Ein erster kritischer Blick auf das Cover: "Ohoh, hoffentlich ist das Album nicht so glitzernd, kitschig, schillernd wie die Anzüge die die Fishbones da anhaben." Aber zum Glück wird dieser Zweifel mit den ersten 3 Akkorden des Openers "Bum" in die ewigen Jagdgründe geschickt. "Bum" ist ein Gitarrensong den man unter 1000en wieder erkennen würde. Ein Song der so luftig, fluffig dahergeschlendert kommt wie ein Softeis. Cool, erfrischend und sommerlich. Die Bananafishbones haben sich wieder einmal selbst übertroffen und konzentrieren sich auf das was sie können - eingängige Melodien die man einfach lieben muss. Doch nach "Bum" ist vorerst einmal Schluss mit lustig, denn es ist Zeit für "Stripped". Ein Space-Psycho-Rock Song der wiedereinmal direkt durch einen umwerfenden Refrain ins Ohr geht. Und zwar ohne Umwege. Als dritter Song folgt dann die (ürsprünglich geplante) Singleauskopplung "Glam". Vielleicht kommt jetzt das glamouröse Coverfoto doch noch in der Musik zur Geltung? Dazu kommt jetzt ein "Ja" und ein "Nein", denn Glam strotzt vor einer schillernden Melodie die ganz klar zu den eingängigsten des Albums gehört. Man könnte fast meinen da hätten Blur oder Oasis an den Knöpfchen gedreht, denn der Begriff Brit-Pop würde bei diesem Lied sofort zutreffen. Leider wurde der Song nicht als Single veröffentlicht, da die Plattenfirma im letzten Moment abgesprungen ist. Nach einer für die Fishbones typischen, und immer wieder genialen New-Country-Einlage namens "Croco Tears", geht es in den nächten Stücken "Harm", "Light Breeze", "Lago di Bolensa" und "October" sehr ruhig her. Zum allerersten mal in der Bandgeschichte ergreift hier unter anderem auch Gitarrist Peter Horn das Mikrofon und gibt den Songs die Melancholie die sie brauchen um aus dieser CD einen Regenbogen zu machen. "Harm" gehört seit ich es gehört haben zu meinen ewigen Top-Melancholie-Songs. Nach dem eher ruhig und nachdenklich ausgefallenen Teil des Albums folgt nun der Part in dem einfach nur der Spaß zählt. Das sagt einem auch der Liedtitel "Happiness" der einem sofort ein Schmunzeln auf die Lippen bringt, denn so etwas bekommt man selten aufs Ohr. Elektro-Pop in Alternative-Form. Die wohl krachendste und auch abgefahrenste Nummer der CD ist mit Abstand "Guineapix". Die ultimative Mischung aus Metal, Elektro und Marschmusik. Und dazu ein wirklich abgefahrener Text über einen Meerschweinchen-killenden Professor. Nach den Meerschweinchen kommt das Trash-Polka-Stück "Leprosy" welches wirklich in die Hüften geht. Zwei schnelle Songteile, und ein in der Mitte langsamer geben diesem Song das gewisse etwas das nur die Bananafishbones in dieser Reinform formieren können. Das letzte Highlight ist ganz klar "Bunnies and Crows". Wieder ein ruhiger melodisch-melancholischer Song, mit großartigem Einsatz von Klavier und Streichern. Ein Lied das einem die Tränensäcke füllen lässt.
"I can't believe that these are words that I said
I don't believe what I said
it's no relieve to fight the sighs in my head
I'm not proud..."
Die letzten beiden Stücke des Albums sind BFB-typisch verschickt und abschließend. "Dark Clouds" endet - wie könnte es anders sein - in einem Soundgewitter, und der Hidden Track ist eine übersteuerte Trash-Country-Nummer. Jedoch haben beide wieder diese Melodie bei der man einfach sagt "Cool, von wem ist das?" Die Bananafishbones sind immer noch eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musiklandschaft. Es gibt für sie ein Leben nach "Come to sin" und "Easy day" - und zwar eins das sich hinter keinem mehr verstecken kann. In Schubladen kann man sie nicht stecken. Denn sie sind wie ein schillernder Regenbogen. Also hat es doch was mit dem Cover auf sich.......