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Produktinformation
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Diese Herangehensweise birgt natürlich die Gefahr einer gewissen tribalistischen Perspektive. Viele Texte über Pop lesen sich wie Predigten zu Menschen, die bereits bekehrt sind. Die Musikzimmer-Kolumne, die zwischen 2000 und 2004 im Berliner Tagesspiegel erschien, und aus der die hier versammelten Diederichsen-Texte stammen -- neben D.D. schrieben dort auch noch Rainer Moritz, Lutz Hachmeister und Kurt Scheel -- versucht gleichsam einen dritten Weg zwischen universalistischer Kunstkritik und reinem Rezeptionstheater (D.D.). Leitfrage:Wie viele unterschiedliche Dinge kriegt man noch unter dem Namen Musik zusammen?
Von John Coltrane bis Fat Boy Slim, von Arnold Schönberg bis zu den Einstürzenden Neubauten und von Walfischgesängen bis Animal Collective reicht Diederichsens Spektrum. Er schreibt an gegen einen Musikbegriff, der Pop auf Unterhaltung reduziert, glossiert Portishead und die Folgen und die Bord-Musik im ICE, und sinniert darüber, dass die heutige Popmusik sich schwer tue, unironisch Nein zu sagen -- und wie schön es sei, wenn ein Zwanzigjähriger auf sein Leben zurückblicke wie sonst nur Frank Sinatra. Denn: Die Pop-Musik lebt davon, dass junge Spinner, die eigentlich doch noch gar nichts wissen können, auftreten, als wüssten sie alles -- und damit durchkommen. Im Ozean der Töne muss jeder selber seinen eigenen Weg finden, aber Navigatoren wie Diedrich Diederichsen bewahren uns davor, ständig im Kreis zu fahren oder nur vor uns hinzudümpeln. --Axel Henrici
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
unterhaltsam und informativ,
Von henningninneh (bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Musikzimmer: Avantgarde und Alltag. Mit großer Diskographie (Broschiert)
Der Band versammelt die einzelnen Artikel, die Diederichsen zwischen 2001 und 2004 in der Kolumne »Musikzimmer« für den Tagesspiegel verfasst hat. Im wesentlichen handelt es sich also um Zweitverwertung. Der Kauf lohnt dennoch. Zunächst bekommt man die 62 im angenehm lockeren Diederichsen-Stil geschriebenen, kurzen Rezensionen verschiedener Pop- Jazz- und Avantgardewerke in einem Buch, das man ebenso als kleines Kompendium zum Nachschlagen verwenden kann (als Update zu »2000 Schallplatten«), wie zur Unterhaltung in der Straßenbahn oder wann immer sonst man Zeit totzuschlagen hat. Oft treffen die Texte ohne Umschweife ins Schwarze, oder aber man wundert sich amüsiert über idiomatische Gedankenverzweigungen und konsequentes Spinntisieren. Diese Rezensionen verstehen sich eben nicht bloß als Kaufberatung. Abgesehen vom unwahrscheinlichen Fall, dass die Leserin Diederichsen an Bescheidwissen übertrifft, sind natürlich trotzdem so manche musikalische Entdeckungen drin. Darüber hinaus ist schließlich das recht lange Vorwort lesenswert, in dem der Autor uns klar zu machen versucht, was ihn am Pop neuerdings enttäuscht hat, und warum auf den folgenden Seiten daher vermehrt auch andere als Pop-Musik besprochen wird.
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