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Mutmassungen über Jakob: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Mutmassungen über Jakob: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Uwe Johnson
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 298 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (23. Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518396285
  • ISBN-13: 978-3518396285
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,3 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 523.633 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Uwe Johnson
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Mutmaßungen über Jakob
OA 1959 Form Roman Epoche Moderne
Uwe Johnsons erster veröffentlichter Roman ist wegen seiner komplexen Erzählkonstruktion ein schwieriges Buch, das durch seine Thematik (die deutsche Teilung) den jungen Nachkriegsautor und Grenzgänger aus Ostdeutschland sogleich bekannt machte.
Entstehung: Johnsons Mutter arbeitete bei der Reichsbahn als Schaffnerin, dann beim Gütertransport. Nach ihrer Flucht konnte der Sohn weiter in der Güstrower Bahnkantine essen. So lernte er die Arbeitswelt kennen. Nach Schwierigkeiten, erste Romanskripte drucken zu lassen, schrieb Johnson zwischen dem 6.2. und dem 4.12.1958 an dem Buch, das zunächst »Guten Tag, Jakob« heißen und unter dem Pseudonym Joachim Catt erscheinen sollte.
Inhalt: Jakob Abs, 28 Jahre alt, stammt aus Mecklenburg und ist Beamter bei der DDR-Reichsbahn in Dresden. Im November 1956 wird er auf dem Rangiergelände von einer Lok überfahren. Ob sein Tod ein Unfall im Nebel, Selbstmord oder gar von den Behörden geplant war, kann nur Gegenstand von »Mutmaßungen« sein, welche die Vorgeschichte erhellen.
Der fleißige, ruhige, kollegiale, loyale, gegenüber der DDR-Politik vorsichtige und gegenüber Westdeutschland eher skeptische Abs wird von der Spionageabwehr überwacht, seit seine Mutter und seine Freundin Gesine Cresspahl, die nun für die NATO arbeitet, sich in den Westen abgesetzt haben.
Die Handlung ist geprägt von der Halbdurchlässigkeit des Eisernen Vorhangs in der kurzen Tauwetter-Periode, die nach dem Ungarn-Aufstand 1956 – Jakob muss als Eisenbahner die sowjetischen Militärtransporte bemerken – wieder endet: Gesine besucht ihren Vater Heinrich und Jakob, wobei sie vom Abwehr-Hauptmann Rohlfs unter Druck gesetzt wird. Während er den regimekritischen, in Gesine verliebten Hochschulassistenten Dr. Blach verhaftet, lässt Rohlfs das Paar Cresspahl-Abs an der langen Leine, um beide möglichst ohne Gewalt zu gewinnen (Aktion »Taube auf dem Dach«), so dass Jakob sogar in den Westen reisen kann, von wo er trotz Gesines Liebe freiwillig zurückkehrt und am selben Tag stirbt.
Aufbau: Die mysteriöse, aber unspektakuläre, für die Schwierigkeiten der innerdeutschen Beziehungen, seien sie privat oder politisch, typische Geschichte aus dem gut beobachteten und durch Fachsprache lebendig gemachten Eisenbahneralltag verfährt analytisch und ist keinesfalls linear erzählt. Ähnlich Max R Frischs Figur Stiller muss Jakob Abs von anderen rekonstruiert werden. Daher besteht der größte Teil der fünf Kapitel aus Bruchstücken von Gesprächen zwischen dem Kollegen Jöche und Jonas Blach, zwischen diesem und Gesine, zwischen dieser und Rohlfs sowie aus kursiv gesetzten inneren Monologen, die der Leser in einem Rekonstruktionsspiel Jakobs Kontaktpersonen zuweisen muss. Hinzu kommen Passagen, in denen ein Erzähler den Zusammenhang herstellt, jedoch nicht so, dass am Schluss eine Lösung für den Anfang stünde: »Aber Jakob ist doch immer quer über die Gleise gegangen.« Der Zwang zu »Mutmaßungen« überträgt sich von den beteiligten Personen, die ihre Rolle oder Schuld mitreflektieren, auf die Leser. Die Sprache mit ihren Anklängen plattdeutscher Mündlichkeit charakterisiert in Satzbau und Grammatik die Figuren. Bibelanklänge durchziehen, bei Jakobs Namen beginnend, das Buch und verleihen ihm eine überzeitliche Dimension. Für den Autor war das komplizierte Erzählen kein Formalismus, sondern adäquater Ausdruck der deutschen Verhältnisse
Wirkung: Das Buch, als kritischer Beitrag zur eigenständigen DDR-Literatur konzipiert, erregte Aufsehen, da Johnson bald nach der Veröffentlichung durch den Frankfurter Suhrkamp Verlag in den Westen übersiedelte. Die DDR ignorierte es 20 Jahre lang; allerdings kann man den Roman Der geteilte Himmel (1963) von Christa R Wolf als gezielten Gegenentwurf lesen. Johnson erhielt 1960 für die Mutmaßungen über Jakob den Fontane-Preis. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Ein Schreiben, das für heute relevanter sein könnte, lässt sich kaum vorstellen. ... Sein Werk zeigt, dass es möglich ist, sich zu erinnern, ohne nostalgisch zu werden, sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen, ohne diese im Nachhinein zu verklären, und zu neuen Ufern aufzubrechen, ohne diese zum Heilsversprechen zu überhöhen.«

(Daniel Schreiber die tageszeitung )

»Johnson war kurz vor Erscheinen seines Buches aus Leipzig nach Westberlin übersiedelt. Dieser biografische Einschnitt markiert aufs Genaueste auch den Standpunkt des Romans: Er steht auf der Grenze zwischen zwei Staaten und zwei Machtblöcken, aber er betont auch die Linie zwischen Vergangenheit und erinnernder Gegenwart. Mit formalästhetischer Radikalität und gedanklicher Schärfe hat Uwe Johnson in ›Mutmassungen über Jakob‹ die Frage nach der objektiven Verlässlichkeit der Erinnerung gestellt - und damit zugleich auch ein erkenntniskritisches Gegenprogramm zur ›Blechtrommel‹ geschrieben.«

(Roman Bucheli Neue Zürcher Zeitung )

»Uwe Johnsons Debütroman ›Mutmassungen über Jakob‹ war die aufsehenerregende Neuerscheinung des Suhrkamp Verlags zur Frankfurter Buchmesse 1959. Dieser Roman, eine Entdeckung Siegfried Unselds, war der Anteil des Verlags an dem für die deutsche Nachkriegsliteratur so bedeutenden Jahr 1959, das in der Literaturgeschichte als Zäsur gelten kann ... eine[r] der großen Romane des 20. Jahrhunderts, [ein] moderne[r] Klassiker, der auch am Beginn des 21. Jahrhunderts nichts an Aktualität verloren hat.«

(Christian Krepold literaturkritik.de )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Verwirrend und faszinierend zugleich!, 25. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mutmassungen über Jakob: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Uwe Johnson hat mit seinen "Mutmassungen über Jakob" ein Werk geschaffen, das den Leser zugleich fasziniert und verwirrt. Das Buch setzt sich aus 3 Erzählstilen zusammen: Berichterzählerpassagen, Dialogen und Monologen. Thema ist der Tod des Eisenbahners Jakob, die Geschehnisse des Romans finden alle nach seinem Tod statt. Verschiedene Personen aus seinem Umfeld (z.B. seine Ziehschwester Gesine oder der Stasiagent Rohlfs) erinnern sich an Jakob und versuchen nachzuvollziehen, wie es zu diesem Unfall kam. Insgesamt ist das Werk sehr anspruchsvoll und sprachlich diffizil geschrieben. Man muß es auf jeden Fall zweimal lesen, um wirklich alle Feinheiten zu verstehen.
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