Das ist der Running Gag aus My name ist Bruce. Und ansonten? Egal, ob ein Rentner-Homopärchen sich neckisch unterhält, oder ein chinesischer Kriegsgott den Menschen reihenweise die Köpfe abschlägt; Bruce Campbell, den B-Movie-Darsteller schlechthin, im richtigen Leben so wie in diesem Film, bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Außer vielleicht: Seine Ex-Frau, sein mieser Köter, der schmierige Agent, der Umstand, dass man ihn gefeuert hat, leere Flaschen im Wohnwagen, und...und...und.
Es ist schon herrlich schräg, was Hauptdarsteller und Regisseur Bruce Campbell uns da zumutet. Für Freunde trashigen B-Movie-Horrors ist der Streifen eine Fundgrube von kultigen Versatzstücken aus einem Meer voller Slasher-Streifen. Der Film-Normalo wird eher entsetzt und verwundert vor dem Bildschirm sitzen, wenn Campbell über die Leinwand rauscht. Das Ganze mit dem Charme eines Videodrehs und der Idylle eines B-Movies, wie er im Buche steht. Ob gewollt oder nicht, das ist in jedem Falle kultverdächtig.
In dem kleinen Kuhkaff Goldlick erwecken Teenager durch Zufall den chinesischen Kriegsgott Guan-Di zum Leben. Der ist ziemlich blutdürstig und fordert schnell ein paar Köpfe ein. Jeff(Taylor Sharpe), der für den Budenzauber verantwortlich ist, weiß nur eine Möglichkeit, den Spuk zu beenden. Sein Lieblingsschauspieler Bruce Campbell muss kommen und den Kriegsgott ausschalten. Bruce ist Jeffs Held, er verehrt ihn wie einen Gott. Als er Bruce aufsucht und ihm den Vorschlag macht, winkt der ab. Die Sache ist ihm nicht geheuer und er ist total betrunken. Also entführt Jeff ihn. Als Bruce wieder aufwacht ist er in Goldlick und hält die ganze Sache für ein Geburtstagsgeschenk seines Agenten. Also spielt er mit, glaubt ganz fest daran, dass alles ein gigantischer Dreh ist, und steht plöztlich Guan Di gegenüber. Das ist zuviel für unseren Helden und er ergreift die Flucht. Aber Bruce wäre nicht Bruce, wenn er Goldlick im Stich lassen würde. Und dann ist da ja auch noch Kelly(Grace Thorsen), Jeffs knackige Mutter. Also dauert es nicht lange, bis Bruce und Guan Di sich wieder gegenüberstehen.
Bruce Campbell spielt sich selbst gnadenlos. Das ist liebenswert komisch, beachtlich selbstironisch und mit derart vielen schrägen Sprüchen gespickt(die auch in der deutschen Synchronisation gut rüberkommen), dass kein Auge trocken bleibt. Egal, ob wir Bruce wechselnde Hawaiihemden bewundern dürfen, oder seinen ignoranten Humor ertragen müssen, der Mann hat einen unverwechselbaren Charme. So wird My name ist Bruce zu einem seltsamen, wie kurzweiligen, Unterhaltungsunternehmen. Wer auf diese Art Humor steht, kriegt sich nicht wieder ein, und wer nicht, der schaltet aus. Mir hat es gefallen und sie müssen wieder mal selbst entscheiden.