Ein leichtes »Ku - ckuck« trällerte einem schon auf dem Cover des ersten Bandes der Reihe "Musik Lernen" entgegen. Im zweiten Band macht es uns der Kuckuck nicht ganz so leicht, Ihn zu verstehen. Aber darum geht es ja- per Türspion wartet diesmal ein gemächlicher »Ku - ckuuuuck« und eröffnet Ein- und Durchblick und vor allem Licht im Dschungel musikalischer Symbole und Bezeichnungen.
Von Beginn an gliedert Paul Riggenbach die musikalischen Symbole und Bezeichnungen klar und einleuchtend in die Bereiche Melodie, Rhythmus, Harmonie, Dynamik, Klang, Form und Transzendenz und schafft bewusst den Rahmen fürs gesamte Spektrum innerhalb, gar außerhalb der Musik. Denn gleichermaßen repräsentiert auch ihre internationale Schrift umfassenden Charakter- ist länder-, stil- und instrumenten-, sowie funktions- und zeitenübergreifend. Allem wird dieser Band, kompakt und frisch geschildert, gerecht. Ergo begibt man sich über den gesamten Aufbau des Buches mit kunterbunten Notenbeispielen auf eine farbenfrohe Reise.
Ohne zu bewerten, lässt Paul Riggenbach die Musik beispielhaft für sich spielen. Anhand von Klassikwerken wie "Ode an die Freude" und die "Zauberflöte" über jazzige Standards wie "A Child is Born", "Take Five", "Come Sunday" bis hin zu Latino, Pop und angeswingtem Hip-Hop- ja nicht mal Hänschen Klein geht allein in die weite Welt hinein- wird man gekonnt, in bewusst knapp und einprägender Form, informiert und mit interessanten Übungen und Wissen belohnt.
Melodisch werden Phrasierungen legato und non legato artikuliert verziert, Tempi mit Metrik gezählt und rhythmisch-dynamisch con brio (Ital. "mit Feuer") zum Leben entfacht. Ob fließend, in Stufen oder abrupt- mal accelerando vivace, mal diminuendo con meno messo, mal largo morendo mit Fermate- eines wird klar: Musik spielt mit der Zeit, und das, ungleich betont und artikuliert, in doppelter Hinsicht. Heiterer »Ku - ckuck« und sterbender »Ku - ckuuuuck« halt. Aber lest und hört am besten selbst, denn:
Paul Riggenbach informiert, klärt auf und regt zum Denken, Spielen und Mitfühlen an. Und ganz nebenbei gibt es eine Lezione Italiana. Bei alledem, unterm "Strich" und aufm "Punkt", bleibt ein Fazit: nicht nur pädagogisch wertvoll!