1963 hat Jim Thompson diesen Roman geschrieben. In deutscher Sprache ist das Buch bereits unter zwei früheren Titeln erschienen:
Die Abzocker. (6621 422). und
Grifters. Der Roman zum Film. Die vorliegende Version ist nur eine Neuübersetzung mit einem (unpassenden) neuen Titel. Anscheinend nimmt man in Kauf, dass Leser der früheren Ausgaben hier unwissend nochmals zugreifen - und das Buch behalten, nachdem sie den Tausch der Titel bemerkt haben.
Für mich war das Buch neu. Aber: von den vier Neuauflagen der Jim Thompson-Romane im Diogenes Verlag (
Der Mörder in mir,
Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen und
Getaway ist diese leider die schwächste. Es gibt kaum überraschende Wendungen und Thompson macht es seinen Figuren (zu) einfach und erspart ihnen jedes übergroße Problem. Die Handlung schleppt sich bis zum wenig überraschenden Ende dahin, das bereits am Anfang angekündigt wird.
Auch das Umfeld ist wenig interessant, in dem die Handlung spielt: die beschriebenen Tricks sind veraltet und kommen heute wohl kaum mehr vor. Keinem anderen Roman von Jim Thompson merkt man daher das Alter so deutlich an, wie diesem.
Erstaunlicherweise ist die Verfilmung dieses Romanes die bekannteste, nach
Getaway. Stephen Frears hat die Story mit Anjelica Houson, Annette Bening und John Cusack 1991 recht erfolgreich verfilmt.
Wohlwollende drei Sterne für einen grundsätzlich lesenswerten Autor - und für den Mut des Verlages, einige der Romane Jim Thompsons neu aufzulegen. Trotzdem: lieber die anderen, oben erwähnten Bücher lesen! Dieses Buch ist wohl eher für Thompson-Komplettisten und -Sammler interessant.