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Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben
 
 
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Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben [Broschiert]

Sineb El Masrar
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 206 Seiten
  • Verlag: Eichborn (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821865334
  • ISBN-13: 978-3821865331
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 202.636 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Plädoyer für sinnvolle Integrationskonzepte. Gegen Verallgemeinerung. Auch eine Antwort auf die Sarrazin-Polemik." (stern, 41/2010)

"ein ebenso freches wie aufklärendes Buch" (vorwärts.de, 4. Oktober 2010)

"Mit "Muslim Girls" liefert Sineb El Masrar ein flott geschriebenes, gut recherchiertes und informatives Buch. Kritisch setzt sich die Autorin mit gängingen Klischees über Muslime auseinander, sucht diese unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Studien zu widerlegen und setzt ihnen zudem ihre eigenen Erfahrungen als Muslima entgegen. Auch wenn der Titel etwas irreführend sein mag, weil es in "Muslim Girls" nicht vorrangig "nur" um Frauen geht und auch wenn man in einzelnen Punkten (Kopftuch) die Meinung der Autorin nicht teilen kann: Lesenswert." (Meri Disoski, Der Standard-Online, 22. Oktober 2010)

"Das Buch ist nicht nur sehr informativ, sondern auch witzig und humorvoll." (Frankfurter Neue Presse, 16.12.2011)

"Mit bissigen Fakten gegen Sarrazin: die Berliner Journalistin Sineb El Masrar." (Berliner Zeitung, 16. Oktober 2010)

"El Masrars Buch ist eine flott geschrieben Tour dhorizon - ernst gemeint und einladend heiter." (SWR 2 Forum Buch, 13. März 2011)

Kurzbeschreibung

Sie sind sexy, sie sind selbstbewusst und sie sind muslimisch Muslimische Frauen begegnen uns fast überall, und doch wissen wir nur, dass sie unterdrückt, zwangsverheiratet und zwangsverhüllt sind. Stimmt nicht, sagt Sineb El Masrar: "Ich lebe selbstbestimmt, wie viele von uns". Sie sind selbstbewusst, frech und lebensfroh. Tagsüber studieren sie BWL und abends sind sie Privatsekretärinnen ihrer in Behördenfragen oft unbeholfenen Eltern. Du triffst sie auf der Party eines Kommilitonen und sie flirten mit Mehmet, Christoph oder vielleicht auch Enrico. Sie sind Muslima 2.0, und sie sind keine Opfer, sondern eigenwillige Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Mit oder ohne Tuch auf dem Kopf. Die marokkanisch-stämmige Autorin Sineb El Masrar erzählt, wie die junge muslimische Frauengeneration hierzulande ihr Leben lebt, was sie beeinflusst, wie sie um Unabhängigkeit kämpft und wo sie ihren Platz in der Gesellschaft sieht. Das Bild der muslimischen Frau in der Öffentlichkeit trifft nicht die Lebenswirklichkeit vieler junger Musliminnen. Sineb El Masrar spricht aus, was viele von ihnen denken: Augen auf, wir sind längst angekommen!

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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Buchdoktor HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
"Wir zeigen gern, was wir können, wenn man uns lässt". Junge muslimische Frauen sind ehrgeizig, modebewusst, sie wollen sich stärker in den Medien und in der Werbung repräsentiert sehen, schreibt Sineb El Masrar, 1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Deutschland geboren. Muslim Girls pauken für die Schule wie alle anderen Schülerinnen und verbringen einen Teil ihrer Freizeit in Online-Communities. Selbstverständlich gibt es unter muslimischen Mädchen Beauty Girls, It-Girls, Natural Muslim Girls, die pragmatisch Beruf und Familie miteinander verbinden möchten, und ehrgeizige High Potential Muslim Girls. Das Bild vom Leben muslimischer Frauen gründet sich bei Nichtmuslimen währenddessen noch immer auf klischeelastige Filme wie "Nicht ohne meine Tochter" und auf Abbildungen in vermeintlich kritischen Magazinen, die vollständig schwarz verschleierte Frauen in der Ansicht von hinten zeigen. Dass muslimische Frauen nicht den ganzen Tag weinend und unterdrückt zu Hause herumsitzen, will El Masrar mit gezielt gesetzten Nadelstichen verdeutlichen.

Die Gründerin des multikulturellen Magazins Gazelle stellt klar, dass ein Kopftuch für eine verheiratete muslimische Frau ein angemessenes Kleidungsstück ist, NUR ein Kleidungsstück und deshalb deren persönliche Angelegenheit. Wir erfahren, was genau eine Burka, ein Nijab, Hidschab und Tschador sind, die alle aus der Golfregion stammen. Deutlich wird, dass die als Rechtfertigung für Unterdrückung und Gewalttaten angeführte Angst um den Ruf muslimischer Familien nicht zu den Regeln des Islam gehört.

Am Beispiel von Algerien schildert El Masrar, wie Vorbehalte gegen Schulsysteme generell entstehen konnten, weil in der Sprache der französischen Kolonialmacht unterrichtet wurde und deshalb viele Kinder Analphabeten in ihrer Muttersprache blieben. Die Zuwanderung hochqualifizierter Akademiker aus dem Iran nach Deutschland (und die erfolgreiche Integration ihrer Kinder) zeigt, dass nicht pauschal alle Muslime als Türken etikettiert werden dürfen, wie ja auch nicht alle Migranten aus den Nahen Osten Muslime sind. "Staatsangehörigkeit heisst, man will an der Gesellschaft teilnehmen, dort wo man sich befindet" stellt El Masri für sich fest und untersucht, warum nur 20% der Muslime in Deutschland sich als Deutsche betrachten. Der deutsche Pass allein genügt dazu offenbar noch nicht.

Die Biografie der Autorin ist ein Paradebeispiel für den Bildungserfolg junger muslimischer Frauen, der häufig erst auf Umwegen erreicht wird. Sie lobt ihren weltoffenen Vater, stellvertretend für viele ehrenamtliche Hausaufgabenhelfer die Mutter einer Klassenkameradin, die mit beiden Mädchen für die Schule übte, Öffentliche Bibliotheken, die den Wissenshunger ihrer Generation stillten, und nennt ihren eigenen Ehrgeiz, zur Realschule zu gehen, um Französich zu lernen. Sparmaßnahmen zu Lasten der Einrichtungen, die Bildung und Chancengleichheit von Kindern mit Migrationshintergrund fördern, widersprechen der derzeit von Politikern vehement eingeforderten Verpflichtung zur Integration.

Eine klare Stellungnahme gibt Sineb Al Masrar für Deutsch als gemeinsame Sprache aller in Deutschland lebenden Menschen ab. Öffentliche Mittel sieht sie am Sinnvollsten in die frühkindliche Erziehung investiert, wo alle Kinder davon profitieren können, statt sie direkt den Eltern in die Hand zu geben.

Mit ansteckendem Humor, teils auch erfrischend respektlos, teilt die Autorin eine Fülle wissenswerter Details aus dem Alltag muslimischer Familien mit. "Unsere Eltern verwiesen uns auf die Gesetze des Islam, doch in Wirklichkeit wussten sie selbst nicht, von was sie sprachen" (Beispiel Sure 24Al-Nur, Vers 30), die die männliche Keuschheit betrifft. Sie nimmt zum Klassenfahrtsverbot für muslimische Mädchen Stellung, lobt muslimische Frauen als Wirtschaftsfaktor (173 000 Betriebe werden in Deutschland von Frauen mit Migrationshintergrund geführt), informiert über Mode, Kosmetik und türkische Web-Communitys. Eine mediale Parallelwelt, die aktuell als Ursache misslungener Integration beklagt wird, sieht El Masrar nicht, da Migranten laut einer aktuellen Befragung mehrere Fernsehsender nutzen, auch deutsche. Unerwartet für mich war, wie hier eine junge Muslimin offen beschreibt, dass es wegen der Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen in muslimischen Familien heftigen Streit geben kann.

-- El Masrar schreibt ironisch-humorvoll über ein ernstes Thema und scheut sich nicht, Deutschland als eine von Männern dominierte Welt zu zeichnen. Man empfindet großes Verständnis dafür, dass sich junge Frauen aus dieser von ihnen als patriarchalisch empfundenen Gesellschaft heraus nur ungern die eigene "Unterdrückung" vorhalten lassen.
-- Die Autorin bewirkt bei ihren Lesern eine differenzierte Wahrnehmung junger muslimischer Frauen.
-- Bildungschancen von Migranten bewertet die Autorin m. A. nach zu optimistisch und stark von ihrer eigenen Biografie beeinflusst. Wer selbst in keiner Parallelgesellschaft lebt, dem fällt es offenbar schwer, sich die Auswirkungen auszumalen, wenn bildungsferne Schichten sich durch Zuzug immer neuer Ehepartner ohne Deutschkenntnisse etablieren. El Masrar selbst war in der zweiten Generation in Deutschland weitgehend integriert. Die PISA-Studie und Erfahrungen von Lehrern zeigen jedoch, dass in einigen Bevölkerungsgruppen Deutschkenntnisse und Schulleistungen in der dritten Generation schlechter sind als die der Eltern der Schüler, die zur 2. Generation gehörten.
-- Einige der im Prinzip sinnvollen Forderungen klingen nicht konsequent durchdacht. Die geforderten Gesundheitsprogramme für Migranten mithilfe muttersprachlicher Multiplikatoren z. B. gibt es längst, es fehlen nur die muslimischen Mütter, die (mit ihren Kindern gemeinsam) daran teilnehmen.
-- "Nur" 36 Ehrenmorde an Frauen und 12 an Männern, die im Lauf von 10 Jahren in Deutschland begangen wurden, werden m. A. durch den Vergleich mit deutschen Straftätern verharmlost. Eine Tat wird nicht akzeptabler, weil in anderen Bevölkerungsgruppen ebenfalls Gewalttaten begangen werden.
-- Einige Behauptungen sind leider noch Wunschvorstellungen. Ein Kopftuch kann kein beliebiges Kleidungsstück sein, wenn wegen seines Nichtvorhandenseins getötet wird.

Ein Buch, das das Lebensgefühl junger muslimischer Frauen in flotter Sprache vermittelt und das ich trotz der genannten Kritikpunkte mit Gewinn gelesen habe.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein "must have" 17. November 2010
Von jura82
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
das buch "muslin girls" ist sehr gut geschrieben und schnell zu lesen. die autorin gibt interessante einblicke für leute ohne migrationshintergrund und die, die welchen haben, werden an der ein oder anderen stelle schmunzeln müssen... endlich mal ein buch über die, die es geschafft haben und die ganze "integrations-debatte" nicht verstehen können, denn: WIR SIND HIER SCHON LÄNGST ANGEKOMMEN lautet die botschaft! man muss uns nur ernst nehmen und uns eine chance geben. denn sonst vergeudet deutschland ein riesiges potenzial.

fazit: empfehlenswert!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Arne Hoffmann TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
"Da sind wir also!" beginnt Sineb El Masrars Buch. "Diese Horde dahergelaufener Terrorismus-Sympathisantinnen. Die sich mit ihren muslimischen Männern wie die Karnickel vermehren, ein Kopftuchmädchen nach dem anderen produzieren und willenlos in der Küche des Hauses auf die Befehle ihrer Väter, Brüder und Ehemänner warten. Um dann noch schamlos das deutsche Sozialsystem wie eine reife Zitrone auszuquetschen. (...) Und wenn wir bei H&M, bei Lidl oder Rossmann zusammen zwischen den Regalen oder in der Schlange an der Kasse stehen, dann schwirren manchem Kunden und Verkäufer Fragen wie diese durch den Kopf: Ist die wohl schon zwangsverheiratet? Darf die eigentlich ohne männliche Begleitung herumlaufen? Oder liegt das Einkaufszentrum noch im Radius dieser legendären Kamel-Fatwa?"

Sineb El Masrar dürfte mit ihrer Vermutung darüber, welche Vorstellungen von Muslimas in den Köpfen vieler Nicht-Muslime herumspuken, ins Schwarze treffen. Zu dem Zeitpunkt, da ihr Buch erscheint, finden sich die Bücher von Autoren wie Thilo Sarrazin und Alice Schwarzer, die Muslimas von außen zu beschreiben versuchen und dabei vor allem Klischees abspulen, nach massiver Medienunterstützung ganz oben in den Bestsellerlisten. Sineb El Masrars eigenes Buch, in dem muslimische Mädchen und Frauen selbst beschreiben, wie sie sind und wie sie leben, wird von der breiten Öffentlichkeit hingegen nur begrenzt wahrgenommen. Offenbar sind vielen Lesern die bekannten reißerischen Stereotype lieber als die noch unbekannte, aber häufig alltägliche Wirklichkeit. Dabei weiß Sineb El Masrar mit diesem Missverhältnis durchaus ironisch umzugehen. So amüsiert sie sich darüber, dass muslimische Frauen im Gegensatz zu muslimischen Männern noch nicht einmal den Mund aufzumachen brauchen, um für Empörung zu sorgen. "Ein kleines Stück Tuch, locker um den Kopf gewickelt, genügt. Und dann heißt es wieder: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von: Fatma - Im Tal der Tränen!"

Sineb El Masrar selbst hat mit diesen Klischees wenig bis gar nichts zu tun. Sie wurde als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren und machte sich im Jahr 2006 mit gerade mal 24 Jahren als Verlegerin selbständig, indem sie das einzige multikulturelle Frauenmagazin "Gazelle" gründete. Diese Leistung klingt noch beeindruckender, wenn man weiß, dass der Weg dorthin nicht immer leicht war. Wie viele andere Einwandererkinder wurde El Masrar beispielsweise automatisch für die Hauptschule empfohlen, obwohl sie ähnliche Leistungen vorweisen konnte wie Kinder ohne Migrationshintergrund, die man aber der Realschule zuordnete. Allein dass sich ihr Vater über die Empfehlung der Lehrer hinwegsetzte, ermöglichte El Masrar ihren Aufstieg.

Aber schon von Jugend an den verschiedensten Vorurteilen ausgesetzt gewesen zu sein, war der Autorin bei ihrem journalistischen Werdegang durchaus hilfreich. Wenn immer sie und andere Muslim Girls etwas über ihre Religion oder Kultur hörten, das sie schockierte oder verwunderte, "rannten wir zu unseren Eltern oder in die nächstgelegene Bibliothek und gingen der Sache auf den Grund. Dadurch erwarben wir nebenbei die Fähigkeit, uns Wissen eigenständig zu erarbeiten und Quellen zu hinterfragen. Denn so manche Behauptung, die uns von anderen arrogant oder gar abfällig an den Kopf geworfen wurde, entpuppte sich im Nachhinein als Halbwissen oder plumpes Vorurteil. Gleichzeitig gaben die vielen Fragen uns Impulse, noch weiteren Dingen auf den Grund zu gehen."

Vieles von dem, was El Masrar dabei lernte, breitet sie in diesem Buch aus. Damit gelingt es ihr, so manches Vorurteil überzeugend zu widerlegen. Ein Beispiel: "71 Prozent der muslimischen Kopftuchträgerinnen ist es wichtig, etwas in ihrem Leben zu erreichen. Nur 35 Prozent der deutsch-deutschen Frauen haben diesen Anspruch, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ermittelt." Eine Quellenangabe für diese Studie wäre noch überzeugender gewesen, man findet sie allerdings ohne Probleme im Internet.

Als einen modernen Ausgangspunkt vieler Klischeevorstellungen über Muslime und deren Frauen nennt El Masrar Betty Mahmoodys Kitschstreifen "Nicht ohne meine Tochter", dem das Lexikon des internationalen Films bescheinigte, er sei "geeignet, Ängste und Vorurteile gegenüber der Eigenart und Situation islamisch tradierter Länder zu verschlimmern". Was wenige wissen: Im Jahr 2002 entstand der Dokumentarfilm "Ohne meine Tochter", in dem Mahmoodys iranischer Mann und der Vater ihrer Kinder seine Version der Geschichte erzählen durfte und auch Freunde und Familienangehörige zu Wort kamen, wodurch ein wesentlich vielschichtigeres Bild entstand. Aber Differenziertheit scheint im ach so aufgeklärten Westen weniger gefragt zu sein. Während der rührselig und einseitig erzählte Film, der die fremde Kultur als bedrohlich und minderwertig zeichnete, zum Kassenschlager wurde, ist das Nachfolgewerk bis heute weithin unbekannt. (Darüber, wie sehr bei Trennungskonflikten oft automatisch allein die Schilderung des weiblichen Partners als Wahrheit wahrgenommen wird, können allerdings auch wir Männer- und Väterrechtler einiges erzählen.)

El Masrar berichtet eindrucksvoll, wie ihr in Gesprächen skurrilerweise immer wieder entgegengehalten wird, sie und die unzähligen anderen Muslimas, deren Alltag sich von dem nicht-muslimischer Frauen kaum unterscheidet, seien "doch wohl die Ausnahme". Als Regel werden offenbar die vergleichsweise seltenen Fälle von Ehrenmorden wahrgenommen, da diese im Vergleich zum langweiligen Alltag in den Medien die Hauptrolle spielen, wenn immer es um Muslimas geht. Die optische Präsentation von Muslimas unterstreicht diese Klischees oft nur, erläutert El Masrar: Diese Frauen werden fast immer mit Kopftuch und gerne von hinten gezeigt. "So als hätten sie kein Gesicht und als gäbe es keine andere Motive; sei es die Nachrichtensendung 'heute', die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder 'die tageszeitung'." In diesem Zusammenhang zitiert El Masrar die Studie "Migrantinnen in den Medien" (2008) die ermittelte, wie "ausgerechnet feministisch, aufklärerisch gemeinte Beiträge das Bild der unterdrückten Zugewanderten in der deutschen Öffentlichkeit etablierten."

Erhalten bleiben diese Klischees zum einen weil in den Redaktionen nur wenige bis gar keine Journalisten mit Migrationshintergrund sitzen. El Masrar zitiert hierzu den Berliner Medienexperten Ulrich Pätzold, der ermittelte, dass zwar jeder fünfte Deutsche einer Einwandererfamilie entstammt, es unter den Journalisten jedoch weniger als 1,2 Prozent sind. Zum anderen erlaubt das Klischee der "Muslima als Opfer" den Journalisten, sich vorgeblich für hehre Ziele einzusetzen und die betreffenden Frauen "befreien" zu wollen, währedn es tatsächlich ermöglicht, unter diesem Deckmantel Quote und Kasse zu machen.

Da ich selbst Medienwissenschaftler bin, habe ich in meiner Besprechung des Buches den Schwerpunkt vor allem auf seine Auseinandersetzung mit irreführenden Darstellungen in den Medien gelegt. Das macht indes nur einen kleinen Teil dieses Werkes aus. Hauptsächlich besteht seine Leistung darin, all diesen Vorurteilen das tatsächliche Leben und Fühlen der Muslim Girls entgegenzustellen. Das tut es in einer Fülle an Kapiteln zu den unterschiedlichsten Themen von Mode und Urlaub über Sexualität und Liebe bis zu Fernsehen und Internet. Auch Themen, mit denen man sich bislang nicht aus muslimischer Sicht beschäftigt hatte (etwa Yps-Hefte), finden Erwähnung. Wer also wissen möchte, wie das Leben deutscher Musliminnen tatsächlich aussieht, sollte dieses Buch lesen.
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