Obwohl ich mich im landläufigen Sinne als nicht religiös oder gottesgläubig betrachte zog es mich seit Jahren hin zu einer Biografie von Mutter Teresa. Nun, nachdem bereits einige Monate nach dem Lesen hinter mir liegen, möchte ich etwas dazu schreiben.
Den Schreibstil des Autors erlebe ich als sehr echt, ehrlich, authentisch, lebendig und vor allem dem Inhalt bestens angemessen. Die Lebensgeschichte von Mutter Teresa erscheint mir als eine wunderbare Metapher dafür, seiner Intuition zu folgen, den dafür notwenigen Mut aufzubringen, alle Bedenken nach einer angemessenen Reflektion über Board zu werfen und dann entschlossen und entschieden zu handeln.
Viele Schilderungen in diesem Buch haben mich sehr berührt und teilweise auch inspiriert. So beschreibt Mutter Teresa beispielsweise, wie sie ihre erste Schule in den Slums von Kalkutta gründete. Nach meiner Erinnerung tat sie das ungefähr wie folgt: Sie sah einen Platz, an dem sie eine Schule gründen wollte. Bereits am NÄCHSTEN Tag fand sie sich an diesem (sandigen, leeren) Platz mitten in den Slums ein und zeichnete mit einem dort vorgefundenen Holzstock Buchstaben in den Sand, was die Aufmerksamkeit einiger Kinder aus der Nähe auf sich zog. Von nun an kam sie regelmäßig an diesen Platz. Einige Wochen später standen dort einige klapprige Stühle und ein alter Tisch, die mutmaßlich Slumbewohner beigesteuert hatten. Wiederum einige Zeit später wurde eine Holzbaracke am Platz der Schule gezimmert und wieder einige Zeit später so eine Art Betonplatte plus Ziegelstein-Mauerwerk mit einem Dach. Hospitäler, die später eine große Bedeutung haben sollten, begründete sie ähnlich.
Das Buch ist im Grunde absolut zeitlos und wird sicherlich auch noch in vielen, vielen Jahren Menschen inspirieren und ihnen Mut machen können für "ihr Werk".
Für mich war es gar keine Frage, diesem Buch fünf Sterne zu geben.