Paul Laverty schreibt seine Drehbücher nie im stillen Kämmerlein. Fü diesen Film trieb er sich mehrere Monate in den ärmeren Gegenden Glasgows herum, beobachtete Leute, befragte sie und hörte sich ihre Biographien an. Er traf Sozialarbeiter, Drogenabhängige und Prostituierte. Mit seinem Film wollte er zeigen, daß das Milieu der Dickens- und Zolaomane noch immer existiert, in modernem Gewand.
My Name is Jo läßt nichts aus, was am Rande, oder besser mitten in der Gesellschaft passiert.
Der trockene Alkoholiker Joe hilft einem Freund gegen einen Dealer, gerät dabei selber auf Abwege und riskiert seine Liebe zur Sozialarbeiterin Sarah.
Regisseur Ken Loach engagierte Berater, die den Absprung aus der Drogenszene gerade so geschafft hatten und den Darstellern beibrachten, wieman etwa die Nadel richtig benutzt. Dabei traten neben Schauspielprofis auch Laien auf....
Ken Loach macht seit 30 Jahren engagiertes Kino und gehört zu den bedeutenden Filmschaffenden seines Landes. Er kokettiert hier nicht mit dem tristen Milieu. Er betont die Ausweglosigkeit des Lebens seiner Helden, die vorallem durch soziale Verhältnisse bedingt ist.
Aber es gibt auch Momente der Hoffnung, die sich aus der Solidarität derSchwachen nährt, ihre Freundschaft und Liebe und nicht zuletzt ihre Zuversicht..