Aljechin ist und bleibt eines der größten Schachgenies. In diesem Buch zeigt er auf eine sachlich zurückhaltende Weise die Hauptvarianten seiner "besten Partien".
Dieses Buch ist sehr anspruchsvoll obwohl es bereits über ein halbes Jahrhundert alt ist. Ich empfehle es deshalb nur Leuten, die bereits ein gewisses Niveau (1650+) erreicht haben, und sehr viel Enthusiasmus für seine Partien mitbringen. Dies gilt um so mehr der etwas veralteten Schreibweise auch 'descriptive notation' genannt. Dabei werden die Koordinaten aus Sicht der Spieler und Figuren angegeben. Zum Beispiel: Wenn Weiß e4 zieht steht im Buch P4 (P für Pawn) und wenn Schwarz Sf6 zieht, heißt das NF3 (N für Knight da K bereits für King gebraucht wird). Das braucht also etwas Gewöhnung, weshalb ich eine modernere editierte Version begrüßen würde.
Die Partien sind chronisch breit gestreut und beinhalten eine Reihe von altmodischen und moderneren Eröffnungssystemen. Ein Schwerpunkt wird auf das Damengambit und Spanisch gesetzt, aber auch Sizillianisch und Grünfeld kommen vor.
Nach dem Lesen des Buches hatte ich eine bessere Vorstellung von Aljechins Schachkunst und ich bin froh das ich bis zum Ende durchgehalten habe. Trotz des etwas eingerosteten Englisches am Anfang (das sich jedoch im Laufe des Buches verbessert), und der umständlichen Notation, ist dieses Werk eine sehr gehaltvolle Partiensammlung auf hohem Niveau.