Der Mythos von Myrrha, erzählt bei Ovid, berichtet von der Königstochter, die sich in ihren eigenen Vater verliebt und diesen unerkannt im Schutz der Nacht verführt. Zur Strafe wird sie in einen Baum verwandelt, die Myrrhe.
Aber nicht um diese Myrrha geht es Angela Dopfer-Werner in ihrem Roman, sie erzählt die Geschichte der Heiligen Afra von Augsburg, deren Weg Myrrha von der cyprischen Königstochter über die römische Venusdienerin bis zur christlichen Märtyrerin führt.
Angela Dopfer-Werner erzählt nicht nur eine Geschichte, sie versetzt sich in einen Menschen, der bereit ist, für seinen christlichen Glauben jedes Opfer auf sich zu nehmen und erforscht dessen Beweggründe.
Die Autorin setzt sich auseinander mit den Motiven, die die frühen Christen bewegt haben, ihren alten Götterkulten den Rücken zu kehren und sich dem neuen Glauben des Jesus von Nazareth zuzuwenden.
Dieser minutiös recherchierte und unglaublich spannende Roman ist weit entfernt von den historischen Phantastereien, die in den letzten Jahren den Buchmarkt überschwemmt haben.
Nicht die Historie ist der eigentliche Hintergrund der Erzählung, viel wichtiger sind Schicksal und Beweggründe der handelnden Personen, die wie in jedem guten Roman über das Persönliche hinausweisen auf den universellen Charakter der menschlichen Gestalt.