Das Amanda Lear besser malt als singt, weiß sie selbst am besten. Trotzdem, oder gerade deswegen ist es erfreulich, daß es endlich mal wieder etwas neues von der immer noch sehr attrakiven Endsechzigerin gibt. Wer bei ihrem Namen an rauchige Stimme und an die Frivolität denkt mit der sie in den 70ern zur Queen der Discos wurde, liegt nicht so ganz falsch. Aber diesmal präsentiert sie uns keine Tanzklassiker sondern Chansons. Sie hat, wie sie in einem persönlich geschriebenen Vorwort mitteilt, die Chansons von großen Kolleginnen der 40er, 50er, 60er Jahre neuinterpretiert; nicht frivol aber immer noch rauchig. Das sie dabei mutig zu Werke ging sieht man an solchen Vorlagen wie Marlene Dietrich, Nina Simone oder Eartha Kitt. Ebenfalls hört man dem Endprodkukt an, daß diese Herausforderung ihr offensichtlich sehr viel Spaß gemacht haben muß. Das dabei nicht immer jeder Ton ganz auf den Punkt kommt, oder man sich hier und da an einigen Stelle etwas gefühlvollere musikalische Begleitung gewünscht hätte, tritt da schnell in den Hintergrund. Alles in allem muß man Madamme Lear bescheinigen, daß sie es immer noch vermag den Hörer in ihren Bann zu schlagen. Wer ein Fan ist wird dieses Album sicherlich haben. Wer es noch nicht hat, sollte es sich überlegen. Wer es sich nicht übelegt ist auch kein Fan und wird sicher auch mit ihren anderen Alben nichts anfangen können. Mit Amada Lear ist es wie mit vielem im Leben, man mag sie oder nicht. Mir jedenfalls hat sie vergnügliche Stunden beschert und mit Spanung kann man darauf warten daß das von ihr jüngst in Aussicht gestellte neue Album mit Pop auf dem Markt erscheinen wird. Amandas Ausflug in die Welt des Chansons hat jedenfalls wieder einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, daß Amanda Lear nicht nur Muse, Malerin, Model und Sängerin ist, sondern ein Gesamtkunstwerk daß auch nach mehr als vierzig Jahren begeistert. Madamme j'adore!