Sitzt man erst mal vor den 440 Seiten und versucht sich einen Überblick zu verschaffen, ist man wenig geneigt mit dem Lesen zu beginnen. Das Layout des Buches ist tatsächlich unglücklich. Das Vorwort hat mir dann Mut gemacht, denn Spitzer rät, einfach ein Kapitel dort aufzuhören, wo man es für zu anstrengend hält und ein neues zu beginnen. So klappt es dann auch und ich habe pro kontinentalen Flug mindestens ein Kapitel geschafft. Die umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Musik ist beeindruckend. Spitzer hat gut recherchiert (lassen). Schon deshalb ist das Buch lesenswert. Die Kritik, Spitzer wäre zu ausschweifend teile ich nicht. Es ist eben seine Methode, das zu praktizieren, was er immer wieder selbst lehrt: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung. Dabei greift er von verschiedenen Ausgangspunkten immer wieder das Thema auf. Dies liefert viele Perspektiven zur gleichen Sache. Obwohl Spitzer meint, man müsse das Buch zweimal lesen, ergibt sich aus den Wiederholungsschleifen ein schneller Lerneffekt, der das zweite Lesen einspart. Wer sich in Neurologie und Musik wenig auskennt, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Wer sich in Musik auskennt, der wird AHA-Effekte erleben und wer sich in Neurologie auskennt, der gewinnt der Musik eine neue glanzvolle Bedeutung ab. Dies ist es, was das Buch so lesenswert macht.