Lieferumfang
- 1 graue Bentobox, zweistöckig. Der untere Teil und und der pinkrote, mit einem Deckel wasserdicht verschließbare Einsatz sind mikrowellengeeignet. Die gesamte Box kann in die Spülmaschine oder die Gefriertruhe gelegt werden, allerdings ist sie nicht backofengeeignet. Die neutrale Farbe macht sie auch für Erwachsene geeignet, die Größe ist für diese aber eher knapp bemessen (600ml, je 300 je Stock)
- 1 Reisformer aus Plastik mit drei 6x3cm rechteckigen Nigiri-Formen
- 1 Eierformer (Stern) aus Plastik, dessen Verschlüsse leider nicht sonderlich stabil sind - sie geben schon bei zweimaligem Probeschließen nach. Ist aber nicht weiter schlimm, da die Form auch durch Platzierung unter einem schweren Gegenstand geschlossen bleiben kann.
- Löffel und Gabel aus grauem Plastik, leider keine Stäbchen
- 3 Enten- und 5 Fischsoßenspender (letztere sind leider genau die, die man auch in Fertig-Sushi-Packungen findet)
- 10 Foodpicks, zwei gelbe, vier rote, vier grüne, in Enten- und Robbenform
- schwarzes Elastikband zum Verschließen der Bentobox
- Ausstechform Stern aus Metall, leider in (für die Größe der Box) überdimensionaler Plätzchen-Größe
- Lieferbox
- und das Buch "Mes petits bento - sains et gourmands" von Laure Kié
Zum Buch
- Format ca. 20x22cm, 73 Seiten, Hardcover, vollfarbig, komplett auf Französisch
- Sehr schön aufgemacht, die im ersten Teil des Buch vorgestellten Accessoires sind auf viertelseitigen Fotos und jedes Bento ist ganzseitig abgebildet, mit klaren, meist grafisch-arrangierten, neutralen (meist weiß) Hintergründen - im Gegensatz zu anderen Bento-Bücher wirken die Fotos eher ästhetisch-kühl-modern
- Auf der rechten Seite findet sich das Bento, links die Seite mit den kurz gefassten Rezepten und einer schematischen Darstellung, die die Identifizierung der einzelnen Bento-Bestandteile erleichtert
- Eine interessante Anregung des Buches ist es, nicht nur normale Bento-Boxen oder Tupperdosen zu verwenden, sondern auch runde Camembert-Holzschachteln, hübsche Süßigkeitenverpackungen, niedrige Blechdosen, chinesische Dampfkochkörbe etc. in die dann wasserdichte Behälter gestellt werden oder die mit Papier, Stoff, resistenteren Materialien etc. ausgeschlagen werden. Diese kreative Vielfalt der Präsentation wird in den Fotos umgesetzt.
- Der kawaii und kyara-ben-Faktor ist sehr niedrig im Vergleich zu anderen im Westen verfassten Büchern wie "Yum-Yum Bento Box", "Kawaii Bento-Boxes", "501 Unique Recipes" oder "Hawaii's Bento Cookbook", die sich vor allem an Mütter richten, die ihren Kindern gutes Essen mitgeben wollen. Das Buch hat ein gänzlich anderes Zielpublikum, nämlich Erwachsene, die sich gesund ernähren wollen (siehe Einleitung).
- Ein weiterer Unterschied zu den bereits erwähnten Bücher ist der Verzicht auf künstliche Lebensmittelfarben, Formfleisch (Spam) und übermäßig viele Formen aus proteinreichen Lebensmitteln wie Käse und Schinken und Eier. Stattdessen werden bei einigen wenigen Rezepten explizit hochwertigere Produkte wie Bio-Lebensmittel oder Bestandteile einer "genuß-orientierten" Küche(z.B. Fleur de Sel, frisch gemahlene Pfefferkörner, frisch gemörserte Kräuter) empfohlen
- Leider verstoßen viele der abgebildeten Bentos gegen die "Dicht-Packen"-Bento-Maxime, wahrscheinlich wurde hier die Praktikabilität (je dichter, desto transportsicherer der Inhalt) der Ästhetik geopfert
- Die Portionen sind auf zwei kleine Bentos ausgelegt
- Die Rezepte sind ein guter Mix aus japanischen Standards wie Wakame-Gurken-Salat, Yakitori, Nigiri und französischen Gerichten wie Quiche, Mini-Zitronentarteletts und Blätterteig-Kreationen. Dazu kommen Fusionen wie Sake-Rübli-Gemüse, Sesam-Birnen-Crumble und Wasabi-Guacamole (?!)
- Wie die erste Rezensentin bemerkt, ist die Zusammenstellung nicht "Original-Japanisch", sondern clever europäisiert: Jedes Bento hat wenigstens einen süßen Bestandteil
- Der Schwerpunkt liegt nicht ausschließlich auf Reis in allen Formen, jedes Bento hat mindestens drei verschiedene Rezepte!
Kritikpunkte
- Insgesamt ist das Nachkochen sehr leicht, leider sind gerade die Basis-Rezepte (Dashi und vor allem das japanische Omelette) sehr knapp gehalten, hier hätte eine bebilderte kinderleichte Anleitung wie in anderen Japan-Koch-Büchern gut getan. Aber dafür gibt es ja das Internet...
- Einige Rezepte sind eher seltsam, vor allem die Verwendung von Agar-Agar, um alles mögliche zu gelieren... Festes Salatsoßen-Gelee statt flüssiger Soße im Minibehälter zum Drübergeben? Nicht wirklich zielführend.
- Kein Stichwortverzeichnis und die Titel der Bentos im Inhaltsverzeichnis sind leider nicht hilfreich
- Kein Glossar japanischer Lebensmittel (und möglicher westlicher Alternativen)
- Keine Zeitangaben für die Zubereitung, keine Kalorienangaben
- Keine Hinweise auf zwei weitere Bento-Regeln. Diese werden zwar definitiv umgesetzt, aber weder erklärt noch überhaupt erwähnt: Erstens die Vielfarbigkeit (mehrere Farben, um das Auge anzusprechen und gesünder zu essen) und zweitens die Textur (unterschiedliche Zubereitungsarten, um unterschiedliche Geschmackserlebnisse zu haben, also gebraten, überbacken gedünstet, roh, eingelegt, mit Soße, trocken...)
Fazit:
Was für das Buch spricht, sind die großartigen Fotos, die Vielfalt der Rezeptideen und vor allem das Preis-Leistungsverhältnis.
Definitiv empfehlenswert! Das Buch macht Lust, sofort mit dem Nachkochen anzufangen.