'Zen is a way of living ( not a theory), through which peolple experience themselves, not as separated beings, but as one of the whole universe, of which every individual is a unique expression.' (Tony Scott)
Diese Platte stammt aus einer Zeit, in der Meditationsmusik noch nicht gleichbedeutend mit nichtssagendem, harmonisch weichgespültem Synthie-Gedudel plus Vogelgezwitscher und Bachgeplätscher war. Sie wurde 1964 von Tony Scott (Klarinette), Hozan Yamamoto (Shakuhachi) und Shinichi Yuize (Koto) aufgenommen. Die Musik ist total improvisiert, ohne vorherige Proben und auch ohne vorherige gemeinsame Meditation. Das Ergebnis -Solos, Duos und Trios- sind Klanggemälde von überwältigender Tiefe und Schönheit, bei denen die Zeit stillzustehen scheint. Vor allem die Klangmagie von Hozan Yamamotos Bambus-Flöte ist einmalig. Egal, was dieser große Meister spielt, jeder einzelne Ton ist ein Ereignis, glimmt und glüht, vibriert, scheint mit einer positiven Energie aufgeladen zu sein, die direkt in den Bauch und in tieferliegende Bewußtseinsschichten des Hörers transportiert wird. Tony Scott gelingt es, die Shakuhachi-Spielweise auf die Klarinette zu übertragen. Er entfernt sich dabei genau so weit vom Jazz, wie sich seine Mitspieler von ihrem gewohnten traditionellen Umfeld entfernen. Die Drei treffen sich exakt in der Mitte - das ist wirkliche Weltmusik, die nichts mit der späteren Einverleibung 'exotischer' Musikkulturen in der sogenannten Ethno-Musik zu tun hat.
Tony Scott schreibt in den Liner Notes: 'Im Geiste des Zen ist diese Musik das Ergebnis einer Erleuchtung oder Satori...'
Heutzutage würde eine solche Aussage lediglich der Verkaufsförderung dienen und ausreichen, die CD ungehört in die Ecke zu schmeißen, aber vor 38 Jahren steckte dahinter noch wirkliche spirituelle Erfahrung und Überzeugung. Wer sich der 'Music for Zen Meditation' hingibt, erhascht vielleicht einen Zipfel jener erleuchtenden Kraft, durch die diese Musik entstanden ist und die von ihr getragen wird.