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Musik als Klangrede: Wege zu einem neuen Musikverständnis
 
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Musik als Klangrede: Wege zu einem neuen Musikverständnis [Gebundene Ausgabe]

Nikolaus Harnoncourt
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 299 Seiten
  • Verlag: Residenz; Auflage: 1 (17. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3701731667
  • ISBN-13: 978-3701731664
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Nikolaus Harnoncourt
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Musik als Klangrede
OA 1982 Form Sachbuch Bereich Musik
Musik als Klangrede von Nikolaus Harnoncourt ist das Schlüsselwerk eines über die Interpretation alter Musik hinausgehenden neuen Musikverständnisses und des »verstehenden« Hörens von beredter musikalischer Mitteilung.
Entstehung: Harnoncourt prägte die heutige Erkenntnis über alte Musik wie kein anderer Dirigent. Mit seinem Ensemble »Concentus Musicus« war er seit 1953 in dieser Hinsicht stilbildend. Musik als Klangrede entstand, wie auch Der musikalische Dialog (1984), aus Niederschriften vor allem seiner Vorträge und Vorlesungen. Den Begriff »Klangrede« entlieh Harnoncourt sich von Johann Mattheson (1681 bis 1764), der damit die lineare Rhetorik der Barockmusik kennzeichnete.
Inhalt: In der Einleitung des Buchs prangert der Autor an, historische Musik sei zum Genussmittel und Konsumgut, zum bloßen Ornament verkommen. Die Vorstellung, Alte Musik habe vor allem auf Schönheit und Harmonie abgehoben, sei ein eklatantes Missverständnis. Was Harnoncourt »verstehendes Hören« nennt – den von Interpreten und Hörern gemeinsam unternommenen Versuch, die musikalischen Sprachen vergangener Jahrhunderte wieder zu erlernen –, exemplifiziert er in drei Schritten: I. Grundsätzliches zur Musik und zur Interpretation (u. a. mit allgemeinen Bemerkungen zur Funktion der Musik im gegenwärtigen Leben sowie Untersuchungen des Wandels im Verständnis musikalischer Parameter); II. Instrumentarium und Klangrede; III. Europäische Barockmusik – Mozart.
Mit Musik als Klangrede trat Harnoncourt auch dem Missverständnis eines quasi »nostalgischen« Musizierens entgegen. Die Beschäftigung mit alter Musik und authentischen Instrumenten ist ihm vielmehr Medium, um für die heutige Musizierpraxis neue und markante Impulse zu gewinnen.
Wirkung: Obwohl einige Kritiker Harnoncourt anfangs »Herrschaft der Philologie im restaurativen Geist« vorwarfen, sind seine in Musik als Klangrede geäußerten Ansichten wegweisend für die historische Aufführungspraxis geworden. »Ohne ihn«, schrieb eine deutsche Musikfachzeitschrift, »würden wir heute anders und Anderes hören«. Der Begriff »Klangrede« findet mittlerweile selbst in englischsprachigen Rezensionen Anwendung. G. Pe. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Wenn Nikolaus Harnoncourt seine Sammlung von Aufsätzen, Vorträgen und Vorlesungen "Musik als Klangrede" nennt, bekennt er sich damit zur Wiedergewinnung beredten Musizierens, für das er selbst mit seinem Ensemble "Concentus musicus" seit 1953 wegbereitend gewirkt hat. Harnoncourt geht mit dem gegenwärtigen Musikleben streng ins Gericht: Es erscheint ihm als ein aufwendiges Ornament, um über die kulturelle Leere des Lebens hinwegzutäuschen. Dem stellt er die Rückbesinnung auf ein verstehendes Hören entgegen, mit dem Interpreten und Hörer gemeinsam versuchen, sich die vielen Sprachen und Stile der Musik vergangener Jahrhunderte wieder zugänglich zu machen. Doch er verordnet nicht etwa den nostalgischen Rückblick auf "originales" Barockspiel mit "historischen" Instrumenten: Hier ist Harnoncourt oft mißverstanden worden. Vielmehr setzt er sich mit der Alten Musik, ihrer Spielweise und ihren Instrumenten auseinander, um Impulse für die heutige Musikpraxis zu gewinnen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wertvolle Musizieranleitung 31. Dezember 2002
Format:Taschenbuch
Nicolaus Harnoncourt - Cellist, Dirigent, Kapellmeister, Philosoph, Redner? Spaetestens nach der Lektuere dieses Buches wird klar, er ist das alles und mehr: naemlich ein MUSIKER. Dafuer genuegt es nicht, ein Instrument zu beherrschen. Zu dieser motorischen Faehigkeit muss auch viel Bildung, Einfuehlungsvermoegen, Forscherdrang und Menschlichkeit kommen.

In diesem wichtigen Buch sind Harnoncourts Aufsaetze und Reden zur Auffuehrungspraxis gesammelt. Als guter Redner hat Harnoncourt die Texte lebendig, ansprechend und packend gehalten - Lesevergnuegen ist garantiert.

Durch ausfuehrliches Quellenstudium und reiche Musizierpraxis untermauert er seine Thesen zum Musikbetrieb. Leider gibt es brauchbare Aufnahmen erst ab dem 20. Jahrhundert - wir werden also nie wirklich wissen, wie sich die Musik von Bach, Mozart, Beethoven etc. zu ihrer Zeit angehoert hat. Neben dem eigentlichen Klangkoerper geht es um Fragen zur Interpretation (zu denen die Schulwerke von C. Ph. E. Bach, Leopold Mozart und J. Quantz herangezogen werden koennen). Darueberhinaus ist auch noch die Aufstellung der Interpreten im Raum (Trennung von Tutti und Solisten, deutsche Orchesteraufstellung mit 1. Geigen links und zweiten Geigen rechts) fuer die Realisierung bestimmter Effekte wichtig. Auch der Raum und seine Akkustik selbst gehoeren letztlich zum "Instrument Orchester".

Harnoncourt raeumt beherzt manches Klischee aus und scheut auch nicht vor heissen Eisen zurueck ("alte Instrumente", temperierte Stimmung, "historische Auffuehrungspraxis, Texttreue, ...).

Da eine Komposition an sich ja nicht durch die vergaengliche Auffuehrung beschaedigt werden kann, ist wohl eine inspirierte "falsche" Interpretation immer einer blutlosen "richtigen" vorzuziehen. So haben z. B. Bachs unvergaengliche Meisterwerke die Zeiten ueberdauert, obwohl (oder gerade weil?) sie zu staubtrockenenen Etueden missbraucht, zum virtuosen Zugabestueckchen degradiert oder "verjazzt" wurden. In jeder dieser Formen (Verformungen?) koennen sie aber ueberzeugen. Richtig geschadet hat ihnen nur die voellige Missachtung vor der Wiederentdeckung durch Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Ein Buch, von Herzen kommend und zu Herzen gehend, das immer noch mehr neugierig macht auf das herrliche Thema Musik und auch dazu anregt, die eigene Meinung wieder mal auf den Pruefstand zu stellen.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Harnonocourt öffnet mit diesem Buch, lange verstellte Zugänge zu der Musik sämtlicher Epochen. Und er entlarvt, die heutige klassische Musik-"Kultur", als eine weitgehend bequeme, marktwirtschaftliche orientierte Massenabfertigung, in der eigenständiges Denken nicht erwünscht wird. Aber er zeigt auch auf, wie der, von der Musikindustrie und von eingefahrenen Ausbildungskonzepten entmündigte und verformte Musikliebhaber, aber auch die Musiker selbst, die Musik anders, neu und mit allen Sinnen leben kann.

Wenn mehr Menschen die Botschaft dieses Buches verinnerlichen würden, dann würde Musik, die ja immer ein Spiegel der Zeit ist in der wir leben, wieder die katharsische Funktion im Leben der Menschen übernehmen können, die ihr inne wohnt.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
notwendig! 19. Oktober 2008
Format:Taschenbuch
Um es kurz zu sagen: es ist notwendig dieses Buch gelesen zu haben! Nicht nur für Musikbegeisterte. Es geht auch um die Entwicklung unserer Gesellschaft - und nicht zuletzt unserer Kinder, dem Musikverständis im Allgemeinen und Speziellen. Und um ein Wachrütteln und ein Hinzeigen auf einen beginnenden kulturellen Verfall.
Sehr empfehlenswert!
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