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Musikzimmer: Avantgarde und Alltag. Mit großer Diskographie
 
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Musikzimmer: Avantgarde und Alltag. Mit großer Diskographie [Broschiert]

Diedrich Diederichsen
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Produktinformation

  • Broschiert: 239 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (23. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462036440
  • ISBN-13: 978-3462036442
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 402.374 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Diedrich Diederichsen
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Pop-Musik will in die Welt getragen und angewandt werden“, sagt Diedrich Diederichsen. Dazu muss sie aber erst ihre Rezipienten erreichen. Wenn deren Alltag schöner wird, hat Pop den Praxistest bestanden. Der Popkritiker freilich lebt in dem Dilemma, dass er einerseits nur im Modus des Irgendwie-Berührtseins etwas zu sagen hat, andererseits aber seine Rezeption von außen betrachten soll. Der Vorwurf, Popschreiber redeten ja immer nur von sich -- meist vorgetragen von Leuten, die doch einfach nur wissen wollen, ob sich der Kauf eines bestimmten Tonträgers lohne -- greift insofern ins Leere, als „wir [Kritiker] ihnen nur an unserem lebenden Beispiel vorführen, dass es an ihnen liegt, ob der Kauf lohnt. Willst du auch so inspiriert behämmert daherlabern wie ich?“, fragt Diederichsen zurück. „Dann bist du mit diesem Album gut bedient.“

Diese Herangehensweise birgt natürlich die Gefahr einer gewissen „tribalistischen Perspektive“. Viele Texte über Pop lesen sich wie Predigten zu Menschen, die bereits bekehrt sind. Die Musikzimmer-Kolumne, die zwischen 2000 und 2004 im Berliner „Tagesspiegel“ erschien, und aus der die hier versammelten Diederichsen-Texte stammen -- neben D.D. schrieben dort auch noch Rainer Moritz, Lutz Hachmeister und Kurt Scheel -- versucht gleichsam einen dritten Weg zwischen universalistischer Kunstkritik und reinem „Rezeptionstheater“ (D.D.). Leitfrage:„Wie viele unterschiedliche Dinge kriegt man noch unter dem Namen Musik zusammen?“

Von John Coltrane bis Fat Boy Slim, von Arnold Schönberg bis zu den Einstürzenden Neubauten und von Walfischgesängen bis Animal Collective reicht Diederichsens Spektrum. Er schreibt an gegen einen Musikbegriff, der Pop auf Unterhaltung reduziert, glossiert „Portishead und die Folgen“ und die Bord-Musik im ICE, und sinniert darüber, dass die heutige Popmusik sich schwer tue, unironisch Nein zu sagen -- und wie schön es sei, wenn ein Zwanzigjähriger auf sein Leben zurückblicke wie sonst nur Frank Sinatra. Denn: „Die Pop-Musik lebt davon, dass junge Spinner, die eigentlich doch noch gar nichts wissen können, auftreten, als wüssten sie alles -- und damit durchkommen.“ Im Ozean der Töne muss jeder selber seinen eigenen Weg finden, aber Navigatoren wie Diedrich Diederichsen bewahren uns davor, ständig im Kreis zu fahren oder nur vor uns hinzudümpeln. --Axel Henrici

Kurzbeschreibung

Diedrich Diederichsen über: Jimi Hendrix, Duke Ellington, Arnold Schönberg, Fat Boy Slim, Cher, Daft Punk, Courtney Love, Jan Delay, Air, Pink Floyd, Blumfeld, Kevin Rowland, Elvis Presley, New Order, Eric Clapton, John Coltrane, Stanley Kubrick, Björk, Johann Strauß, Wu-Tang Clan, Neil Young, Lou Reed, Fehlfarben, Small Faces, Bob Dylan, Joni Mitchell, Sid Vicious, Johnny Cash, Madonna, Eminem ... Eines der zentralen Stichwörter hier ist Leben. Geht es doch immer wieder darum, das Verhältnis von Pop-Musik und Leben auszuloten. Vom Leben als Musikhörer, Konzertbesucher, Plattensammler über neue Lebensentwürfe zur Idee von einem besseren Leben, wie es die Pop-Musik immer wieder verspricht. Aber auch Lebensgeschichten werden erzählt, vom Großkosmiker Sun Ra und Funk-Korvettenkapitän George Clinton, von Larry Levan, dem DJ-Heroen aus der legendären New Yorker »Paradise Garage«, dem es gelang aus vielen einzelnen Schallplatten das dynamische flüssige Gewand einer Nacht zu weben. »Radikalisiert das Leben!« hieß unerträglicher Weise der Werbespruch für den Musiksender »Viva zwei«. Zum Leben gehört aber auch der Tod und so ist »Viva zwei« längst untergegangen. Das Musikzimmer ist hier mehr als der bürgerliche Salon, wo man sich einst zur Hausmusik versammelte. Natürlich ist es zum Musikhören da, es ist aber auch Disco, Flugzeug, Plattenladen, Konzertbühne und »Listening Space«.

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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen unterhaltsam und informativ, 10. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Musikzimmer: Avantgarde und Alltag. Mit großer Diskographie (Broschiert)
Der Band versammelt die einzelnen Artikel, die Diederichsen zwischen 2001 und 2004 in der Kolumne »Musikzimmer« für den Tagesspiegel verfasst hat. Im wesentlichen handelt es sich also um Zweitverwertung. Der Kauf lohnt dennoch. Zunächst bekommt man die 62 im angenehm lockeren Diederichsen-Stil geschriebenen, kurzen Rezensionen verschiedener Pop- Jazz- und Avantgardewerke in einem Buch, das man ebenso als kleines Kompendium zum Nachschlagen verwenden kann (als Update zu »2000 Schallplatten«), wie zur Unterhaltung in der Straßenbahn oder wann immer sonst man Zeit totzuschlagen hat. Oft treffen die Texte ohne Umschweife ins Schwarze, oder aber man wundert sich amüsiert über idiomatische Gedankenverzweigungen und konsequentes Spinntisieren. Diese Rezensionen verstehen sich eben nicht bloß als Kaufberatung. Abgesehen vom unwahrscheinlichen Fall, dass die Leserin Diederichsen an Bescheidwissen übertrifft, sind natürlich trotzdem so manche musikalische Entdeckungen drin. Darüber hinaus ist schließlich das recht lange Vorwort lesenswert, in dem der Autor uns klar zu machen versucht, was ihn am Pop neuerdings enttäuscht hat, und warum auf den folgenden Seiten daher vermehrt auch andere als Pop-Musik besprochen wird.
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