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Nashe, Hauptfigur des Romans, ist ein sehr ruhiger gelassener Mensch, der die verschiedenen Situationen, die sich ihm bieten, hinnimmt, und sich ihnen anpaßt. Er hat keine Ziele und Wünsche, auf die er zugehen könnte. Er läßt sich treiben, ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Als er am Anfang seiner Reise die falsche Highway-Auffahrt nimmt, fährt er einfach in eine andere Richtung weiter, anstatt zu wenden, und in der Richtung weiterzufahren, die er sich vorgenommen hatte. Im Gegensatz zu seinem neuen Freund Pozzi kommt er mit der schweren körperlichen Arbeit und der beinahe gefängnisartigen Situation bei Flower und Stone relativ gut zurecht. Hier sollen sie ihre Spielschulden abarbeiten, nachdem ihr Plan, Nashes letztes Geld im Poker-Spiel gegen die beiden etwas skurrilen Lotto-Millionäre zu vermehren fehlgeschlagen war. Nashe protestiert wesentlich später und sehr viel zaghafter gegen die ungerechte Behandlung, als Pozzi, der sich äußerst heftig dagegen wehrt. Pozzi fordert, ganz anders als Nashe, das Leben und das Glück heraus.
Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive Nashes erzählt. Durch Nashes passives Verhalten und die einfache, beinahe kommentarlose Erzählweise gewinnt der Leser Distanz zum Geschehen. Er fühlt sich als neutraler Beobachter der Geschehnisse. Diese Distanz wird intensiviert durch das Motiv der von Stone errichteten ³City of the World3. Durch das selbe Motiv erscheinen die Charaktere wie Spielfiguren. Der häufige Bezug zum Glücksspiel (Poker, Lotto) betont die Zufälligkeit des Ausgangs dieses Spiel, auf das die Charaktere nur wenig Einfluß haben.
Der Roman zeigt sehr deutlich, daß der Verlauf des Lebens nicht voraussehbar oder planbar ist. Anpassung, wie sie in der Figur Nashes dargestellt wird, kann ebenso zum Kontrollverlust führen, wie Pozzis herausfordernde Lebensweise. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Auster beherrscht die bewundernswürdige Fähigkeit, situations- und/oder ideengetragene Romane schreiben zu können, um die Idee herum entwickeln zu können, so "klein" sie auch scheinen mag. Dabei entstehen mäßige Werke wie "Mr. Vertigo" oder "Leviathan", aber auch drastische, beeindruckende, wie "Im Land der letzten Dinge" und "Timbuktu". "Die Musik des Zufalls" steckt da irgendwie zwischendrin, vor allem, weil die Idee meines erachtens nicht funktioniert, das Experiment fehlschlägt: Dem Roman fehlt jegliche Motivation, jegliche Begründung des Handlungsbogens, er fußt auf der Reflexion des Protagonisten auf völlig willkürliche - zufällige - Geschehnisse, was ihn zwar höchst nachvollzieh- und verstehbar macht, als Lektüre allerdings etwas unbefriedigend. Es entsteht keine "Musik des Zufalls", sondern allenfalls Tonfolgen, die harmonisch klingen, aber keine Melodie entstehen lassen, und das Ende wäre vergleichbar mit einem Konzert, bei dem die Musiker einfach mittendrin die Bühne verlassen, und nicht einmal den Applaus abwarten. Nichtsdestotrotz ein interessantes Experiment, und deshalb durchaus lesenswert.
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