Fazit 1: Fünf Sterne reichen für diesen Roman eigentlich nicht aus! In der Sparte 'deutschsprachige Kriminalliteratur' wird der vorliegende Roman "Muttermord" von Frank Goyke im Jahr 2006 mit Sicherheit unter den 'Top-Ten' erscheinen - wenn nicht sogar ganz oben :-)
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Zum Inhalt: Eine ganz normale Familie, die durch einen grausamen Mord erschüttert wird: Im Affekt ersticht Daniel seine nörgelnde Mutter mit einer Schere. Sein Halbbruder Aaron erlebt die Tat hautnah mit. Die beiden Brüder bilden fortan eine Gemeinschaft und vertuschen die Tat so geschickt, dass ihr Vater seine Frau als vermisst meldet.
Eigentlich kein Fall für Dietrich Kölling und die Zweite Mordkommission, wäre da nicht Beate Nowikowski von der Vermisstenstelle, die mehr vermutet als eine Frau, die ihre Familie verlassen hat.
Kölling hat allerdings ganz andere Sorgen: Ein Kindermörder hinterlässt seit einiger Zeit im Norden Berlins die zerstückelten Leichen seiner Opfer, die vierte Knabenleiche ist schon in Einzelteilen aufgetaucht. Die Bevölkerung erwartet Ergebnisse! Einen anvisierten Profiler braucht und will Kölling nicht, doch mehr und mehr fragt er sich, ob die Kollegin Nowikowski nicht auf der richtigen Spur im falschen Fall ist ...?
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*Noch nie war David geschlagen worden. Die Ohrfeige schmerzte nicht einmal, jedenfalls nicht auf der Wange. David dachte und fühlte überhaupt nichts, nicht in den ersten Sekunden nach dem Schlag. Dann schoss ihm plötzlich Blut in den Kopf, mit einer solchen Gewalt, dass er fürchtete, sein Schädel müsse zerspringen ...
Er wusste gar nicht, dass er, um sich zu halten, nach der Flurgarderobe gegriffen hatte, er wusste nicht, dass er eine Schere in der Hand hielt. Er sah die Schere, und er sah ihr zu. Die Schere handelte. Sie war ein lebendes Wesen. Sogar zu bluten vermochte sie ...
David stand da, keuchend, gekrümmt, mit hängenden Armen. Sein Körper brannte, Wasser lief ihm aus den Augen, unablässig formte er Laute, die aber tonlos blieben. Vor seinen Füßen wusste er die leblose Mutter, aber nicht sie starrte er an. Sein Blick hatte einen Halt gefunden: die aufgerissenen Augen seines Bruders.*
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Fazit 2: Ein unglaublich beeindruckender Roman!! Durchaus realistisch: So schnell kann eine Familie zu Grunde gehen.
Immer noch etwas benommen -- grüßt -- Reinhard Busse