Ein irritierender, verstörender Brocken von einem Buch.
Johan Nilsen Nagel erscheint eines Tages in einem kleinen norwegischen Fischernest und quartiert sich im Hotel des Ortes ein. Was der knallgelbgekleidete Mann mit dem leeren Geigenkasten will, das weiss niemand im Dorf. Zuerst verteidigt er den Dorfkrüppel zum allgemeinen Unverständnis, dann hält er lange Reden über Bücher und Politik. Er wirbt um eine bereits vegebene und um eine alte Frau. Er stellt sie auch bloss. Immer wieder versucht er die Leute zu überzeugen. Aber niemand versteht ihn. Für die Menschen im Dorf ist und bleibt er ein Mysterium.Ein Rätsel.
Als Leser sind wir nicht nur Zeuge dieses eigenartigen Einbruchs in die gemächliche kleinbürgerliche Welt des Ortes, wir sind auch Zeuge der leisen und lauten inneren Monologe des einsamen modernen Menschen. Eindrücklich wird die Zerrissenheit, die Suche nach dem unmöglichen Glück geschildert. Was Edvard Munch zur gleichen Zeit gemalt hat, dass hat Hamsun mit diesem Buch gedichtet.
Eine verstörende, beeindruckende Lektüre.