus sein eigentliches Wesen, denn es fehlt ihm naturgemäß die Fähigkeit zu einer geistigen, demokratischen, selbstkritischen, konstruktiven und sachlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung.
Der Vorwurf an Jäger, dass durch die Loslösung der Ursächlichkeit und der Unterscheidung zwischen "Gut und Böse" vom dogmatischen Göttlichen die Ethik verlorengeht und es zu den größten menschlichen Katastrophen kommt, ist zudem nicht nur falsch, sondern es verhält sich genau andersherum. Denn aus einer entmythologisierenden und evolutionären Sicht besteht das Böse aus nichts anderem als aus unangepassten Verhaltensweisen, die zu früheren Zeiten in der Entwicklung des Menschen einmal "gut" und angepasst waren. Erst durch die Kenntnis dieser eigentlichen, natürlichen Zusammenhänge werden die Probleme dann wirklich lösbar. In dieser Weise hat es schon einmal eine ähnliche Loslösung gegeben, nämlich die von dem früheren Glauben, dass Krankheiten Strafen Gottes seien (wie es manche etwa im Falle von Aids immer noch glauben). Auch hier hat die Loslösung der vermeintlichen Erklärung vom dogmatischen Göttlichen nicht dazu geführt, dass dadurch zwischen "Gesund und Krank" nicht mehr unterschieden werden kann, so dass es zu den größten vorstellbaren Seuchen kommt, sondern es trat genau das Gegenteil davon ein. Die großen früheren Seuchen und Krankheiten wurden durch Kenntnis der natürlichen Zusammenhänge mittels moderner Naturwissenschaft und Medizin endlich besiegt. Lesen Sie weiter... ›
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