"My Brother The Cow" aus dem Jahr 1995 ist innerhalb der Bandgeschichte von Mudhoney ein eher unscheinbares Album,das aber bei näherem Hinhören zu ihren besten Werken zählt. Die Vorgänger-Mini-Platte "Five Dollar Bobs Mock Cooter Stew"(1993) zeigte die Band von ihrer experimentelleren und etwas ruhigeren Seite. Nachdem dieses Experiment aber total floppte und der Release auch heute noch unter Fans übereinstimmend als deutlich schlechtestes Werk der Band gilt,besann man sich anscheinend auf seine Stärken. Schon der Opener erinnert von seiner ganzen Art her an die beiden ersten sehr rohen und kraftvollen EPs. Und der Grundtenor der Platte bleibt hart,dreckig und kompromißlos. Zwar gibt es auch 1-2 etwas ruhigere Stücke,aber im Großen und Ganzen rockt die Scheibe ziemlich ab. Ganz auf Experimente muß man auch nicht verzichten: Auf "Orange Ball-Peen Hammer" zeigen sie,dass sie auch eine krasse Blues-Mundharmonika in ihren Sound integrieren können.Und "1995" ist eine Art nur spärlich getarnte Neufassung des Songs "1969" der Stooges oder zumindest deutlich "beeinflußt"(bzw ein dreister Rip-Off).Die 12 gelisteten Stücke mit einer Laufzeit von ca 40 Minuten sind von Jack Endino auf kraftvoll getrimmt und erstklassig produziert. Als Bonus gibt es 33 Minuten lang anscheinend einen Großteil der Platte nochmal rückwärts aufgespielt,und das ist auch ganz lustig.
Die CD ist nicht wegen einer etwaigen schlechten Qualität eine ihrer unscheinbarsten,sondern weil sie kaum einen der Hits der Band enthält. So finden sich auf der 52-Track-Retrospektive "March To Fuzz" aus dem Jahr 2000 nur zwei Tracks des Albums,obwohl fast jedes Stück auf dem Werk als Single getaugt hätte.