Gelungen! Das neue Album von Mark Medlock besteht aus mehr oder weniger bekannten Soul-Balladen jener Art, die ihn einmal berühmt machten. Es steht ihm nach wie vor ganz ausgezeichnet.
Nach einigen für mich echt fragwürdigen Alben (ich hab es versucht) vom oberpeinlichen niemals-abtreten-wollenden RTL-Liebling Dieter, bei denen zumindest die Single-Hits noch irgendwie für ein paar Leute/Fans gut machbar, zumindest verkaufsträchtig, waren, ist es jetzt für mich zumindest noch nicht zu spät, dieses tolle Album hier zu mögen. Ich ziehe fast jeden (nur) gecoverten Titel dem bisherigen Kram überwiegend deutlich vor, auch wenn ich nicht alles und jeden degradieren will, der von der alten Musik auch oder sogar mehr begeistert war - ich spreche hier nur für mich. Nur weil es bisher nicht mein Geschmack war (gelinde ausgedrückt), will ich seine bisher erfolgreiche Zeit nicht schmälern.
Mark schafft es hier tatsächlich, (mein heiliges) "Summertime" gefällig zu interpretieren (zumindest in der Nicht-Remix-Version), dem abgedudelten "Boogie down" wieder etwas Pfeffer zu verleihen und auch "Change the world" darf sich so vermedlocked gerne hören lassen. Das Album klingt abwechselungsreich und kernig und auch wenn einige dieser Songs schon tausend Mal weltweit vertont wurden, so ist es für Mark ein wichtiger Schritt - weg von den oberdumpfsinnigen Schallalie-Cds mit bunter Tropentapete und unterirdischen Englisch-Texten, hin zu etwas Machbarem, dass seiner wirklichen Stärke entspricht - der Stimme.
Das nächste Album sollte unbedingt noch besser werden, mit neuen, eigenen Titeln und einem Produzententeam, das seiner würdig ist. Ein Album mit echter individueller Tiefe, dass die Person Medlock fordert und der Stimme noch viel mehr Spielraum gibt. Vielleicht erleben wir das noch? Vielleicht ist es zu spät!
Wir haben so tolle Casting-Gewinner(Innen), auch Zweit- oder Drittplazierte - sie sollten nicht an den offensichtlichen Egotrips einer TV-Sender-Mafia, bzw. dem Größenwahn eines selbsternannten Produzentengurus bei der Allgemeinheit und den Radiostationen aufgrund schlechter Produkte scheitern. Welch bedauerliche Verschwendung! Dass Deutschland übrigens generell, gerade auch seine talentierten Castingstars sehr schlecht pflegt, sieht man aber auch an Edita, Daniel Schuhmacher und Co. - im Ausland ist das komplett anders. Wir haben bereits so viele "Voices of Germany", aber suchen ständig Neue, anstatt die Gefundenen zu fördern. Das Ziel scheint nur die Show, nie der gefundene Star.
Dieses Album ist jedenfalls gut durchzuhören und macht Spaß, wenn auch vorrangig aufgrund der besonderen Stimme von Mark.