Die hilfreichsten Kundenrezensionen
75 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbezahlbar, 22. Juli 2006
"Musik im Kopf" von Manfred Spitzer enthält auf 468 Seiten Darstellungen über das Hören. Spitzer fängt an beim Hörapparat und endet in verschiedenen Bereichen der Musikpsychologie. Dabei bleibt er immer sehr anschaulich und ist leicht zu verstehen. Es ist auch nicht notwendig, das gesamte Werk zu lesen, was es zu einem wunderbaren Nachschlagewerk macht, welches mir persönlich bei meiner ersten Staatsexamensarbeit sehr geholfen hat. Kommilitonen, die sich ebenfalls mit dem Hören und psychologischen Effekten des Hörens beschäftigt haben, fanden das Buch unabhängig von mir und waren ebenso begeistert über die Informationsfülle, die Spitzer offeriert. Von allen Fachbüchern, die ich zu diesem Bereich gelesen habe, ist Manfred Spitzer das mit Abstand beste gelungen, was auch an der Aktualität und Vielfalt liegen wird. Für Laien und Fachleute höchst empfehlenswert.
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105 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wichtiger Inhalt - unglückliche Aufmachung, 18. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Musik im Kopf (Gebundene Ausgabe)
Sitzt man erst mal vor den 440 Seiten und versucht sich einen Überblick zu verschaffen, ist man wenig geneigt mit dem Lesen zu beginnen. Das Layout des Buches ist tatsächlich unglücklich. Das Vorwort hat mir dann Mut gemacht, denn Spitzer rät, einfach ein Kapitel dort aufzuhören, wo man es für zu anstrengend hält und ein neues zu beginnen. So klappt es dann auch und ich habe pro kontinentalen Flug mindestens ein Kapitel geschafft. Die umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Musik ist beeindruckend. Spitzer hat gut recherchiert (lassen). Schon deshalb ist das Buch lesenswert. Die Kritik, Spitzer wäre zu ausschweifend teile ich nicht. Es ist eben seine Methode, das zu praktizieren, was er immer wieder selbst lehrt: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung. Dabei greift er von verschiedenen Ausgangspunkten immer wieder das Thema auf. Dies liefert viele Perspektiven zur gleichen Sache. Obwohl Spitzer meint, man müsse das Buch zweimal lesen, ergibt sich aus den Wiederholungsschleifen ein schneller Lerneffekt, der das zweite Lesen einspart. Wer sich in Neurologie und Musik wenig auskennt, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Wer sich in Musik auskennt, der wird AHA-Effekte erleben und wer sich in Neurologie auskennt, der gewinnt der Musik eine neue glanzvolle Bedeutung ab. Dies ist es, was das Buch so lesenswert macht.
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62 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Einlullendes Chaos, 28. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Musik im Kopf (Gebundene Ausgabe)
Auf den deutschen Mediziner, Psychologen, Philosophen und Musikliebhaber bin ich über seine beiden schmalen, sehr lesenswerten Aufsatzsammlungen "Ketchup und das kollektive Unbewusste. Geschichten aus der Nervenheilkunde" und "Schokolade im Gehirn. und weitere Geschichten aus der Nervenheilkunde" gestossen. Inzwischen habe ich mir auch seine dickeren Werke einverleibt. Und die sind um etliches anspruchsvoller als die Geschichten. Das liegt aber weniger an der Materie, als an Spitzer selber. Der Mann hat einfach grösste Mühe, sich zu beschränken, den roten Faden sorgfältig zu spannen, Wichtiges von weniger Wichtigem abzugrenzen, Nachgewiesenes von Vermutungen zu unterscheiden. Da ich selber unter ähnlichen Problemen leide, stört mich solch kreatives Chaos nur selten. Aber Spitzers Bücher sind anspruchsvoller, als sie sein müssten. Die ausgezeichnete Rezension von Mark Andreas Giesecke bestätigte meine Vermutung, dass Spitzers mangelnde Selbstbeschränkung selbst Musikfachleuten das volle Lesevergnügen raubt. Dennoch gibt es zurzeit wohl nur wenig vergleichbare Versuche, eine begehbare Brücke zwischen Musik und Neurologie zu bauen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass interessierte Musikwissenschaftler an Manfred Spitzers Buch vorbeikommen, auch wenn Nachsicht für mangelnde Detailgenauigkeit zur Voraussetzung einer Lektüre gehört. Der Verlag hat leider seinen Teil zur vermeidbaren Unübersichtlichkeit beigetragen, indem er diese Mischung aus Dissertation und Wissenschaftsjournalismus durch ein merkwürdiges Layout unterstützte und Bleiwüsten schuf, in denen der Leser zu lange umherirrtb bis er sich in der nächsten Oase von den Strapazen erholen kann. Aber solange sich die Bücher von Manfred Spitzer so gut verkaufen, wird der Verlag es kaum wagen, konzeptionell und sprachlich einzugreifen. ein erfahrener Lektor könnte so ein gutes Buch locker in ein Superbuch verwandeln. Wie das Endprodukt aussehen könnte, zeigt zumindest in Ansätzen das Buch "Lernen", welches im Spektrum Akademischer Verlag erschienen ist. Fazit: Für Musikinteressierte fast ein Muss. Allein schon wegen der vielen Abbildungen, Grafiken und Ausflüge in die Musikgeschichte. Für die Fülle an Anregungen und Informationen erhielte das Buch sogar mehr als fünf Sterne. Wer sich zuerst mit den Grundlagen der Neurologie vertraut machen möchte, greife lieber zu einem Werk von Gerhard Roth oder Antonio Damasio.
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