Kurzbeschreibung
Über den Autor
Auszug aus Mutter und Kind von Sabine Schwabenthan, Vivian Weigert. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Einfühlsam und mit großem Wissen zeigen Sabine Schwabenthan und Vivian Weigert die körperlichen und seelischen Aspekte von Schwangerschaft und Geburt auf und beziehen immer auch den Vater mit ein. Ein Geburtsvorbereitungskurs in sechs Lektionen bietet spezielle Übungen für das Becken, Entspannungsanleitungen, Atemtraining, Tipps für den Partner und vieles mehr. Übersichtlich und detailliert, mit Infokasten, Tabellen und vielen stimmungsvollen Fotos und Zeichnungen, begleitet dieses Buch durch diese aufregende Zeit.
Inhalt:
- Die Schwangerschaft
Die Stunde null: Wie die Schwangerschaft beginnt
Die bewegenden ersten Monate mit der großen Neuigkeit
Die Welt, in der Ihr Baby lebt
Wie Sie sich jetzt von Kopf bis Fuß verändern
Gut essen und gut trinken aber nicht für zwei
Alles, damit es Ihnen gut geht und das Kind sich gesund entwickelt
Die große Überraschung: Zwei Babys oder sogar mehr
Wenn das Baby »falsch« liegt
Damit die Schwangerschaft nicht zu früh zu Ende geht
Die Liebe und die Beziehung, wenn ein Baby kommt
Die spannenden letzten Wochen vor der Geburt
- Die Geburtsvorbereitung
Ein Kurs für werdende Eltern
1. Stunde: Das Becken
2. Stunde: Entspannung
3. Stunde: Atmen
4. Stunde: Körperhaltung
5. Stunde: Der Partner
6. Stunde: Schmerz
- Die Geburt
Wo und wie soll das Baby zur Welt kommen?
Die Geburt beginnt: Was alles »stimmen« muss, damit das Baby kommen kann
Die Geburtsphasen: So kommt das Baby ans Licht der Welt
Der unvermeidliche Schmerz bei der Geburt
Medizinische Intervention: Im Notfall ein Segen
Der Kaiserschnitt
Die wertvollen ersten Stunden nach der Geburt
- Die Wochen nach der Geburt
Der Körper: Wie er sich nach der Geburt wieder umstellt
Die Psyche nach der Geburt: Ihre Seele braucht jetzt Schutz
Die Rückkehr in den Alltag: Eine Familie wird geboren
- Das erste Jahr
Stillen die natürlichste Art, das Baby zu ernähren
Wenn das Baby die Flasche bekommt
Die richtige Ausstattung für Ihr Baby
Die richtige Pflege von Kopf bis Fuß
Das Baby schreit was will es Ihnen sagen?
Entwicklung: Der kurze Weg vom Baby zum Kleinkind
Spielen die große Lust am Tun
Alles, damit Ihr Baby gesund bleibt, gesund wird
Der erste Brei kommt auf den Tisch
Der Schlaf des Babys:
Wie Kind und Eltern lernen, nachts Ruhe zu bewahren
- Kinderkrankheiten von A bis Z
- Anhang
Gesetzliche Regelungen für Eltern
Adressen
Literatur
Register
- Die Schwangerschaft
Alles über die neun Monate, bis das Baby kommt: Wie sich Körper und Seele dem neuen Zustand anpassen. Worauf die werdende Mutter jetzt achten muss und wie der werdende Vater sie dabei unterstützen kann
Die Stunde null: Wie die Schwangerschaft beginnt
Die bewegenden ersten Monate mit der großen Neuigkeit
Die Welt, in der Ihr Baby lebt
Wie Sie sich jetzt von Kopf bis Fuß verändern
Gut essen und gut trinken aber nicht für zwei
Alles, damit es Ihnen gut geht und das Kind sich gesund entwickelt
Die große Überraschung: Zwei Babys oder sogar mehr
Wenn das Baby »falsch« liegt
Damit die Schwangerschaft nicht zu früh zu Ende geht
Die Liebe und die Beziehung, wenn ein Baby kommt
Die spannenden letzten Wochen vor der Geburt
- Die Stunde null: Wie die Schwangerschaft beginnt
Was alles passieren musste, damit Sie jetzt ein Kind bekommen
Ungehört und ungesehen hat sie sich vollzogen und ist doch eines der größten Wunder im Leben die Vereinigung von männlicher Samenzelle und weiblichem Ei, der Beginn der Schwangerschaft. Die Natur hat reichlich vorgesorgt, damit dieses Wunder geschehen kann: Schon von Geburt an sind in jedem Eierstock der Frau 250 000 potenzielle Eizellen angelegt unendlich viel mehr, als sie jemals brauchen wird. Noch verschwenderischer ist die männliche Fruchtbarkeit: Bei jedem sexuellen Höhepunkt werden 100 bis 500 Millionen Samenzellen ausgeschleudert.
Dennoch ist die Chance, schwanger zu werden, gar nicht so groß. Unglaublich viele Faktoren und glückliche Zufälle müssen zusammenkommen, damit eine Schwangerschaft beginnen kann. In den meisten Zyklen reift nur eine einzige weibliche Eizelle so weit, dass sie voll befruchtungsfähig ist. Und nur etwa sechs bis acht Stunden nach dem Eisprung ist sie bereit, eine männliche Samenzelle aufzunehmen. Wenn in dieser Zeit keine Samenzelle den »Durchbruch« schafft, ist die Chance für eine Schwangerschaft in diesem Monatszyklus vertan. Da die männlichen Samenfäden jedoch eine Lebensdauer von zwei bis fünf Tagen haben, kann es auch zur Befruchtung kommen, wenn eine sexuelle Vereinigung vor dem Eisprung stattgefunden hat.
Nur die wenigsten männlichen Samenzellen überleben den langen, beschwerlichen Weg von der Vagina durch die Gebärmutter bis in den Eileiter hinein. Diejenigen, die durchkommen und in den Eileiter finden, wo gerade die Eizelle wartet, machen hier noch einen entscheidenden Reifeprozess durch. Bestimmte Substanzen im Eileitersekret setzen in ihnen Enzyme frei, damit sie die Eihülle aufweichen und durch sie hindurch mit der Eizelle verschmelzen können.
- Spüren, dass »es« geschehen ist?
Die Wissenschaft hat viele Rätsel über das Entstehen des Lebens gelöst und doch bleiben gerade in diesem Bereich große Geheimnisse. Zum Beispiel, warum Frauen manchmal ganz regelwidrig zu so »unmöglichen« Zeitpunkten wie kurz vor oder sogar während der Monatsblutung schwanger werden. Genauso rätselhaft ist die Tatsache, dass einige Frauen mit untrüglicher Sicherheit wissen, was sie nach normaler Logik gar nicht wissen können nämlich auf die Sekunde genau, wann sie empfangen haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass sogar Männer bisweilen solche innere Gewissheit erleben können. Oft sollen sich die Vorahnungen als Träume gezeigt haben, die man erst später versteht, wenn die Schwangerschaft »offiziell« geworden ist. Eine mögliche Erklärung: Derartige Ahnungen und Träume kommen wohl aus einem tief in unseren Zellen gespeicherten Wissen über das, was in uns geschieht. In seltenen, sehr »offenen« Momenten kann dies Wissen in unser Bewusstsein gelangen.
Auch wenn die Befruchtung stattfinden konnte, hat der winzige Keim noch manches Hindernis zu überwinden, bis er endlich in der Gebärmutter aufgehoben ist. Der Eileiter muss ihn sanft weiterbefördern, und die Gebärmutterschleimhaut muss sich so üppig aufgebaut haben, dass er sich darin sicher einbetten kann. Die Einnistung findet acht bis zehn Tage nach der Befruchtung statt und gilt als der eigentliche Beginn des Lebens.
Sobald die Einnistung vollendet ist, sendet das noch nicht einmal 0,5 mm große Menschlein schon reichlich Hormonsignale aus, um den Körper der Mutter nach seinen Bedürfnissen umzukrempeln. Eine der ersten Folgen: Die Monatsblutung bleibt aus das klassische Anzeichen für eine Schwangerschaft. Allerdings können zuweilen in den ersten drei Monaten vermutlich als Folge einer Hormonschwäche schwache, menstruationsähnliche Blutungen kommen.
Übrigens: Schon in der Sekunde, wo die männliche und die weibliche Zelle sich zusammentun, entscheidet sich, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Der Ausschlag dafür kommt vom Mann. Während die Eizelle nur weibliche Geschlechtschromosomen (X) trägt, transportieren die Samenfäden entweder weibliche (X) oder männliche Chromosomen (Y). Wird die Eizelle von einem Samenfaden mit X-Chromosom befruchtet, entsteht ein Mädchen. Aus der Verschmelzung des Eies mit einem Y-Samenfaden entwickelt sich ein Junge.
- So wird die Schwangerschaft errechnet
Weder der Tag der Empfängnis noch der der Einnistung lässt sich immer mit Sicherheit bestimmen. Als offiziellen Beginn der Schwangerschaft rechnet man deshalb den ersten Tag der letzten Monatsblutung. Durchschnittliche Dauer der Schwangerschaft: von diesem Tag an gerechnet 280 Tage, 40 Wochen, zehn Mondzyklen. Allerdings: Keine Geburt lässt sich auf den Tag genau voraussagen, jedes Kind und jede Mutter beeinflussen die »Reifezeit« in individueller Weise.
- Die bewegenden ersten Monate mit der großen Neuigkeit
Vom Chaos in Körper und Seele zu einer neuen Harmonie: So gewöhnen Sie sich allmählich an die veränderte Situation
Nur die Umstellung nach der Geburt lässt sich mit dem vergleichen, was jetzt, in diesen ersten vier Monaten, in Ihrem Körper und in Ihrer Seele geschieht. Sie spüren zwar noch nichts von Ihrem Kind, und doch entwickelt es sich jetzt so rasant wie nie wieder. Sie haben zuerst nicht einmal den kleinsten Ansatz eines Bäuchleins, und doch geschieht in Ihrem Körper jetzt mehr als in den letzten Monaten der Schwangerschaft.
- Kleine und große Anfangsschwierigkeiten
Wie viel sich jetzt in Ihnen verwandelt, macht sich an bestimmten Symptomen bemerkbar, die ganz klassisch zum Beginn der Schwangerschaft gehören und die alle damit zu tun haben, dass sich Ihr Organismus vor allem Hormonhaushalt und Stoffwechsel jetzt geradezu »dramatisch« verändert.
- Wenn Ihnen ständig schlecht ist
Es gibt zwei Arten von Schwangerschafts-Übelkeit. Die leichte und häufigste Form: Ihnen wird morgens, nach dem Aufstehen, schlecht. Am besten helfen Sie sich, wenn Sie nicht mit leerem Magen aufstehen, sondern noch im Bett etwas zu sich nehmen oder sogar ausgiebig frühstücken. Selten und sehr viel lästiger: Ihnen ist ständig schlecht, und Sie müssen sich häufig übergeben. Hier kann es helfen, mit den Ernährungsgewohnheiten zu experimentieren, vor allem mit Eiweißprodukten. Ersetzen Sie eine Zeit lang Fleischgerichte durch Fisch, oder trinken Sie weniger Milch und dafür mehr Sauermilchprodukte. Falls Sie Vegetarierin sind, kann es Ihnen gut tun, jetzt doch ab und zu etwas Fisch zu essen. Nur in extremen, seltenen Fällen ist die Übelkeit so stark, dass Medikamente nötig werden. Lassen Sie sich nach Möglichkeit homöopatische Mittel verschreiben, sie sind hochwirksam, aber unbedenklich. In keinem Fall sollten Sie sich mit Ihrer Übelkeit von so genannten »Hobby-Psychologen« verrückt machen lassen. Die Bemerkung, »eine Schwangere, die dauernd brechen muss, lehnt ihr Kind ab«, ist schlicht unsinnig.
- Wenn Sie große Lust auf Saures bekommen
Gönnen Sie sich den Genuss saurer Gurken, Heringe oder Orangen. Solange Sie sich insgesamt ausgewogen ernähren, spricht nichts dagegen. Das gilt genauso für Süßes oder ausgefallene Speisen.
- Wenn Sie immer schlafen möchten
Schon in den allerersten Tagen werden relativ große Mengen des Hormons Progesteron gebildet. Dieses Hormon schützt Ihre Schwangerschaft: Es verhindert, dass die Gebärmutter unruhig wird. Aber es wirkt auch insgesamt beruhigend auf den Organismus. Andere Ursache: Große Stoffwechselumstellungen machen immer müde, was Sie zum Beispiel auch schon als Frühjahrsmüdigkeit kennen gelernt haben. Das einzige Gegenmittel: viel ruhen und möglichst viel Hausarbeit vom Partner erledigen lassen. Übrigens dauert diese »müde Phase« höchstens acht bis zehn Wochen.
- Wenn Bauch und Rücken schmerzen
Weil die Gebärmutter zu wachsen beginnt, entstehen im Bauch oder im Kreuz sehr häufig Empfindungen wie kurz vor der Menstruation. Machen Sie sich keine Sorgen das ist normal. Wenn Ihnen das Ziehen sehr unangenehm ist oder Sie sich doch Gedanken machen, helfen Ruhe und ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer Hebamme.
- Gesünder leben von Anfang an
Auch wenn Sie erst ahnen, dass Sie schwanger sein könnten, schränken Sie Zigaretten und Alkohol auf ein Minimum ein, oder verzichten Sie ganz darauf. Nehmen Sie keine (auch angeblich harmlosen) Medikamente mehr, ohne den Beipackzettel sorgfältig gelesen zu haben. In Zweifelsfällen fragen Sie den Arzt oder den Apotheker, ob das Mittel auch in der Schwangerschaft ohne Bedenken genommen werden darf. Das gilt vor allem, wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden und deshalb ein bestimmtes Medikament regelmäßig einnehmen müssen. Falls Sie den Eindruck haben, dass der Arzt diesen Fragen nicht genügend Zeit oder Aufmerksamkeit widmet, entscheiden Sie nichts, bevor Sie nicht noch einen anderen Arzt gefragt haben. Das gilt insbesondere, wenn Ihr Arzt Ihnen zwar das entsprechende Mittel erlaubt hat, auf dem Beipackzettel aber von einer Einnahme in der Schwangerschaft abgeraten wird.
- Berg-und-Tal-Fahrt der Gefühle
Bei aller Freude auf das Kind es gibt bestimmt Stunden oder Tage, an denen Ihnen eher zum Heulen zumute ist. Sie wünschen sich vielleicht sogar, die Schwangerschaft »rückgängig« machen zu können. Und hinterher sorgen Sie sich, ob Ihr Baby vielleicht gespürt hat, was in Ihnen vorgegangen ist. Trösten Sie sich, Sie machen eine Urerfahrung, die zu fast jeder Schwangerschaft gehört: Mutter sein, Kinder haben, beschert immer zwiespältige Gefühle. Das ist auch noch so, wenn das Kind auf der Welt ist oder bereits den Kinderschuhen entwächst.
Die Psyche von Kindern ist vollkommen darauf eingestellt, diese natürliche Ambivalenz zu verkraften. Das sollten Sie sich vor allem dann klar machen, wenn Sie zu den Müttern gehören sollten, die von der Schwangerschaft zunächst eher unangenehm überrascht wurden. (Was übrigens schätzungsweise auf 40 Prozent aller werdenden Mütter zutrifft.)
- Hormone, die jetzt Ihre Seele regieren
HCG (Humanes Chorion Gonadotropin) ist das Hormon, dessen Nachweis beim Test die Schwangerschaft bestätigt. Es erzeugt in Ihnen das anfangs diffuse, aber einzigartige Gefühl »Ich bin schwanger«.
Östrogen weckt in Ihnen weibliche Urinstinkte wie den so genannten Nesttrieb. Doch dazu gehören auch typische Selbstzweifel, zum Beispiel die Sorge, als Mutter vielleicht nicht gut genug zu sein.
Oxytocin wird auch Liebeshormon genannt. Es verstärkt die seelische Bindung an den Partner und weckt Zuneigung zum Baby schon lange vor seiner Geburt.
Progesteron entspannt auf einer tiefen, körperlichen Ebene und macht auch seelisch ruhiger. Mehr über die körperlichen Auswirkungen der Hormone: Seite 31f.
Es ist auch ganz natürlich, dass Sie sich ausgerechnet jetzt wo das Baby bereits unterwegs ist fragen, ob Sie überhaupt »reif« für dieses Kind sind, ob Ihre Beziehung tragfähig genug ist, ob es noch zu verantworten ist, ein Kind dieser belasteten Umwelt auszusetzen. Die Tatsache, dass Ihre Partnerschaft jetzt manchmal etwas angespannt ist auch Ihr Mann muss sich auf die veränderte Situation einstellen , wird Ihre Zweifel vielleicht noch zusätzlich verstärken. Diese Ängste gehören zur Schwangerschaft genauso wie die überwältigenden Glücksgefühle und die Liebe zum Kind. Ausgelöst werden diese Stimmungsschwankungen vergleichbar denen in der Pubertät durch die hormonellen Umwälzungen im Organismus. Hat sich die hormonelle Situation eingependelt etwa gegen Ende des vierten Monats , beginnt die schönste Zeit der Schwangerschaft: Ihre Stimmung ist mehr im Gleichgewicht, und Ihr Körper hat noch nicht zu schwer an dem größer werdenden Baby zu tragen. Bleiben dagegen wird Ihre erhöhte Sensibilität: Vermutlich wundern Sie sich manchmal, dass Sie jetzt weinen müssen über Dinge, an denen Sie früher achtlos vorbeigingen. Fernsehbilder von einem Kriegsschauplatz, Kinderweinen im Nachbarhaus und schon brechen Sie in Tränen aus. Diese Labilität dient der Einstimmung auf das Leben mit dem Neugeborenen, für das Sie bald die Verantwortung tragen werden. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht nur den grauen Seiten des Lebens begegnen. Geben Sie ganz bewusst auch schönen Dingen Platz in Ihrem Alltag.
- Werdende Väter auch ein bisschen schwanger?
Auf und ab so schwanken meistens auch die Gefühle eines werdenden Vaters. Natürlich sind die Gründe bei ihm nicht hormonell bedingt, aber auch seine Psyche wird jetzt umgekrempelt. Er spürt, dass eine ganz neue Rolle und Verantwortung auf ihn zukommen. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch werdende Väter »Schwangerschaftsbeschwerden« kennen: Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Völlegefühle, Schlafstörungen. Alles Symptome, die auf geheimnisvolle Weise nach der Geburt des Kindes verschwinden. Noch weniger als die Frau jedoch gestattet der Mann sich meist, das ganze Spektrum seiner neuen Empfindungen zuzulassen. So fühlt sich der werdende Vater vielmehr verantwortlich, alle Stimmungsschwankungen seiner Partnerin auszugleichen und der ruhende Pol der kleinen Familie zu sein. Dabei täte es auch ihm sehr gut, in sich hineinzuhören und sich ehrlich einzugestehen, wie ihm zumute ist. Die Geburt eines Kindes ist auch für den Mann eine einmalige Chance, neue und unbekannte Seiten in sich selbst zu entdecken. Wie sehr zumindest das Unterbewusstsein sich mit diesen Dimensionen auseinander setzt, beweist die Tatsache, dass werdende Väter sehr oft Schwangerschafts- und Geburtsträume haben.
- Vorsicht vor allzu viel Vorsicht!
Vor allem Frauen (oder Paare), die lange warten mussten, bis sich der Wunsch nach einem Kind erfüllte, neigen in den Anfangsmonaten der Schwangerschaft zu fast panisch ängstlicher Vorsicht. Hier ist eine Übung, mit der man versuchen kann, mehr Gelassenheit und Ruhe zu entwickeln:
Legen Sie ein rohes Ei auf einen Löffel und balancieren Sie es zweimal von einem Ende Ihrer Wohnung zum anderen. Das erste Mal achten Sie nur auf das Ei und stellen sich dabei vor, was alles passiert, wenn es Ihnen herunterfällt. Das zweite Mal behalten Sie den Löffel und die gesamte Umgebung im Auge.
Ist Ihnen aufgefallen, dass der Löffel bei der ersten Übung wackelte, während die Hand bei der zweiten ruhig blieb; dass Sie sich beim zweiten Mal sicherer und entspannter bewegten als beim ersten; dass Sie den Atem angehalten haben, als Sie sich ausschließlich auf das Ei konzentrierten? Diese simplen Beobachtungen zeigen Ihnen schon, wie viel besser es für Sie selbst und das Baby ist, wenn nicht Ihre ganze Aufmerksamkeit ständig um die Schwangerschaft kreist. Versuchen Sie zwischendurch zu vergessen, lassen Sie los dadurch geht Ihnen das Kind nicht etwa »verloren«. Im Gegenteil: Es kann sich ruhiger und entspannter in Ihnen entwickeln.