Wow, was für ein Hammer Album. Wer dachte, Blood Angel's Cry hätte gerockt, der findet in My fatal Kiss einen mehr als würdigen Nachfolger, von der sich manch andere Band in diesem Genre eine entsprechende Scheibe abschneiden können. Genug des Vorspiels, hier mein vorläufiger Senf zu den einzelnen Tracks:
1. Ignition
Sehr guter Opener. Kraftvolle Gitarrenriffs zu Maschinengewehrsalven des Drummers begleitet von der Powerstimme der Sängerin. Typisch und ein Markenzeichen der Band die lateinischen Chor-Einwürfe. Die Melodie ist ein echter Ohwurm. Besonders gut gefällt mir hier im Mittelteil die Marsch-artige Passage - hier habe ich marschierende Soldaten vor Augen, ich weiß selbst nicht wieso - und der markige Schluss-Schrei der Sängerin. Genial!
2. My Fatal Kiss
Im etwas moderneren Gewand kommt der Titel daher, der dem Album seinen Namen verleiht. Das rockt. Die Sängerin singt tiefer - das geht unter die Haut und macht echt Eindruck. "In your face", wird man meinen. Ich hab richtig Gänsehaut beim Hören. Auch hier eine Melodie mit Ohrwurm-Potential. Geprägt von schrillem Gitarrenslide und einem abrubten aber nicht unpassenden Ende. Großartig.
3. Why [Did You Stop The World From Turning]
Mein absoluter Lieblingssong! Beginnt leicht wie eine Ballade mit Akkustik-Set-Charakter und steigert sich dann in den Refrain-Parts gekonnt zum erstgradigen Krypteria-Bombast. Im Mittelteil hält der Song kurz inne, gleichsam wie in Trance oder in Antizipation des sich ankündigenden Höhepunkts. Ein episches Meisterwerk! Danke für diesen Song!!!
4. For You I'll Bring The Devil Down
Der Text des Titels ist bereits Poesie. Hier - wie übrigens aber auch bei den anderen Liedern - lohnt es sich, mal auf die Texte zu achten. Ich habe diesen Song wohl bislang am Meisten gehört oder besser gesehen, ganz einfach weil es auch ein Video davon gibt - das übrigens meiner Meinung nach großartig ist. Insgesamt im Vergleich zu den anderen Songs der Platte nicht ganz so metallisch, das stört mich jedoch gar nicht. Gut gelungen.
5. Deny
Das Intro erinnert mich an eine Szene im Film KILL BILL. Einen Kirche, Glocken(ähnlich) und Choräle... bis mit Maschinengewehrsalven alles niedermäht wird (in diesem Fall vom Drummer). Die Sängerin flüstert, singt und schreit, dass es eine reine Freude ist. "Maschines create our dreams!" Mehr davon.
6. The Freak In Me
Mein 2. Favorit der Scheibe! Überaschend experimentell im Verhältnis zu den übrigen Songs, aber das reißt mich hier richtig vom Hocker. Im modernen Gewand, hart und weich zugleich mit Tönen und Atmosphären, die einem nicht mehr aus den Gehirnwindungen wollen. Eindeutig steh ich auch hier auf den "tieferen" Ansatz der Sängerin, wobei es teilweise auch engelsgleich hoch hinaus geht. Am Ende geht wird es "scary". I Love This Song!
7. Never Say Die
Ein weiterer Ohrwurm in diesem schnell, peitschendem Kracher. Gut gefallen mir hier die Einsätze des Klaviers und die Chor-Einwürfe. Das Ende wird zum Anfang, und die Sache ist rund!
8. Dying To Love
Es beginnt mit einer Spieldose oder einem Glockenspiel bis die Gitarre ansagt, wo es lang geht. Ein Liebeslied der etwas anderen Art. Eindrucksvoll, wie die Sängerin von einfühlsam, verzehrend über sehnsüchtig und verzweifelt bis deterministisch moduliert. Auch hier kehrt das Lied zum Anfang zurück. Einfach genial.
9. Shoot Me
Der für mich wohl treibendste und härteste Song des Albums, das wird direkt von Beginn an klar gemacht. Metal in seiner schönsten Form!
10. God I Need Someone
Die Ballade des Albums! Wunderschön wiegt sich die Stimme der Sängerin zu Streichern, Bass und Gitarre und zum Chor. Der Song lädt zum Träumen ein, wäre da nicht die melancholische Message des Texts, der dem Track seine Tiefe verleiht. Danke auch für diesen Song!
11. Now [Start Spreading The Word]
Hier gesellt sich die Geige früh zum Metall. Hymnenartig. Großartiges Gitarren-Solo.
Mein Fazit: Absolut Empfehlenswert!