David Albahari wurde 1948 in Serbien geboren und emigrierte 1994 nach Kanada. Dort entstand diese außergewöhnliche Buch, das in Form einer literarischen Collage die Persönlichkeit der bosnischen und jüdischen Mutter des Ich-Erzählers nachzeichnet, die ihren ersten Ehemann im Konzentrationslager und ihre Kinder bei einem Unfall verlor, wieder geheiratet und wieder Kinder bekommen hat. Zugleich spiegelt sich in diesem Porträt die Geschichte Serbiens, der Schrecken des 20. Jahrhunderts und das Schicksal des serbischen Exilanten wieder.
Das entstehende Porträt der Mutter bleibt eher unbeholfen und schlicht und gerade darin liegt seine beeindruckende Kunst.
Der Erzähler in Albaharis Roman plagt sich mit dem Gedanken an die Unmöglichkeit, einen angemessenen literarischen Ausdruck für die schmerzvolle Geschichte dieser ungewöhnlichen und starken Frau, seiner Mutter, zu finden. Gerade dadurch, dass Albahari diese Reflexionen mit den Erinnerungsebenen des Ich-Erzählers und mit den Tonbandaufzeichnungen der Mutter kunstvoll verwebt, hat er es geschafft, einem eigentlich sprachlos machenden Schicksal einen literarischen Ausdruck zu geben, der einfach nur bewundernswert ist.
Trotz aller Tragik und Dramatik, trotz Leid und Verzweiflung gelingt es Albahari eine Sprache zu finden, die den Schmerz bewegend zum Ausdruck bringt und gleichzeitig von einer schwebenden Ironie durchzogen ist.
Ein unbedingt lesenswertes wunderbares Buch!