Kein Krimi, sondern eine langatmige, detail- wie selbstverliebte Lebensschilderung einer frustierten, letztlich nervenkranken Lehrerin. Verkorkste Beziehung, psychologisierende Freundinnen und nahezu vollkommene Isolation auf einem Bauernhof - die Erzählerin könnte einem leidtun, wenn sie einem diese Aufgabe nicht in fast jedem Satz selbst abnähme. Nichts ist zu banal, nichts zu abgedroschen, um nicht Erwähnung zu finden. Nach einer durchgehenden Handlung, geschweige denn einem Spannungsbogen, sucht man vergebens. Was bleibt, sind Alltagsschilderungen, durchbrochen von haarsträubender, mitunter unfreiwillig erheiternder Melodramatik: man wundert sich über die Hilflosigkeit und Hysterie, mit der die Erzählerin reagiert, ist sie endlich gezwungen, den eigenen Problemen ins Auge zu sehen. Anfang vierzig, besitzt sie die emotionale Reife und Abgeklärtheit eines heulsusigen Teenagers. Das ist, über 500 Seiten verteilt, weniger unterhaltsam als ärgerlich. Mit Sicherheit hatte die Niederschrift dieses offensichtlich autobiographischen "Romans" für die Autorin therapeutische Wirkung. Fremden dürfte die aufgezwungene Intimität (schon die ersten Sätze beschreiben blut- und schmerzselig die Fehlgeburt des ersehnten Wunschkindes) aber schon nach wenigen Seiten zuviel werden - es sei denn, dies ist genau, wonach sie voyeurhaft suchen.