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Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur: Drei Essays
 
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Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur: Drei Essays [Taschenbuch]

Siegfried Lenz
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 1.auflage (1. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130571
  • ISBN-13: 978-3423130578
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 11,9 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 910.837 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

75 Jahre alt wurde er am 17. März 2001: Siegfried Lenz, der Grandseigneur der deutschen Literatur. Pünktlich zu diesem Anlass erscheint ein Bändchen mit drei literaturtheoretischen Essays: ein älterer Aufsatz von 1979 über die komplexen Wechselbeziehungen von Fantasie und Macht sowie zwei neuere Texte von 1999, einer über die großen amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts und einer, der titelgebende, über die Zukunft der Literatur im Medienzeitalter.

In allen drei Abhandlungen erweist sich Lenz als glänzender Essayist: kenntnisreich, scharfsichtig und stilistisch elegant. Solange es Schriftsteller vom Schlage Siegfried Lenz' gibt, braucht man sich um die Zukunft der Literatur keine Sorgen zu machen. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Nichts mutmasslich Neues

Siegfried Lenz' Essays

Auch als Essayist, als Theoretiker ist der grosse deutsche Erzähler Siegfried Lenz auf den reinen Kammerton der Literatur gestimmt, der nichts neben und über sich duldet als das konzentrierte Umblättern der Seiten eines Buches durch einen Leser, der kongenial die Kunst des Lesens beherrscht. Dieser Ton kommt ihm von weit her. Die ersten Erzähler, die «Sänger» der vorhistorischen Zeit, verwalteten das Wissen der Welt und liessen es wandern von Mund zu Mund. Die Gutenberg-Epigonen vervielfältigten ihn und feilten an der Kunst, «etwas durch ein anderes darzustellen», die Moderne entdeckte die medialen Möglichkeiten des Buches als Radioliteratur, Hörbuch oder Bildschirmliteratur, und die nordamerikanischen Realisten des 20. Jahrhunderts orchestrierten diesen Ton schliesslich zur Polyphonie der Metropolen, um mit seiner Hilfe Angelegenheiten der res publica zu erörtern.

So weit, so gut. Doch die drei Aufsätze, in denen Lenz über seine amerikanischen Lieblingsautoren Hemingway, Faulkner und Dos Passos plaudert, «Mutmassungen über die Zukunft der Literatur» jenseits von Gutenberg, E-Book und Netzkultur und über «Das Kunstwerk als Regierungserklärung» anstellt, bringen nichts mutmasslich Neues über die Zukunft der Literatur und passen überdies in ihrer bemühten Programmatik schlecht zusammen. Unglücklich herausgegriffen aus einer Vielzahl von Essays, die Lenz in den letzten zwanzig Jahren veröffentlicht hat, präsentieren sie den unaufgeregten, feinfühligen Erzähler als kulturpessimistischen Moralprediger, der er nie war, als Verteidiger einer spirituellen Macht der Literatur, an die er nie wirklich geglaubt hat, und als Vertreter eines epischen Regionalismus, mit dem seine Erzählungen und Romane nur unzureichend beschrieben wären.

Lenz hat sich selbst bereits in seinem Essayband «Elfenbeinturm und Barrikade» 1983 von der angetragenen Rolle als oberster Geschichtslehrer der deutschen Nation abgewandt. So steht denn zumindest der Aufsatz «Das Kunstwerk als Regierungserklärung» über das ungleiche Verhältnis von Macht und Phantasie, geschrieben 1979, hier am falschen Platz zur falschen Zeit und verstärkt zusammen mit dem Rekurs auf die Altväter der Nachkriegsliteratur, Ernest Hemingway und John Dos Passos, den fatalen Eindruck, es mit einem dieser gefürchteten Grosssaurier einer ausgestorbenen Literaturgattung zu tun zu haben. Dagegen sprechen vorläufig noch Lenz' letzte Veröffentlichungen, der vorzügliche Essayband «Über den Schmerz» von 1998 und der Roman «Arnes Nachlass» von 1999. Der Hoffmann-&-Campe-Verlag hat es zweifellos gut gemeint mit dieser schmalen Ehrengabe zum 75. Geburtstag des Schriftstellers. Aber man kann bekanntlich einen Autor auch zu Tode ehren.

Beatrix Langner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Das Buch hält nicht, was sein Titel verspricht, 10. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur: Drei Essays (Taschenbuch)
Siegfried Lenz hat drei ? jeder Text für sich genommen ? hervorragende Essays geschrieben, die jedoch nichts mit dem zu tun haben, was der Titel suggeriert, nämlich die Spekulation auf den möglichen Fortgang der Literaturgeschichte. Der erste Essay, dessen Titel das ganze Buch bekommen hat, behandelt das Problem des kontinuierlich schwindenden Interesses der jungen Leute an Literatur. Dafür wird weit ausgeholt: vom Beginn des Buchdrucks bis zur Benutzung des Computers. Dieser Essay ist also eher eine Medienanalyse als ein Gedankengang über literarische Aspekte und kommt zu dem sowohl erwarteten als auch bestreitbaren Schluss, dass das Buch bald ausgedankt hat. Schließlich endet alles mit der Forderung, dass wieder mehr gelesen werden sollte.
Der zweite Essay ist eine Analyse der nordamerikanischen Literatur der VERGANGENHEIT. Hier wird noch einmal Lenz? Vorliebe für jene Literatur deutlich. Im dritten Essay geht es dann philosophisch zu und tatsächlich wird hier über die Zukunft geredet. Jedoch geht es um Politik und Ideologie, nicht aber um Literatur. Einzig der Künstler ohne nähere Konkretisierung wird als für die Zukunft politisch wichtige Person angesehen. Wenn dieser Künstler aber ein Dichter sein sollte, so steht das Ganze im Widerspruch zum ersten Essay.
Insgesamt kann man sagen, die Texte passen nicht zusammen und erfüllen nicht das, was man bei diesem Titel erwarten könnte. Nur weil die Texte einigermaßen interessant und recht schnell zu lesen sind, kann ich sie empfehlen, vorausgesetzt dass man keinen inneren Zusammenhang zwischen den drei Essays sucht.
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3.0 von 5 Sternen Drei Essays, die Autor Siegfried Lenz schon früher schrieb., 14. September 2010
Von 
Literaturtipp.com "Redaktion Literaturtipp.com" (Butjadingen-Stollhamm, an der Nordseeküste) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur: Drei Essays (Taschenbuch)
Als Neuausgabe sind in dem Buch "Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur" drei Essays versammelt, die Autor Siegfried Lenz schon früher schrieb. Die Titelgeschichte, "Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur", erschienen bereits 1999 in einer Festschrift aus Anlass des 80. Geburtstages von Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Die im Untertitel gestellte Frage nach dem "Ende des Gutenberg-Zeitalters" im Hinblick auf elektronische und Hörbücher beantwortet der Autor hier positiv. In dem Aufsatz "Aus der Nähe" von 1999 erklärt Siegfried Lenz, welchen Einfluss die nordamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts auf sein schriftstellerisches Werk hatten.

Das dritte Essay, "Das Kunstwerk der Regierungserklärung", erschien zuerst 1979 als Einleitung zu dem Buch "Die Macht und die Phantasie" von Thomas von Vegesack. Siegfried Lenz setzt sich nachdenklich und klug mit der Frage des Zusammenhangs von Phantasie und Politik und der Rolle der Schriftsteller dabei auseinander: "Sowie die Phantasie die Voraussetzung dafür ist, eine schwerelose Welt, ohne jeden Zwang zu entwerfen, so ist Macht die Voraussetzung dafür, durch angepassten Zwang ein "passendes" Verhalten zu erzeugen." Und an anderer Stelle vermittelt Siegfried Lenz die Erkenntnis: "Lesen ist offenbar eine riskante Tätigkeit: Wir geben etwas von uns auf und erfinden uns neu (...) eine Erfahrung, an deren Ende sich ein überraschendes Glücksgefühl einstellt."

Bei der Lektüre von "Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur" stellt sich dieses Glücksgefühl bei allen Literaturfreunden und Anhängern von Siegfried Lenz sofort ein!
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3.0 von 5 Sternen Drei Essays zur Gegenwart der Literatur von Siegfried Lenz, 24. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur: Drei Essays (Taschenbuch)
Siegfried Lenz Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur umfaßt drei Essays, in denen er sich mit der Wirkung von Buch und Lektüretext im Zeitalter der vernetzten Informationswelten beschäftigt. Das erste Essay mit Untertitel Das Ende des Gutenberg-Zeitalters? prognostiziert, dass die Literatur im Buch gegenüber der gigantomanen Netzwerkkultur ihr ganz eigenes Flair besitzt und kaum durch jene ersetzt werden kann, auch wenn ihr zunehmend mehr ein wachsendes Nieschendasein zuteil werden dürfte. Das zweite Essay Aus der Nähe bringt einen vortrefflichen Abriss der nordamerikanischen Literatur. Lenz stellt dabei Autoren in den Mittelpunkt wie Theodor Dreiser, John Steinbeck und F.S. Fitzgerald; aber besonders in den Mittelpunkt rückt er Ernest Hemingway, William Faulkner und John Dos Passos, denen er selbst als Autor sehr viel verdankt. Und stellt sie europäischen Autoren wie Dostojewski, Joyces, Dickens oder Kafka, aber auch Heinrich Böll und Thomas Mann gegenüber. Und dennoch muss Lenz zugestehen, dass zu dieser Literatur noch sehr viel mehr gesagt werden müsste, als er hier darstellen kann, so z.B. Aussagen zu Gegenwartsautoren wie Truman Capote, Norman Mailer oder Jack Kerouac. In seinem dritten und letzten Essay über Das Kunstwerk als Regierungserklärung beschäftigt er sich mit dem Slogan Phantasie an die Macht und die Frage, in welcher Weise Phantasie zur Befestigung und Ausübung von Macht geeignet sein kann; und kommt zu einem negativen Ergebnis. Gesamt spiegeln Lenz Essays gewitzte und versierte Überlegungen zu Motiven unserer Zeit; und er öffnet der nordamerikanischen Literatur ein kurzes, aber überschaubares Resümee ihrer bestimmmenden Faktoren.
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