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My Favourite Things: Coltrane at Newport
 
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My Favourite Things: Coltrane at Newport [Original Recording Remastered]

John Coltrane Audio CD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Audio CD (17. Juli 2007)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Format: Original Recording Remastered
  • Label: Impulse (Universal)
  • ASIN: B000QFAG2Q
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 59.560 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

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Hörproben
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Anhören  1. I Want To Talk About YouJohn Coltrane 9:41Nur Album
Anhören  2. My Favorite Things (Live (1963 Newport Jazz Festival))John Coltrane17:20Nur Album
Anhören  3. ImpressionsJohn Coltrane23:26Nur Album
Anhören  4. Spoken Introduction To John Coltrane's Set By Father Norman O'ConnorNorman O'Connor 1:08EUR 0,99
Anhören  5. One Down, One UpJohn Coltrane12:43Nur Album
Anhören  6. My Favorite Things (Live (1965 Newport Jazz Festival))John Coltrane15:13Nur Album


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MY FAVORITE THINGS COLTRANE AT NEWPORT

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Format:Audio CD
Die frühen 60er Jahre waren ohne Zweifel eine der aufregendsten Perioden in der Musikgeschichte, nicht nur im Jazz, sondern auch in der sogenannten Neuen Musik und (natürlich) in der Popkultur. Und eine der aufragenden Figuren dieser Zeit war John Coltrane, den wir hier 1963 beim Newport Jazzfestival auf der Höhe seines Ruhmes erleben und am selben Ort 1965, zu einer Zeit dramatischer Veränderungen in seiner Musik, am letzten Wendepunkt seiner Kreativität. Die Mitschnitte waren zwar früher schon separat erhältlich, doch in weitaus geringerer Klangqualität. Jetzt passen sie mit 79:35 Minuten genau auf eine einzige CD.
Das Kribbeln befällt den Hörer schon bei der Ankündigung des ersten Auftritts, das den krönenden Schlusspunkt des 63er Festivals bilden sollte. Unmittelbar zuvor war das Publikum von Jimmy Smith derart heiß gemacht worden, dass der MC Willis Conover die Leute auffordern musste, sich zu beruhigen (to simmer down a little bit) um der zu erwartenden Intensität von Coltranes Quartett gewachsen zu sein! Nun, der Meister begann mit einem seiner lyrischsten Stücke, dem alten Eckstine-Standard «I Want to Talk About You», den er gerade wieder neu ins Repertoire aufgenommen hatte und in jenem Jahr bei den diversen Liveauftritten des Quartetts sehr gerne spielte. Wenn man hört, mit welch überzeugender Eleganz sich seine berühmten Klangblätter («sheets of sound») entfalten und wie das abschließende einsame Solo in völlig freier Erfindung zärtlich und schwärmerisch auffliegt, so versteht man, dass gerade dieses Stück als eine Art Liebeserklärung an Alice McLeod gilt, die im selben Jahr unwiderruflich in Johns Leben getreten war. - Scheinbar ohne Pause geht es gleich weiter mit Coltranes Markenzeichen «My Favorite Things», das mit einem recht zurückhaltenden Solo von McCoy Tyner beginnt, sich aber spätestens beim Einsatz von Coltranes Sopransaxophon zu der wohl besten (überlieferten) Version dieses Stücks entwickelt. Noch ist seine Improvisation eingebunden in die modale Welt der Skalen, aber innerhalb dieses Rahmens erreicht Coltrane wie nie zuvor eine vollkommene Freiheit in der harmonischen und klanglichen Erfindung. Ein Glücksfall! Übrigens ist es nicht ohne Belang, dass hier ausnahmsweise Roy Haynes an den Drums sitzt (wie berichtet, war Elvin Jones mal wieder auf Heroinentzug gesetzt), der einen «leichteren» Background als Jones bietet und den ungeraden 3/4-Takt geschickt in der Schwebe hält (ähnlich wie seinerzeit Joe Morello mit dem 5/4-Takt in Dave Brubecks «Take Five»). - «Impressions» ist aufgrund des einfachen Grundmotivs ideal geeignet für ausladende Improvisationen aller Quartettmitglieder und McCoy Tyner steigt gleich mit einem überaus inspirierten Klaviersolo ein, dem ein sicher ähnlich gelungenes von Jimmy Garrison am Bass folgt. Doch leider musste es wegen klanglicher Verzerrungen fast ganz herausgeschnitten werden. Was folgt, ist ein überirdisch entfesseltes Tenorsolo von Coltrane, das sich souverän über alle harmonischen, klanglichen und zeitlichen Beschränkungen erhebt. Der Hörer wird mitleidlos hineingeworfen in einen reißenden Sturzbach von Musik. Wie ein frei improvisierender Musiker es schafft, über eine Viertelstunde lang sich wiederholende Muster (weitgehend) zu vermeiden, ist ein schieres Wunder! Freilich ahnt man hier schon das Maßlose und leider auch Ermüdende von Coltranes späteren Liveauftritten. Die vollkommene Freiheit hat eben ihren Preis ...
Nur zwei Jahre später stand das klassische Quartett unmittelbar vor der Auflösung. Im Dezember 1964 hatte Coltranes Schaffen die Passhöhe mit «A Love Supreme» erreicht und gerade mal vier Tage vor dem Newport-Auftritt (am 28.06.) fand die himmelstürmende «Ascension»-Session statt, die den unwiderruflichen Übergang zu Coltranes Spätstil markieren sollte. Schon die äußeren Bedingungen auf dem Festival waren (gleichsam symbolisch) schlechter als 1963. Der Zeitplan hatte sich gegen Ende des Abends verschoben, vielleicht weil vorher Thelonious Monk und Dizzy Gillespie ihre Zugaben brauchten, jedenfalls standen dem Quartett nurmehr eine halbe Stunde bis Mitternacht (the witching hour) zur Verfügung. Ein etwas schlafmütziger MC, eine Art Jazzpriester, kündigt Elvin Jones an als «a kind of newcomer to the world of Jazz», was dessen darauffolgende polternd rhythmische Wut zum Teil erklären mag. Das lakonische Motto von «One down, One up», das nur wenige Monate zuvor im «Half Note» Coltrane zu einem seiner besten (und auch längsten) Soli inspiriert hatte, klingt wie ein Alarmzeichen: Jones dominiert das Klangbild allein schon durch die schiere Lautstärke mit einem immer dichter werdenden polyrhythmischen Gespinst, in das sich Coltrane mit seinem Solo verkrallt, festbeißt. Das Tenorhorn klingt mit den vielen überblasenen Tönen eigenartig gequält, wie ein wildes eingesperrtes Tier. McCoy Tyner wirkt verloren und Jimmy Garrison ist fast unhörbar. Gegenüber der 63er Version fällt die nun eher schmerzliche Intensität des folgenden Stücks «My Favorite Things» auf. Coltranes Solo ist immer noch sprechend, wirkt aber brüchig, der Zerfall des modalen Gerüsts ist deutlich zu hören. Dennoch, gerade die verstörende Aufrichtigkeit der Performance, in der sich die unerträgliche Innenspannung des Quartetts spiegelt, hat ein Moment von Wahrheit und ist von daher bewegend. Das naiv begeisterte Publikum, das am Schluss vergeblich «more, more!» schreit, ahnt noch nicht (oder etwa doch?), dass es für das klassische Coltrane-Quartett kein «more» mehr geben würde.
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