Das hat etwas mit Küssen und Fliegen zu tun. Wenn die Kellnerin Jesse(Alyssa Milano) diesen Satz zum erfolglosen Schriftsteller Ethan(Christopher Gorham)sagt, darf der sich geschmeichelt fühlen. Es gibt da nur ein Problem: Jesse sagt genau diesen Satz auch zum charmanten, erfolgreichen, gutaussehenden Troy(Michael Landes). Dabei spielt sie keine Spielchen mit den beiden Männern, sondern hat sich tatsächlich in jeden der beiden verliebt.
Das führt natürlich zu Irrungen und Wirrungen im Liebesbereich. Jesse wird doppelt gedatet und weiß am Ende nicht mehr wie sie sich entscheiden soll. Soll es der nette Ethan sein, der kinderlieb, lustig, verträumt und manchmal tolpatschig liebenswert ist? Oder doch Troy, der Jesse zu den schönsten Orten der Stadt führt, sie umwirbt und beschenkt wie eine Königin? Da kann ihr auch der Rat ihres Bruders David(Tom Lenk) nicht helfen; obwohl der doch der "Kaugummimann" ist. Die Liebe kann einem ganz schön zu schaffen machen...
Daryn Tufts -My girlfriends boyfriend- löst am Ende all diese Fragen auf. Und zwar auf eine interessante, sehenswerte, charmante Art und Weise. Die kleine Low-Budget Produktion braucht etwa dreißig Minuten, bis die Story Fuß fasst. Dann ist der Zuschauer mitten im Geschehen. Nach einer Stunde lässt uns Tuft zweifeln und befürchten, dass es vielleicht doch nicht gut ausgeht für Jesse. Zum Schluss lässt uns Tuft ein wunderbares Ende betrachten, dass alle Register der perfekten Erzählkunst nutzt.
Die Besetzung von -My girlfriends boyfriend- ist frisch, gut und engagiert. Milano, Gorham und Landes spielen sich die Bälle der Story geschickt zu. In Nebenrollen sind Beau Bridges und Tom Lenk absolut sehenswert. Mein "geheimer Hauptdarsteller" ist jedoch Ethans roter VW Jetta; einfach zu gut.
Wer auf kleine Produktionen mit Herz und Verstand steht, dem kann ich -My girlfriends boyfriend- empfehlen. Es dauert einen Moment, bis der Funke der Geschichte überspringt, aber dann nimmt der Film den Zuschauer gefangen. Unterlegt hat Tuft seine Bilder mit der Musik von Ingrid Michaelson, Emily Mover und Paul Jacobson. Allein das ist eine Klasse für sich.
Mir hat Daryn Tufts Dreieckgeschichte gut gefallen. Sie müssen und dürfen mal wieder selbst ausprobieren, ob das bei ihnen auch klappt.