Dieses Buch widmet sich dem Islam in Deutschland, allerdings ist die Autorin Christin und damit durchaus parteiisch. Sie schildert auf 330 Seiten, was den Islam und die Muslime in Deutschland auszeichnet. Dabei geht sie an vielen Stellen auf die Berührungspunkte zu den Christen ein, die in Deutschland die Mehrheit der religiösen Menschen ausmachen. Damit weicht sie aber vom eigentlichen Thema ab und so findet sich in dem Buch manche Seite über die Begegnung oder Nicht-Berührung von Christen und Muslimen. Darunter versteht die Autorin auch eher offiziell organisierte Treffen.
Eine latente Ablehnung der 'Islamisierungsbestrebungen' der muslimischen Gemeinden kommt an einigen Stellen zum Ausdruck. Zum einen unterstellt die Autorin den Islamischen Organisationen, dass sie in Deutschland lebende, liberale Muslime wieder zu einem radikalen, echten Islam bekehren wollen, also in Deutschland zu Islamisten werden sollen (S.300), zum anderen beschreibt die Autorin unter dem Stichwort „Kommt der Staat im Staat" eher ein Angstszenario von Christen, Nationalisten und antimuslimischen, vielleicht antitürkischen Menschen.
So läuft das Buch insgesamt eher auf eine gediegene Aufklärungsschrift hinaus, die manchem Ausländerfeind oder Antimuslim gute Informationen bieten wird. Allerdings bleiben auch positive Quellen über den Islam nicht unerwähnt, aber die unterschwellige Ablehnung der Muslime und ihrer Organisationen durchzieht dieses Buch - leider.
Deutsche, die sich für den Islam in ihrer Heimat interessieren werden eher mit negativen Nachrichten bedacht. So ist dieses Buch, trotz manch fundierter Passage und Informationen, nicht zu empfehlen.