Mit "My December" zeigt Kelly Clarkson eindeutig, dass sie nicht einfach nur gut singen kann, sondern auch als Songwriterin, Qualitäten hat. Dies wurde ihr auch schon in den letzten Monaten mit 3 ASCAP Awards bescheinigt. Und so ergab es sich, dass sie alle Texte auf diesem Album selbst schrieb. Es ist eine Geschichte, eine Geschichte über und von Kelly Clarkson und dem, was sie in den letzten 2 Jahren erlebte.
Es war ein hartes Stück Arbeit für Miss Clarkson dieses Album so zu veröffentlichen, wie es jetzt in die Läden kommt. Viele bei der Plattenfirma hatten bedenken, dass es ein Risiko ist, wenn Clarkson alle Songs selber schreibt und auf Leute wie Max Martin und Lukasz Gottwald verzichtet. Es war sogar die Rede davon, dass sie keine gute Songwriterin ist, weil sie zu jung und eine Frau ist. In welchem Jahrhundert leben wir bitte schön?
Jedenfalls ist dieses Album in keinster Weise mit ihrem vorigen Album "Breakaway" zu vergleichen. Es ist in jedem Fall anders. Leider wird Anders nur zu schnell als Schlecht abgestempelt. Auf der einen Seite wird Künstlern immer wieder vorgeworfen, dass sie immer dasselbe machen und nichts anderes können. Jetzt ist hier eine 25-jährige Frau, die den Mut hat, etwas anderes zu machen, aber dies ist auch wieder nicht richtig. Aber es ist einfach so, dass man es nie allen recht machen kann. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Es mag auch sein, dass man die neuen Songs nicht so mag wie die von "Breakaway ". Für mich zum Beispiel wird "Since U Been Gone" für immer einer der besten Songs bleiben, die Clarkson jemals veröffentlicht hat. Deswegen heißt das aber noch lange nicht, ich "My December" gegenüber abgeneigt bin. Ganz im Gegenteil. Es zeigt erst, wie Vielfältig Miss Clarkson ist und das sie nicht einfach nur ein Pop-Sternchen sein will, sondern eine Künstlerin, die man wegen ihrer Musik kennt und nicht, weil sie mal wieder betrunken aus einem Club kommt.
Zu den Songs:
Es ist für jeden Geschmack und Gelegenheit etwas dabei. Da sind schnelle Songs wie "Never Again", "One Minute", "Hole", "Judas", "Don't Waste Your Time" und "How I Feel" aber auch langsame und zum Teil sehr emotionale wie "Sober", "Be Still", "Maybe" und "Irvine".
"Haunted", "Can I Have A Kiss" und "Yeah" muss man sich einfach anhören, da diese schwer zu beschreiben sind. Wenn man den letzten Track "Irvine" noch etwas länger laufen lässt kann man den Hidden-Track "Chivas", welcher sehr bluesig daher kommt. Das Knistern, welches man noch vom abspielen von Schallplatten kennt rundet diesen Song perfekt ab und ist ein gelungenes Ende für das Album.
Alles in allem hat dieses Album sich seine 5 Sterne verdient und bekommt diese daher auch.