Was wäre die Welt ohne Musik ??? Ich stelle einfach mal diese Frage in den Raum. Klar, jeder hat einen anderen Musikgeschmack. Heute möchte ich euch mit der Musik und allem, was damit zusammenhängt vertraut machen und einem Buch, welches sich mit dieser Thematik beschäftigt.
Ich mag die Elke-Heidenreich-Collection sehr, zum einen, weil die Bücher vom cover her sehr ansprechend und anders als normal gestaltet sind, aber das ist nicht alles, ich finde die Themen, die in dieser Reihe enthalten sind, sehr spannend, interessant, abwechslungreich und genau richtig für mich. Hier werde ich immer wieder fündig. Ich habe schon zwei der Bücher rezensiert, und heute werde ich dieses Besprechen. Ein weiteres steht noch in meinem Bücherschrank, und wartet darauf gelesen zu werden. Dieses handelt vom Tango und allem Drumherum. Also wartet ab, bald wird auch davon von mir zu hören sein ...
Inhalt und Gliederung - sowie meine Meinung :
Das Buch ist in ein Vorwort - wie erwähnt - von Daniel Barenboim und eine Einleitung von Mariam C. Said gegliedert.
Dann folgenden Teil 1 mit 14 Kapiteln, Teil 2 mit 18 Kapiteln und Teil 3 mit 4 Kapiteln. Weiterhin folgen der Anhang, der Dank und das Personenregister.
Teil 1 beschäftigt sich mit der Musik an sich. (u. a. mit Gegenwart und Erinnerung in der Kunst des Pianisten, über Richard Strauß, Die Wiener Philharmoniker, Extreme Anlässe (Delibidache) oder Andràs Schiff in der Carnegie Hall und und und - um nur einige zu nennen.)
Kapitel 2 untersucht besondere Komponisten und ihre Werke und Kapitel 3 gibt so einige Besonderheiten zum Besten.
Man spürt, dass dieses Buch von einem Musikkritiker geschrieben ist. Jedes Kapitel spürt nur so vor Gedanken und Inhalt. Es sind dies eine Zusammenstellung seiner Texte, die Said in den 30er Jahren für die Zeitschrift The Nation" geschrieben hatte.
Besonders gelungen, interessant und aufschlussreich finde ich, dass Said nicht nur" die Biografien der Musiker niederschreibt und deren Leben beleuchtet, sondern alles immer im Zusammenhang sieht mit deren sozialen und politischen Bewandtnissen zu Lebzeiten der jeweiligen Person. Ob dies Mozart und das Verbot, den Wagner zu spielen oder andere historische Begebenheiten mit politischen und kulturellem Hintergrund, alle Kapitel sind äußerst umfassend recherchiert, und als Leser spürt man, dass sich dieser Mann auskennt, dass er weiß, was er schreibt, und das er vor allem weiß, was er seinen Lesern damit sagen will. Er bringt exakt und unverblümt auf den Punkt, was zu den einzelnen Themen zu sagen ist und sagt auch ohne Umschweife und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, was er zu den einzelnen Musikern und Künstlern zu sagen hat, was er von ihnen hält und wie er diese in deren Zeit einordnet.
Kritisch schreibt er sowieso, aber auch sehr herzerfrischend, detailliert wo es hinpasst und konkret, wo es sein soll. Pavarotti wird genauso auseinander genommen" und krititisiert aber auch positiv bewertet, wie Glenn Goulds Pianokunst, die er mit dem schönen Wort göttlich" bedenkt. So findet man im Buch immer wieder sehr passende Beschreibungen, die mit sehr treffenden Charakteristiken mittels wunderschöner Adjektive erklärt und bildhaft dargestellt werden.
Ich finde, es ist eine wunderschöne und abwechslungsreiche Auswahl, die man hier zusammengestellt hat. Sie zeigt die Musik - die klassische Musik in all ihrer Faszination sehr umfassend und komplex auf und als Leser - obwohl kein einfaches Thema - kann man sich sehr schnell mit dem Geschriebenen identifizieren.
Die Überlegungen, die Said zum Thema anstellt, sind nachvollziehbar und inhaltlich - so finde ich uneingeschränkt - ist dieses Buch äußerst wertvoll. Es ist, so kann ich sagen - da ich auch kein Spezialist auf dem Gebiet bin, sondern einfach ein interessierter Leser, der hin und wieder Klassik hört, wenn das Gemüt es bevorzugt, ein Buch, welches nicht nur für Freaks angedacht ist, es führt auch ideal in die Thematik ein und da die Musik und ihre Menschen immer auch vor dem historischen und kulturell-politischen Hintergrund gesehen werden, auch ein zeitgeschichtlich sehr interessantes Werk.
der Autor:
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Edward W. Said wurde 1935 geboren. (Jerusalem) Er verstarb 2003 in New York. Said war Literaturprofessor an der New Yorker Columbia University. Seit 1986 verfasste er Musikkritiken für das Wochenmagazin The Nation. Zahlreiche Bücher zum Thema stammen aus seiner Feder. Er schrieb für Zeitungen auf der ganzen Welt. Er gründete gemeinsam mit Daniel Barenboim (von dem übrigens auch das Vorwort zum mir vorliegenden Buch verfasst wurde !) das West-Eastern Divan Orchestra.
kurze Infos zu D. Barenboim:
1942 wurde er in Argentinien geboren und feier als Pianist und Dirigent auf der ganzen Welt große Erfolge. Er ist seit 1992 Generaldirektor der Deutschen Staatsoper in Berlin. Mit dem o.g. Orchester gibt er Konzerte auf der ganzen Welt. Auch politische Aufmerksamkeit erregt er damit.
Kurze Leseprobe:
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Kapitel 15
Richard Strauss
Bei seinem brillanten Johnny-Carson-Porträt im New Yorker kam Kenneth Tynan zu dem Schluss, dass Carson, was immer er tat, es allein und stets perfekt tat. Er mag t3eils Stand-up-Comedian sein, teils Talkmaster, teils Hollywoodpromi, doch das Carson-Phänomen, das mehr als zwei Jahrzehnte überdauerte, ist mehr als eines dieser Dinge und mehr als ihre Summe.
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