Aus der Amazon.de-Redaktion
Sein Anzug ist gelb. Seine Herkunft unbekannt. In der Westentasche trägt er ein Fläschchen mit Blausäure. Warum er sich in dieser kleinen, norwegischen Küstenstadt niederläßt, weiß niemand. Wie lange er bleiben will, kann keiner sagen und wovon er lebt, bleibt unklar. In seinem Geigenkasten soll sich nichts weiter als schmutzige Wäsche befinden, und der Eisenring an seinem Finger scheint eine große Bedeutung zu besitzen. Er erzählt die seltsamsten Geschichten, und er bekommt Besuch von einer verschleierten Dame.
Während seines Aufenthalts in diesem ganz normalen Städtchen mit seinen ganz gewöhnlichen Bewohnern, taucht er die äußerst herkömmlichen Geschehnisse des Alltags in ein mysteriöses Licht. Vor seinem Auftauchen strotzt alles vor Lauterkeit und erst nach seinem Verschwinden kann dieser Zustand wieder hergestellt werden.
Der Romanheld Johan Nils Nagel ist ein wandelnder Widerspruch. Seine hoffnungslose Liebe zu Dagny gibt ihm phantastische Anekdoten ein, die erstaunen und bezaubern. Seine paradoxen Ambitionen verwirren.
Hamsun erzählt in seinem Roman die Geschichte einer herrlich hysterischen Persönlichkeit, deren verzerrte Sicht auf das Leben auf holprige Wege und in Sackgassen führt, wobei sich Weisheit, Dummheit, Tiefsinnigkeit und Narrerei gründlich vermischen und eine ungewöhnliche Story voller interessanter Eigenheiten und Überraschungen ergeben. --Daphne Großmann
Kurzbeschreibung
Ein starker Roman mit vielen autobiographischen Elementen
In der kleinen norwegischen Hafenstadt war Johan Nilsen Nagel vom ersten Tage an eine exotische Figur. Er war gekommen und geblieben, niemand wußte warum. Er trug knallgelbe Anzüge, schickte sich selbst Telegramme und hatte in seinem Hotelzimmer einen geheimnisvollen Geigenkasten, der dann doch nur schmutzige Wäsche enthielt. Aber nicht nur durch solche Äußerlichkeiten verblüfft und irritiert er die Einheimischen.
Dieser »Ausländer des Daseins«, wie er sich apostrophiert, verteidigt leidenschaftlich einen lahmen alten Mann, den er nie zuvor gesehen hat, betätigt sich zum Schein als Detektiv, spricht voller Engagement über Literatur, ist ein charmanter Unterhalter und setzt sich mit nervöser Souveränität über die Regeln des Kleinstadtlebens hinweg. Er wirbt um eine nicht mehr junge Frau und verliebt sich gleichzeitig in die schöne Tochter des Pfarrers. Und beide weisen ihn ab. Seine Handlungen, die undurchdringlich und geheimnisvoll sind, erwachsen aus dem mystischen Gefühl des Sicheinswissens mit der Natur.
Man hat diesen Roman, der viele autobiographische Elemente enthält, einen »Schneesturm von unbändiger Kraft« genannt.