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Moviemans Kommentar zur DVD: Eine durchwachsene DVD, deren Bild unausgegoren ist und deren Ton kräftiger entwickelt sein könnte. Der Großteil des Bonusmaterials ist sehr unterhaltsam.
Bild: Der Film ist eine Low-Budget-Produktion und sieht auch dementsprechend aus. Das heißt, dass die Farben zwar nett sind, aber manchmal etwas überzogen erscheinen. Rauschen ist durchgehend vorhanden, fällt aber vor allem bei Szenen in Dunkelheit auf (00:06:06). Dumm nur, dass der Großteil des Films in der Nacht spielt. Die Kompression ist mau ausgefallen. Schon in den ersten Sekunden hat man starke Artefaktbildung (Fenster bei 00:00:41). Später fallen dann auch noch des öfteren Fälle von Blockrauschen auf (00:09:40). Der Kontrast könnte besser tariert sein. Bei Tagszenen neigt er zum Überstrahlen (Gesichter bei 00:29:01).
Ton: Der Ton ist einigermaßen gut ausbalanciert. Die Dialoge sind klar zu verstehen, wobei sie im Deutschen viel zu aufgesetzt wirken. Der Sprecher für Bruce Campbell bekleckert sich nicht für Ruhm. Schon alleine deswegen ist das Original zu empfehlen, aber auch in Sachen Direktionalität und Effekteinsatz hat der englische Ton die Nase vorne. Es gibt Momente guter räumlicher Darstellung, doch abseits von Action bleibt der Sound frontal zentriert.
Extras: Das Bonusmaterial ist unterhaltsam ausgefallen. Und teils auch witziger als der Film selbst. Der Audiokommentar mit Bruce Campbell und Produzent Mike Richardson ist lebendig und amüsant - so wie man es von den Campbellschen Audiokommentaren gewohnt ist. Das Making Of geht eine Stunde und schafft es nicht nur, das Projekt von der Genese bis zur Veröffentlichung abzudecken, sondern hat auch ein paar nette Gags an Bord. Die Kleinigkeiten um Kif Sanborn und Campbell selbst sind kurz und irgendwie nett, aber man hat das Gefühl, einen In-Joke zu sehen, den man nur versteht, wenn man zu den Eingeweihten gehört. Sehr schräg ist der Trailer zu "Cavealien 2" und das Making Of zu diesem Fake-Film. Das Ergebnis ist total irre (und erinnert vom Schwachsinnsfaktor an Campbells echten Film "Alien Apocalypse"). --movieman.de
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Dabei lässt er kein gutes Haar an sich und seinem Schaffen. Viele seiner erfolgreichen, aber auch weniger erfolgreichen Filme werden zitiert oder erwähnt. Der Film quillt dabei nur so über vor Referenzen, und richtet sich damit an eine nicht unbedingt kleine Anzahl an Filmfreunden: Den Fans von Bruce Campbell! Für diese ist der Film eine wahre Wonne, denn bei der Masse an versteckten Anspielungen ist es schon eine Aufgabe alle zu entdecken, zu identizieren und einzuordnen. Dabei geht Campbell nicht zimperlich mit sich selbst um, sondern zeichnet sich selbst als zynischen, abgebrannten und versoffenen Schauspieler, der nicht nur beruflich auf keinen grünen Zweig kommt, sondern auch privat viele Probleme hat und zudem auch seine Fans nicht gerade gut behandelt. Gerade Szenen, die dies thematisieren machen dem Fan Spaß und belegen deutlich, dass sich Bruce Campbell nicht allzu ernst nimmt und einen ausgeprägten Sinn für Humor hat.
Verpackt wird dieses selbstreferenzielle Konstrukt in eine Story, die an Filme wie "Drei Amigos" oder "Galaxy Quest" gemahnt, und ist also eigentlich nicht originell. Eine Kleinstadt wird von einem chinesischen Dämon terrorisiert, der mit Vorliebe die Köpfe der Einwohner abtrennt. Ein glühender Bruce Campbell-Fanatiker entführt kurzerhand seinen großen Helden, damit dieser sich dem Dämon stellt. Bruce, ganz arrogant, nimmt die Bedrohung nicht ernst, sondern denkt, dass er einen Auftritt hat. Als er dann merkt, dass mit dem Dämon nicht zu spaßen ist, nimmt der "Held" schnell reißaus...
Auch wenn die Story nicht originell ist und auch die eingeflochtene Liebesgeschichte nicht Pulitzer-verdächtig ist, wirkt der Film jederzeit frisch und zu keiner Zeit langweilig. Dies liegt ganz klar an der One-Man-Show von Mr. Campbell, der immer noch genauso witzig ist, wie zu besten "Evil Dead 2" oder "Armee der Finsternis"-Zeiten. Doch auch die anderen Darsteller wirken frisch, gut und unverbraucht. Ein gutes Beispiel ist dabei die bezaubernde Grace Thorsen, die nicht nur Bruce Campbell um den Finger wickelt, sondern mit ihrer natürlichen Aura auch den Zuschauer verführt.
So ist "My name is Bruce" ein rundum rundes, wie ungewöhnliches Filmvergnügen mit einem gut aufgelegten Hauptdarsteller, einer erfrischenden Besetzung und guten Special Effects. Fanboys sollten sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen, denn mehr Bruce Campbell geht einfach nicht. Dass sich diese Ikone des B-Filmes auch auf den Arm nehmen kann und dabei viele selbstironische Seitenblicke zulässt, ist dabei das Sahnehäubchen, das aus einem guten Film einen sehr guten macht. So entstand nach "Bubba Ho-Tep" ein weiterer Volltreffer mit Mr. Campbell. Man fragt sich, warum Mainstream-Hollywood nicht öfter auf die Qualitäten von Bruce Campbell zurückgreift, der nach seiner Trademark-Rolle als Ash aus den "Evil Dead"-Filmen auf billige Horror-/Trashfilme festgelegt wurde und doch so viel mehr kann. Vielleicht erbarmt sich Sam Raimi ja noch mal und versteckt seinen guten Freund nicht in winzigen (wie köstlichen) Nebenrollen seiner "Spider-Man"-Filme sondern zimmert ihm die große Bühne, die ihm eigentlich zusteht. Diesem witzigen, wie talentierten Menschen wäre es eigentlich zu wünschen!
--- Snake Plissken