Vorbemerkung:
Wenn Sie diesen Film erwerben wollen: nehmen Sie unbedingt die hier beschriebene Version - sie ist gegenüber der anderen (auch FSK18) um fast 10min länger.
In den ersten beiden Kapiteln fehlen in der anderen Version nur ein paar drastische Erweiterungen von Szenen, die aber dem Handlungsablauf und der Gesamtatmosphäre nichts wesentliches hinzufügen. Im dritten Teil allerdings sind ganze Szenen herausgeschnitten - mir unverständlich, da sie für die Atmosphäre des Films und auch für die Handlung wesentlich sind! Dabei sind sie auch nicht blutiger als was wir bis dahin schon gesehen haben. - Insgesamt meine ich: Falls Sie diesen Film schon besitzen, lohnt sich der Aufwand nicht, auch noch die ungeschnittene Fassung zu erwerben - es sei denn, Sie sind ein MutantGirls-Fan. Wenn Sie aber gerade überlegen zu kaufen: Nehmen Sie unbedingt diese Version!
Die folgende Rezension bezieht sich auf Mutant Girls Squad, beide Versionen:
Zur Schilderung der Handlung genügt völlig, was auf dem Cover steht bzw. in den Kurzbeschreibungen. Tatsächlich ist die Story des Films absolut simpel, mit etlichen Ungereimtheiten - aber das ist unwesentlich. Der Film ist für die Sinne, nicht für den Verstand - dennoch hinterläßt er eine Stimmung, die auf mehr schließen läßt als eine gewöhnliche Splatter-Komödie. Das liegt sicher nicht an den (wenigen) politischen Anspielungen - eher schon an archaischen Elementen: dem (authentisch rübergebrachten) Samurai-Geist, dem Kampf der (unschuldigen?) Seele gegen die Finsternis, und wer weiß was noch. Wer will, kann den Film philosophisch interpretieren - man kann es aber auch sein lassen und das ganze auf sich wirken lassen. Die 3 Girls in ihren heißen Catsuits mit den angedeuteten Engelsflügeln sind eine Augenweide - und wenn sie sich durch den Film prügeln und metzeln, ist das schon eine contradictio in adjecto - aber vielleicht ist es genau das, was den Film besonders macht.
Fazit: eine Mischung aus Schwachsinn und Tiefsinn, Poesie, Kitsch und Geschmacklosigkeit, die man erstmal hinbekommen muß! Selbstmordattentäter zu den Klängen von Gounods Ave Maria; optisch und akustisch brilliant, ich hoffe Sie haben eine BluRay-Ausrüstung.
Die wirklich drastischen Stellen werden meistens so verfremdet, daß sie auch dem nicht an Splatter gewöhnten Zuschauer erträglich sein sollten.
Keine Minute Langeweile jedenfalls, und jede Menge Adrenalin. Allerdings brauchen Sie Sinn für den besonderen japanischen Humor ... Persönlich hat mir dieser Film weit besser gefallen als RoboGeisha oder Machine Girl.
Wie bei allen asiatischen Filmen: schauen Sie ihn sich mit japanischem Originalton an, unbedingt!
5 Punkte.
P.S.: ich schreibe dies wenige Wochen nach Fukushima. Wenn ich mir vergegenwärtige, daß es kaum einen erwachsenen Japaner gibt, der nicht schon mindestens ein starkes Erdbeben erlebt hat, dann wird mir klar, daß solche Filme nur dort entstehen können. Die Amerikaner jedenfalls können das nicht.