INTRO
SALA, heute 87jährig, ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er gilt als DER solitäre Virtuose des Trautoniums, eines von Dr. Friedrich Trautwein um 1930 in Kooperation mit Telefunken entwickelten elektronischen Musikinstruments. Der findige Ingenieur an der Rundfunkversuchsstelle der Berliner Musikhochschule hatte es zunächst auf eine Art elektronische Orgel abgesehen, mußte seine Arbeiten aber wegen fehlender Mittel verlagern. Da trat als großer künstlerischer Fürsprecher der Komponist PAUL HINDEMITH auf den Plan und regte an, die Tastatur durch ein stufenlos regelbares Bandmanual zu ersetzen, quasi als elektronisches Saiteninstrument zu konzipieren. Das erste Konzert wurde unter Mitwirkung HINDEMITHs und SALAs im Juni 1930 in Berlin realisiert. In den Zeiten der politischen Umwälzungen wurde das Projekt unter Minimalförderung des Propagandaministeriums fortgeführt. SALA übernahm nun in Eigenregie die Forschungsarbeit und lötete in den Nächten des 3. Reichs an Verbesserungen. Zehn Jahre investierte der Eigenbrötler in die Beherrschung seines Instruments, von dem er mittlerweile eine zweimanuale Rundfunkversion geschaffen hatte. Als erstes elektronisches Instrument in Serienfertigung ging Telefunken mit einem "Volkstrautonium" auf den Markt. Doch Aufrüstung und Kriegswirren verhinderten eine Popularisierung. Anfang der 50er setzte SALA, sein Innovationsdrang schien ungebrochen, die Arbeit mit dem neuen, mehrstimmigen Mixtrautonium fort. Neben der Aufführung ernsthafter Kompositionsmusik von GENZMER (Meisterschüler HINDEMITHs) u. a. lotete er die Möglichkeiten zur Erzeugung bizarrer Soundeffekte aus und machte sich als Filmkomponist einen Namen. Mit dem Soundtrack zu Hitchcocks Thriller "Die Vögel" feierte er gar internationale Erfolge. Die vorliegende CD bietet einen idealen Einstieg in den SALAschen Kosmos vom ersten Stück für Trautonium-Solo (1935) bis zum "wüsten" Soundtrack des Edgar Wallace-Films "Der Würger von Schloß Blackmoor" (1963).
Joachym Ettel / © Intro - Musik & so
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Stereoplay
Im Exotenregal landet auch "My Fascinating Instrument", weil es für die New-Age-Rubrik nicht poppig, für die Klassik-Sparte nicht "ernsthaft" genug zu sein scheint. Diese CD widmet Produzent Uli Rützel den Werken des beinahe vergessenen und bemerkenswerten Elektronikmusik-Pioniers Oskar Sala, Jahrgang 1910. ** Interpret.: 05-09
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