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5.0 von 5 Sternen
Zum auf die Knie sinken schön..., 6. September 2011
...ist die CD -Mutual Friends- von Boy. Das fällt mir zwar, in meinem fortgeschrittenen Alter, mittlerweile schwer, aber bei Boy passiert es mir nicht zum ersten Mal, dass ich ergriffen zu Boden sinke. Als Valeska Steiner aus Zürich und die Hamburgerin Sonja Glass bei TV-Noir in Berlin auftraten, hat es mich schon(sinnbildlich) zu Boden gestreckt. Eine akustische Delikatesse der ganz besonderen Art wurde da dem Publikum gereicht. Valeska Steiners Stimme, die nicht nur über jeden Zweifel erhaben ist, sondern auf geradezu magische Weise die Moleküle der Theaterluft in musikalische Tonwellen umwandelt, ist ein Teil der hohen Suchtgefahr, die Boy beim Zuhörer verursachen kann. Begleitet von der sachlichen Sonja Glass und mit einem Dutzend qualitativ hervorragender Songs im Gepäck strahlt dieses Duo eine derart hohe Bühnenpräsenz aus, wie ich sie nur selten erlebt habe. Im Nachhinein festzustellen, dass die beiden jungen Damen auch noch bereitwillig Autogramme schrieben und für jeden Zuhörer, der sich ein Autogramm holte, ein paar nette Worte übrig hatten, vervollständigte den absolut positiven Gesamteindruck. Die damals angebotenen EPs waren im Handumdrehen vergriffen und jeder im Saal fragte sich: Kommt da noch was?
Ja...jetzt...endlich! Selten habe ich auf ein Album so sehnsüchtig gewartet, wie auf -Mutual Friends-. Nach den ersten Durchläufen im Player, meine persönliche Meinung: Würde ein arivierter Künstler dieses Album präsentieren; der Rolling Stone brächte vermutlich eine Sonderbeilage heraus. Beim relativ unbekannten Duo Boy ist das nicht zu erwarten, aber wie hat Radio 1 aus Berlin diese Woche, als Steiner und Glass zu Gast waren, es so schön formuliert: "Ein Duo auf dem Weg nach ganz oben!" Ich drücke jedenfalls die Daumen und verweise schon jetzt auf den guten Riecher, den die Berliner Radiomacher in den letzten Jahren hatten.
-Mutual Friends- kommt in einem Guss daher. Aufgebaut rund um Valeska Steiners unverkennbare, saubere und glasklare Stimme, wirbelt ein kleines Heer aus Gitarren, Streichern und Bläsern jeden Song direkt ins Ohr des Hörers. Das ist ein Stück weit Songwriting, Pop und Folk; nie wirklich einzuordnen. Dabei überraschte mich am meisten, dass die Akustikversionen der Songs von den Studioaufnahmen teilweise noch getoppt wurden.
Anspieltipps: -Drive Darling- ist für die Kenner von Boy schon fast ein Klassiker. Live ein Traum, Studiomäßig ein fragiles Kunststück, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. -Army- zeigt alles, was Boy ausmacht. Eine eingängige Melodie mit einem poetischen Text und einer schmal instrumentierten Begleitung. Ein Song, der einen mit seiner ganzen Sanftheit im Sturm erobert. -July- kannte ich bisher nur als Akustikversion. Die "neue" Version ist derart gut gelungen, dass einem die Tränen kommen. Musik ist ja angeblich das emotionalste Medium. Nach dem Anhören von -July-, unterschreibe ich das sofort. Als Clap-Song mit Pianobegleitung geht -Little Numbers- durch. Wenn sich ein eingefahrener Radiomoderator mal trauen würde, dass Ding durch den Äther zu jagen, könnte das tatsächlich ein Hit werden. -Oh Boy- ist die Pop-Perle des Albums. Schnell im Ohr, mit gängigen Beats und einem starken Sound. Als Zugabe gibt es auf der Limited Edition sechs Lieder auf einer Bonus-CD in der Akustik Version. Das kennen Boy-Fans zwar schon, nichtsdestotrotz besteht keine Chance, dass der Bonus Silberling im CD-Schuber verstaubt.
Ja...das ist wieder eine viel zu lange Rezension geworden, ich weiß. Aber das musste einfach raus. Eigentlich müsste ich noch ein paar Sätze zu dem hervorragend gestalteten Booklet und der CD-Aufmachung loswerden und noch mal mitteilen, dass ich mir schon jetzt die Tourneedaten von Boy notiert habe. Wenn man, so wie ich, weiß was einen da erwartet, dann wird man Valeska Steiner und Sonja Glass ganz sicher nicht live verpassen. Falls sie das noch nicht erlebt haben, gibt es von mir, genau so wie für -Mutual Friends-, die gnadenlose, absolute, unwiderrufliche Empfehlung. Schon jetzt viel Spaß dabei!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Was sich da so flockenleicht ..., 9. September 2011
... und watteweich in den Gehörgang schmeichelt, erinnert schon verdammt an die gute Leslie Feist - "Mushaboom", "My Moon, My Man" und "1234", solche Sachen. Stammen tuen die melancholischen Wohlklänge allerdings von einer Art deutsch-schweizerischer Mädels-WG mit Namen "Boy". Valeska Steiner aus Zürich und die Hamburgerin Sonja Glass haben im Jahre 2005 musikalisch zueinander gefunden und nach einer ersten EP nun auf olle Herberts Grönland-Label auch ihr Debüt herausgebracht. "Mutual Friends" vereint zwölf melodisch fein gestrickte Fliegengewichte, nie laut, selten ungehalten und perfekt dafür gemacht, einen im Handstreich für sich einzunehmen.
"This Is The Beginning", "Waitress", "Drive Darling", das sind im besten Sinne schön ausbalancierte Miniaturen deutschsprachigen Befindlichkeitspops mit Mut zur Zartheit und ohne bemüht rotzige Grrrrrlhaftigkeit. Wenn bei "Boris" die allzu forsche Männerwelt in die Schranken und aus der Stadt gewiesen wird, geschieht selbst das mit viel Gefühl und ohne gleich richtig böse zu werden - das Rauhe, übertrieben Freche ist ihre Sache nun mal nicht. Dann lieber mal ein Cello zum Piano ("Waltz For Pony") oder fast auf Acapella heruntergedimmt ("July"). Die belebteren Stücke wie "Little Numbers", "Oh Boy" und "Skin" flippen nicht aus, sondern swingen gezähmt und auch das paßt gut ins Bild.
Nur eine Frage der Zeit, wann der erste deutsche Regisseur bei den beiden anklingelt und fragt, ob er wohl sein ambitioniertes Herbstfilmchen mit der Musik von "Boy" veredeln dürfte. Kommen wird das sicher, üblicherweise wird bei Newcomern jedoch gern in umgekehrter Reihenfolge verfahren - dass das Duo ein derart reifes Debüt wie "Mutual Friends" schon vorher in der Tasche hat, spricht dann eher für sie. mapambulo:blog
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiges Album, 21. Dezember 2011
Mutual Friends von Boy ist durch und durch gelungenes Album, dass vollgestopft ist mit wirklich schönen Liedern.
Wer Feist mag oder wie ich zuvor eine Dauerschleife des Agnes Obel Albums gehört hat, der wird auch dieses Album mögen.
Eines der besten Alben des Jahres 2011.
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