Einfach wunderbar, dieser zweite Teil von Jan Voglers persönlichen Favoriten unter den Cello-Kompositionen! Zusammen mit seinen langjährigen musikalischen Partnern, den Dresdner Kapellsolisten unter Helmut Branny, spielt er hier eine neue Auswahl an eigenen Lieblingsstücken ein. So kann es geschehen, dass neben Camille Saint-Saëns' Klassiker 'Der Schwan' Ástor Piazzollas (zumindest mir vorher nicht bekanntes) ungleich moderneres 'Oblivion' steht.
Ein inniges Vibrato gerade in den tiefen Lagen und dennoch kein kitschiges Ritardando zustande zu bringen, gelingt Jan Vogler besonders bei Faurés 'Elegie für Cello und Klavier' (bzw. in diesem Falle mit Orchester). Die Töne entströmen so weich und wunderbar dem 1721 gebauten Montagnana-Cello, dass es eine Freude ist, zuzuhören! Da wurde einem nicht zu viel versprochen, was die Virtuosität des Interpreten sowie dessen Auswahl der Stücke angeht. Nehmen wir z.B. Rimski-Korsakows 'Hummelflug', die Herausforderung schlechthin für jeden Cellisten: da ist jeder einzelne Ton exakt getroffen und fügt sich doch in ein Ganzes, in ein authentisches 'Hummel-Gesumm' mit den ebenfalls glänzend spielenden Dresdner Kapellsolisten ein. Der Hörer wird dabei auch nicht mit zu hohem Tempo gequält, wie es bei manch anderem Cellisten schon vorkam.
Vogler kann uns also immer wieder überraschen mit seinem musikalischen Können und seinem Fingerspitzengefühl, wenn es darum geht, die passenden Werke für eine CD auszuwählen. Hut ab!