10 Jahre ist es her, seit Clint Eastwood sich selbst mit Erbarmungslos ein Denkmal setzte. Für viele war damit der Zenit seines Schaffens erreicht und die Schauspielerlegende zementierte entgültig ihren Ruf als Regie-As, daß seinen Vorbildern Siegel und Leone ebenbürtig war.
10 Jahre hat es gedauert, bis Eastwood seinem Spätwestern einen würdigen Nachfolger liefern konnte, auch wenn in der Zwischenzeit einige recht solide Filme entstanden, die seine vielseitigen Talente unterstreichen (Eastwood komponiert auch Filmmusik).
Ein Mord, drei ehemalige Jugendfreunde, die völlig unterschiedliche Wege gegangen sind, und dunkle Geheimnisse, die in einer Kleinstadt lauern: dies sind die Zutaten für Mystic River. Und, als ob es nie anders gewesen wäre, erzählt Clint Eastwood seine düstere Geschichte einer (beinahe) totgeschwiegenen Vergangenheit dermaßen altmodisch, daß sich sogar das Warner Bros. Logo in scharz-weiß präsentiert.
Eastwood ist ein Regie-Meister alter Schule, der es ruhig und langsam angeht - eine längst vergessene Technik des Spannungsaufbaus. Er geht sachte mit seinen Schauspielern um, denn als solcher weiss er selber, wie wichtig eine gute Führung dieser ist. So bringen Sean Penn und Tim Robbins eine unvergleichliche darstellung, die einem eine solche Angst einjagt, daß man nicht mehr Opfer von Täter zu unterscheiden weiß. Sogar Lawrence Fishburne spielt mit einer gewissen Würde, die Matrix Revolutions schon wieder vergessen macht (hier zeigt sich übrigens, daß es von Vorteil ist, Drehbücher vorab zu lesen).
Nebenbei ist man angenehm überrascht, grosses amerikanisches Kino ohne teure Computereffekte und Bullet-Time-Effekten, dafür mit guten Darstellern und einer glaubhaften (und bööösen) Story gesehen zu haben.