Der Mystery Train fährt auf den Gleisen und ist ein paar mal im Film zu sehen. Der Titel hat nur nebensächlich mit dem Film zu tun.Es sind bei Jarmusch die Dinge, die nebenbei passieren oder unwichtig scheinen und die dann ungedeutet im Raum stehen bleiben.
Typisch für seine Entwicklung als Regisseur sind die Figuren und der Handlungsstrang. Am Ende der Episoden gibt es eine Verknüpfung, ein Pistolenschuss, was aber nicht sehr komplex aufgebaut ist. Negativ dazu wäre nach an zu merken, das die Dialoge des asiatischen Päärchens teilweise zu gewollt belanglos geraten sind, aber sich dennoch eines typischen Charmes, von Aussenseitern auf der Suche, bedienen.
Grandios sind die verfallen Gebäude und Weitsichten kurz vor Dunkelheit auf die Stadt. Vieles wiederholt sich scheinbar, aber nie ist es gleich. Die Schauspieler agieren langsam und kühl und sind scheinbar in ihrer eigenen Welt gefangen, nehmen aber trotzdem miteinander Kontakt auf. Der skurille Humor glänzt hier an allen Ecken. Jarmusch nimmt hier selber die Kunsthaftigkeit seiner Filme aufs Korn und es sind tatsächlich einige Brüller dabei. Man sollte den Film einfach auf sich wirken lassen und nicht zu intellektuell, noch zu oberflächlich heran gehen. Allein der Auftritt des letzten Trios, mit Steve Buscemi, ist faszinierendes Schauspiel mit leisen Tönen und unterdrückten Spannungen. Für Jarmuschfans ein Muss, für Kinoliebhaber sowieso.
Der Film fliesst dahin, manchmal langweilig, manchmal spannend, aber immer anders als die übliche Episodenfilme mit Aufschlüsselung am Ende. Die ist hier, wie bei allen Jarmuschfilme, nicht zu erwarten.